Robert Rosenthal (Psychologe)
Robert Rosenthal (* 2. März 1933 in Gießen; † 5. Januar 2024<ref>Warren, J. D.: Psychology research 'giant' Robert Rosenthal has died. University of California, Riverside, 10. Januar 2024, abgerufen am 11. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein deutschamerikanischer Professor für Psychologie an der University of California, Riverside.
Leben
Rosenthal verbrachte seine frühe Kindheit in Limburg an der Lahn, bevor er als Jude im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern aus Deutschland in die USA floh. 1956 promovierte er an der University of California, Los Angeles. Er begann seine Karriere an der University of North Dakota, wo er im Bereich der klinischen Psychologie arbeitete. Später wechselte er in die Sozialpsychologie. Viele Jahre arbeitete er an der Harvard University und übernahm dort 1992 den Vorsitz des Psychologischen Instituts. Nach seinem Rücktritt 1999 ging er zurück nach Kalifornien und arbeitete an der University of California, Riverside.
Berühmt wurde sein Experiment zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung, das er 1965 an US-amerikanischen Grundschulen durchführte. Zunächst überzeugte er mit einem Scheintest das Kollegium davon, dass bestimmte, von ihm zufällig ausgewählte Schüler, hochintelligente „Aufblüher“ seien, die in Zukunft hervorragende Leistungen zeigen würden. Bei einer Intelligenzmessung am Schuljahresende hatten sich die meisten dieser Schüler tatsächlich im Vergleich zu ihrem am Anfang des Schuljahres erfassten Intelligenzniveau stark verbessert (45 Prozent der als „Überflieger“ oder „Aufblüher“ ausgewählten Kinder konnten ihren IQ um 20 oder mehr Punkte steigern und 20 Prozent konnten ihn gar um 30 oder mehr Punkte steigern). Dieser nach ihm benannte Rosenthal-Effekt wurde seither viele Male repliziert.<ref>E. R. Smith, D. M. Mackie: Social Psychology. Psychology Press, 2. Auflage 2000, ISBN 0-86377-587-X, S. 94f.</ref><ref>E. Aronson, T. D. Wilson, R. M. Akert: Sozialpsychologie. Pearson Studium. 4. Auflage 2004, ISBN 3-8273-7084-1, S. 23.</ref><ref>Elliot Aronson, Timothy D. Wilson, Robin M. Akert. „Sozialpsychologie“. 2008. München: Pearson Studium; Abbildung 3.6, S. 68</ref> Hierzu allerdings Detlef Rost (2009, S. 262): „…die behauptete Vielzahl von Studien zur Intelligenzförderung durch einfache Erwartungseffekte … existiert nicht“.<ref>Detlef H. Rost: Intelligenz. Beltz, Weinheim-Basel 2009.</ref>
Rosenthal prägte 1979 den Begriff File Drawer Problem („Schubladenproblem“), wonach Forscher dazu tendieren, vorzugsweise Studien mit positivem Verlauf zu veröffentlichen und diejenigen mit negativem Ergebnis in der Schublade verschwinden zu lassen.<ref>PsychFileDrawer: The File Drawer Problem</ref> Es handelt sich um ein dem Publikationsbias verwandtes Problem. Andere Arbeiten Rosenthals beschäftigten sich mit der nonverbalen Kommunikation, besonders mit deren Einfluss auf die Erwartungen, zum Beispiel in einer Arzt-Patient- oder Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Situation.
Ehrungen
Im Jahre 2002 zählte ihn die Review of General Psychology zu den 100 bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts.<ref>Psychology research 'giant' Robert Rosenthal has died</ref>
Seit 2009 war er gewähltes Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.
Schriften (Auswahl)
- R. Rosenthal, L. Jacobson: Pygmalion im Unterricht. Lehrererwartungen und Intelligenzentwicklung der Schüler. Beltz 1983, ISBN 3-407-18267-8.
Literatur
- Robert Rosenthal, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 2, S. 991, Saur, München 1983, ISBN 3-598-10087-6.
Weblinks
- Literatur von und über Robert Rosenthal im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- University of California auf psych.ucr.edu (englisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HighlyCited.com ( vom 18. Mai 2006 im Internet Archive) (englisch)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rosenthal, Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschamerikanischer Psychologe Professor für Psychologie an der University of California, Riverside |
| GEBURTSDATUM | 2. März 1933 |
| GEBURTSORT | Gießen |
| STERBEDATUM | 5. Januar 2024 |
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