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Robert Biedroń

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Robert Biedroń (2024)

Robert Biedroń (* 13. April 1976 in Rymanów) ist ein polnischer Politiker (SLD, TR, Wiosna) und Publizist. Der ehemalige Abgeordnete des Sejm war von 2014 bis 2018 Bürgermeister von Słupsk und von 2019 bis 2021 Vorsitzender der von ihm mitinitiierten Partei Wiosna. Nach deren Vereinigung mit dem SLD ist er seit 2021 stellvertretender Vorsitzender der neuen Partei Nowa Lewica. Er ist der bekannteste offen homosexuell lebende Politiker Polens.

Leben

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Robert Biedroń (2023)

Biedroń stammt aus dem Karpatenvorland und wuchs in Krosno auf.<ref>Nowiny24.pl, Robert Biedroń jest z Podkarpacia. Wychował się w Krośnie</ref> Nach dem Abitur studierte er in Olsztyn sowie Wien Politikwissenschaft und begann 2006 eine Promotion in Pułtusk. Des Weiteren war er als Verleger tätig, bevor er sich zuerst der sozialdemokratischen Partei Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) anschloss. 2010 wechselte er jedoch zur linksliberalen Partei Twój Ruch (TR) um den Unternehmer Janusz Palikot. Bei den Parlamentswahlen 2011 gelang ihm mit dieser für den Wahlkreis in Gdynia der Einzug als Abgeordneter in den Sejm, das polnische Unterhaus.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. September 2025.</ref> In diesem war er das erste offen homosexuelle Mitglied.<ref name="sz">Süddeutsche Zeitung am 27. November 2014: Mann gegen Muff</ref><ref>TheNews.pl, Poland elects first openly gay MP</ref> 2014 wurde er vom polnischen Wochenmagazin Polityka als Bester Abgeordneter des Jahres geehrt.<ref name="sz" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TwojRuch.eu, Poseł Robert Biedroń wyróżniony przez tygodnik Polityka" (Memento vom 12. September 2014 im Internet Archive)</ref> Seit seinem Coming-out wurde er mehrmals Opfer homophober Angriffe und war Gegenstand von Hassreden einiger Vertreter der katholischen Kirche.<ref name="sz" /><ref name="spiegel2" /> Biedroń ist Atheist.<ref name="sz" />

Am 16. November 2014 erhielt Biedroń im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl (siehe Selbstverwaltungswahlen 2014) in Słupsk 20 Prozent der Stimmen<ref name="sz" /><ref>Spiegel.de am 17. November 2014: Überraschung in der polnischen Provinz: Schwuler Bürgermeisterkandidat in der Stichwahl</ref> und wurde in der Stichwahl am 30. November 2014 schließlich zum Bürgermeister mit 57,1 Prozent der abgegebenen Stimmen ins Amt gewählt.<ref name="spiegel2">Spiegel.de am 1. Dezember 2014: Revolution in Polens Provinz: Schwuler erobert Rathaus von Slupsk</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gazeta Pomorska on-line vom 1. December 2014: Oficjalnie. Robert Biedroń prezydentem Słupska! (Schon offiziell. Robert Biedroń ist Bürgermeister von Słupsk!) (Memento vom 2. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Für die Umsetzung seiner politischen Agenda sowie seinen Führungsstil wurde er mehrfach ausgezeichnet und 2015 als drittbeliebtester Politiker des Landes ermittelt.<ref>Biedroń realizuje kolejną obietnicę wyborczą i znowu wyznacza standardy. W Słupsku zbudują cmentarz dla zwierząt. In: naTemat.pl. Abgerufen am 9. Februar 2016.</ref><ref>Paweł Kukiz, Andrzej Duda i Aleksander Kwaśniewski - z tymi politykami Polacy najchętniej poszliby… na piwo. In: wpolityce.pl. Abgerufen am 9. Februar 2016.</ref> Im Zuge der politischen Krise um die seit 2015 regierende national-konservative Partei Prawo i Sprawiedliwość (PiS) unterstützte er die regierungskritische Bürgerrechtsbewegung des Aktivisten Mateusz Kijowski. Eine eigene Parteigründung schlug er zu dieser Zeit aus und betrachtete die Reformbestrebungen im SLD mit Wohlwollen.<ref>Grupa Wirtualna Polska: Robert Biedroń liderem nowej formacji lewicowej? "Nie mam takich planów". In: wiadomosci.wp.pl. 26. Januar 2016, abgerufen am 9. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 3. Februar 2019 gründete Biedroń die Partei Wiosna (dt. „Frühling“),<ref>Robert Biedroń zakłada partię Wiosna. Przedstawiono postulaty. Rzeczpospolita, 3. Februar 2019, abgerufen am 3. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die bereits zur Europawahl 2019 antrat und bei dieser 6,06 % der Stimmen in Polen auf sich vereinen konnte.<ref>Robert Biedroń: Neue Partei will Polens Opposition stärken. Zeit Online, 3. Februar 2019, abgerufen am 3. Februar 2019.</ref> Biedroń selbst wurde auf Listenplatz 1 seiner Partei im Wahlkreis Warschau in das Europäische Parlament gewählt.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Bei den Präsidentschaftswahl in Polen 2020 trat er als gemeinsamer Kandidat der politischen Linken für die Parteien Wiosna, SLD, Razem sowie die polnischen Sozialisten an, verpasste mit nur 2,2 % der Stimmen jedoch den Einzug in die nötig gewordene Stichwahl deutlich.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Seit 2021 ist er stellvertretender Vorsitzender der neuen Partei Nowa Lewica, die aus der Fusion seiner Partei Wiosna mit dem SLD entstand und zusammen mit der Partei Razem im Sejm eine Fraktion bildete.

Bei der Europawahl 2024 zog Biedroń erneut in das Europäische Parlament als Abgeordneter ein.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Er ist in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) stellvertretender Vorsitzender im Entwicklungsausschuss sowie Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und im Unterausschuss Menschenrechte.<ref>Abgeordneten-Datenbank. In: Europäisches Parlament. Abgerufen am 1. September 2024.</ref>

Seit 2002 ist Biedroń mit dem polnischen Rechtsanwalt, Politiker und Abgeordneten Krzysztof Śmiszek liiert.<ref>Viva.pl: Robert Biedroń: „Ich habe bereits einen Ehemann , aber der Staat sieht das nicht“ , 13. April 2018 </ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Robert Biedroń – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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