Zum Inhalt springen

Ritter Waltmann von Sättelstätt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Die Sage vom tapferen Ritter Waltmann von Sättelstätt ist eine bereits im 14. Jahrhundert vom Eisenacher Chronisten Johannes Rothe in seiner Thüringer Landeschronik niedergeschriebene Heldengeschichte.

Die Sage in der Version nach Bechstein

Nach der schriftlichen Überlieferung Rothes gab der Sagensammler Ludwig Bechstein im Inhalt getreu der Vorlage eine sprachlich modernisierte Sage in seinem 1835 erschienenen Sammelband Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringer Landes wieder, welche dort in der folgenden Version steht:

„Ludwig Bechstein Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringer Landes

Die Sage in der Version nach Quensel

In der romantischen Version Bechsteins wurde die selbstlos dienende Rolle des tapferen und tugendhaften Ritters in den Vordergrund gestellt. Der Thüringer Schriftsteller Paul Quensel erweiterte in seiner Nacherzählung die Geschichte und stellte nun die Paarbeziehung Ritter – Jungfrau in das Zentrum der Handlung. Bei dieser Version hat sich der junge, ungestüme Ritter zu einer Wette hinreißen lassen und eine Jungfrau als Pfand angeboten, solle er im nächsten Turnier besiegt werden. In Ermangelung einer geeigneten Jungfrau fällt seine Wahl schließlich auf eine noch ledige hübsche Müllerstochter, die sich in fester Zuversicht und Liebe dem Ritter und Lehnsherren ausliefert, komme was da wolle. Erst am Schluss des Abenteuers entbrennt auch Waldmanns Herz für die in reiner Liebe zu ihm stehenden Frau und beide geloben sich an den Ufern der Saale ewige Treue.<ref name="Weigel">Heinrich Weigel Der Sagenkreis der Hörselberge. quartus-Verlag 2001, S. 219–223, ISBN 3-931505-93-6 </ref>

Geschichtlicher Hintergrund

Der Sättelstädter Pfarrer und Ortschronist Dr. Kosack hat sich ausführlich mit der Erforschung dieser historischen Sage beschäftigt. Demnach hat es tatsächlich ein im Ort Sättelstädt ansässiges Rittergeschlecht mit dem Beinamen Waldmann gegeben. Die Kemenate als Wohnsitz der Ritter soll sich am Sperlingsberg befunden haben, eine Örtlichkeit, welche erst beim Bau der Reichsautobahn in den 1930er Jahren abgetragen wurde. Der Name Waldmann war hierbei eine Dienstbezeichnung, eine Art Forstaufseher des Landgrafen. Der reale Ritter Hermann war demnach der Waldmann von Sättelstätt er findet sich als landgräflicher Lehnsherr in einer Urkunde vom 13. August 1313 genannt, somit jedoch bereits hundert Jahre später als zu Lebzeiten der Heiligen Elisabeth; es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass es auch schon früher Träger dieses Namens in Sättelstädt gegeben hat.<ref name="Heuse"> Artur Heuse Ritter Waltmann von Sättelstätt der große Stecher und Hofier - Dichtung oder Wahrheit ? EP Report 2 - Heimatblätter des Eisenacher Landes, Marburg 1992, ISBN 3-924269-94-7. S. 96f </ref>

Literatur

  • Sylvia Weigelt (Hrsg.): Johannes Rothe – Thüringische Landeschronik und Eisenacher Chronik In: Deutsche Texte des Mittelalters. Band LXXXVII. ISBN 978-3-05-004406-4. S. 59–60
  • Paul Quensel: Thüringer Sagen. Jena 1926.
  • Heinrich Weigel: Der Sagenkreis der Hörselberge. quartus-Verlag 2001, S. 148–150, ISBN 3-931505-93-6
  • Artur Heuse: Ritter Waltmann von Sättelstätt der große Stecher und Hofier – Dichtung oder Wahrheit? In: EP Report 2 – Heimatblätter des Eisenacher Landes, Marburg 1992, ISBN 3-924269-94-7. S. 96f
  • Gustav Freytag: In den Schranken des Turniers. In: Bilder aus der deutschen Vergangenheit (4. Auflage 1863)

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks