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Robert Löffler (Journalist)

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Robert Löffler (* 8. Mai 1931 in Wien; † 27. Dezember 2016 ebenda<ref>„Telemax“: „Krone“-Kolumnist Robert Löffler gestorben. derStandard.at, 27. Dezember 2016 (APA); abgerufen am 27. Dezember 2016.</ref>), Pseudonym Telemax, war ein österreichischer Journalist und Kolumnist der Kronen Zeitung.

Leben

Der in Wien Geborene verbrachte seine Kindheit und Jugend hauptsächlich in Gösing und Kirchberg am Wagram, wo sein Vater als Lehrer arbeitete, was er im Telemax Tagebuch nicht selten aufgriff. Auch ein Großvater und ein Urgroßvater waren Lehrer.<ref>Robert Löffler: Telemax Tagebuch, Kremayr & Scheriau 1993.</ref> Nach der Matura am Stiftsgymnasium Melk studierte er Zeitungswissenschaft an der Universität Wien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik des Vereins der Absolventen und Freunde des Stiftsgymnasiums Melk. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive; PDF; 41 kB) Absolventenverein des Stiftsgymnasiums Melk, 15. April 2016; abgerufen am 27. Dezember 2016.</ref> 1954 wurde er Redakteur der Wiener Tageszeitung Bild-Telegraf unter Chefredakteur Gerd Bacher, dem späteren Generalintendanten des ORF, Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt. Bacher erfand den Namen Telemax für die tägliche Fernsehkritik seines Blattes, die zunächst von etlichen Redaktionsmitgliedern abwechselnd verfasst wurde.<ref>Gerd Bacher: Wer ist Robert Löffler? In: Robert Löffler: Warnung vor einseitigem Gebrauch des Kopfes. Fröhliche Anmerkungen von Telemax. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1983, ISBN 3-85447-056-8, S. 5.</ref>

Datei:Ihr Telemax 16-01-1979.jpg
Telemax-Schriftzug (Kronen Zeitung 1979)

Als der Bild-Telegraf 1958 eingestellt wurde, gründete Bacher mit Fritz Molden die Tageszeitung Express, in der die tägliche Telemax-Kolumne weitergeführt wurde – ab 1960 nur noch von Löffler, dem der Titel der Kolumne dadurch auch Pseudonym wurde. Mitte der 1960er Jahre erschien unter Löfflers bürgerlichem Namen auch die Samstagskolumne Bezug nehmend auf ... Mit Einstellung des Express 1971 wurden Fernsehkolumne und Autor von der Kronen Zeitung übernommen, wo Telemax bis zum 29. Oktober 2016 erschien. Einmal pro Woche waren statt einer Kolumne aktuelle Zitate aus dem Rundfunk zu lesen, die Löffler notiert hatte. Sonntags wurde eine längere, halbseitige Kolumne im Farbmantel Krone bunt abgedruckt, die gewöhnlich den Geburtstag einer Persönlichkeit aufgriff.

In der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2016 verstarb Robert Löffler nach kurzer schwerer Krankheit. Er wurde in Wien auf dem Gersthofer Friedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe L, Nummer 29) bestattet.

Rezeption

Als „der wohl unbekannteste Prominente im Lande“<ref>Buchumschlagtexte 1983 und 2002</ref> schrieb Löffler philosophische Betrachtungen zum Tage, die sich „irgendwie“ und mit milder Ironie auf Sendungen des ORF bezogen, und betrieb dabei eher Sprachkritik. In der Sonntagsbeilage der Kronen Zeitung erschien lange Zeit hindurch das „Telemax Tagebuch“, das wesentlich umfangreicher als die tägliche Zeitungsglosse war. Max Goldt schrieb in einem 1998 verfassten Nachwort über Kolumnen:

„Von denen, die ich beurteilen kann, gibt es nur eine, die ich schätze und für vorbildlich halte, und zwar diejenige von Robert Löffler, der unter dem nom de plume Telemax im ansonsten anspruchslosen und rechtspopulistischen Wiener Boulevard-Blatt ,Neue Kronen-Zeitung‘ mehrmals in der Woche kurze Betrachtungen veröffentlicht, deren stilistische Feinheit und thematische Autarkie auch unter klassischen und hochgeschätzten Feuilletonisten ihresgleichen suchen. Er ist ein sehr anständiger Mann, der niemals in Talkshows herumsitzt, und sollten sich Fans anschicken, ihn kennenzulernen, wird deren Begehren abgelehnt. Ich habe es selbst erleben dürfen. Respekt! Ein echter Souverän.“<ref>Max Goldt: „Mind-boggling“ – Evening Post. Haffmans Verlag, Zürich 1998, S. 151f. (Taschenbuchausgabe: Diana Verlag, München–Zürich 2001, S. 182.)</ref>

Der Autor wurde 1983 mit dem Nestroy-Ring der Stadt Wien ausgezeichnet, 1991 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold.

Seine langjährige Mitarbeiterin Susanne Heinrich würdigte in einem in der Kronen Zeitung erschienenen Nachruf seine „intellektuellen, philosophischen und ironischen Texte“:

„Jede Kolumne ein kleines Meisterwerk, das von ihm persönlich auch vom ersten Wort bis zum letzten Korrekturlesen überwacht wurde. Unter seinen unzähligen Fans sind viele Prominente wie der Kabarettist Josef Hader (auch er ein Absolvent des Melker Stiftsgymnasiums, das verbindet!), der sich der Wertschätzung Löfflers erfreuen durfte. Und es machte Löffler stolz, dass der junge Kollege seine Texte auf der Bühne vortrug. Stolz war er, aber wieder nicht so ‚übermütig‘, dass er dessen Einladung zur Lesung gefolgt wäre.“<ref>Kronen Zeitung, 28. Dezember 2016, S. 86.</ref>

Werke

  • Robert Löffler: Gut benommen – halb gewonnen! Herausgegeben und verlegt vom Verband österreichischer Banken und Bankiers, Wien ohne Jahr [1964] (Taschenbuch, 112 Seiten).
  • Telemax: Fernseh-Fibel. Verlag Kurt Wedl, Melk, Wien 1964.
  • Robert Löffler: Warnung vor einseitigem Gebrauch des Kopfes. Fröhliche Anmerkungen von Telemax. Herausgegeben und ausgewählt von Peter Eisler, Vorwort von Gerd Bacher. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1983, ISBN 3-85447-056-8.
  • Telemax: Liebe Leute. 63 gefällige Bemerkungen von Robert Löffler. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten / Wien 1989, ISBN 3-85326-893-5.
  • Robert Löffler: Telemax-Tagebuch. Vorwort von Alois Brandstetter. Kremayr & Scheriau, Wien 1993, ISBN 3-218-00577-9.
  • Robert Löffler: Liebe Leute. 83 neue gefällige Bemerkungen. Vorwort von Josef Hader. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus (NP-Buchverlag), St. Pölten / Wien / Linz 2002, ISBN 3-85326-512-X.

Beiträge in:

  • Geschüttelte Sammelreime. Einleitung von Robert Löffler alias Telemax. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1993, ISBN 3-85447-481-4 (nur Vorwort).
  • Daniel Spitzer: Wiener Spaziergänge 2. Mit einem Nachwort von Robert Löffler. Edition Wien, Wien 1987, ISBN 3-85058-005-9 (nur Nachwort).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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