Zum Inhalt springen

Riesentaschenratte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Riesentaschenratte
Datei:Orthogeomys grandis.jpg

Riesentaschenratte (Orthogeomys grandis)

Systematik
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Überfamilie: Taschennager (Geomyoidea)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Gattung: Orthogeomys
Art: Riesentaschenratte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Orthogeomys
Merriam, 1895
Wissenschaftlicher Name der Art
Orthogeomys grandis
(Thomas, 1893)

Die Riesentaschenratte (Orthogeomys grandis), auch Hamsterratte genannt, ist eine Art der Familie Taschenratten aus Mittelamerika.

Merkmale

Die Riesentaschenratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 10 bis 35 cm, eine Schwanzlänge von 4 bis 14 cm und eine Gesamtlänge von 14 bis 49 cm. Ihr Gewicht beträgt 300–900 Gramm. Damit gehört sie zu den größten Taschenratten.

Verbreitung und Lebensraum

Das Areal der Riesentaschenratte reicht von Jalisco in Mexiko über Guatemala und El Salvador bis zum nördlichen Teil von Honduras. Sie besiedelt bewaldete und landwirtschaftlich genutzte Gebiete von Meereshöhe bis zu einer Höhe von 2700 Metern.<ref>E. Vázquez, L. Emmons und T. McCarthy:[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Orthogeomys grandis], 2008 in der Roten Liste Version 2010.1; abgerufen am 15. März 2010</ref>

Lebensweise

Wie andere Taschenratten auch baut die Riesentaschenratte ein Höhlensystem mit ihren kräftigen, bekrallten Vorderfüßen. Sie frisst Wurzeln, Zwiebeln und andere unterirdische Pflanzenteile und kommt nachts auch an die Oberfläche, um Stängel und Triebe zu suchen, die sie in den mit Fell ausgekleideten Backentaschen zu ihrem Bau bringt. Die Tiere sind Einzelgänger und bilden nur zur Fortpflanzungszeit Gruppen aus einem Männchen und vier Weibchen. Zwei oder mehr Junge werden in einer mit Gras ausgekleideten Nistkammer im untersten Bereich des Baues geboren.

Systematik

Die Riesentaschenratte wurde 1893 durch den englischen Zoologen Oldfield Thomas erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Gattung Orthogeomys wurde 1895 durch den US-amerikanischen Zoologen Clinton Hart Merriam eingeführt.<ref name="Merriam" /> Im Laufe der Jahre wurden zehn weitere Arten in die Gattung gestellt, so dass Wilson & Reeder 2005 insgesamt elf Arten listen, von denen die meisten zur Untergattung Heterogeomys gehören.<ref name="Wilson&Reeder" /> Im Rahmen einer Revision der Gattung wurde sie 2016 auf die Riesentaschenratte beschränkt und die anderen Arten (nur noch sieben, da drei synonymisiert wurden) wurden der in den vollen Gattungsrang erhobenen Gattung Heterogeomys zugeordnet.<ref name="Spradling etal 2016" /><ref name="Demastes etal 2003" />

Gefährdung

Nach Angaben der IUCN ist die Riesentaschenratte ungefährdet.<ref name="IUCN" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Demastes etal 2003"> James W. Demastes, Andrea L. Butt, Mark S. Hafner, Jessica E. Light: Systematics of a Rare Species of Pocket Gopher, Pappogeomys alcorni. Journal of Mammalogy, Volume 84, Issue 2, Mai 2003, S. 753–761, doi:10.1644/1545-1542(2003)084<0753:SOARSO>2.0.CO;2</ref> <ref name="IUCN"> Orthogeomys grandis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2026. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref> <ref name="Merriam"> Clinton Hart Merriam (1895): Revision of the pocket gophers, family Geomyidæ, exclusive of the species of Thomomys. North American Fauna 8: 1–262. DOI: 10.3996/nafa.8.0001</ref> <ref name="Spradling etal 2016"> Theresa A. Spradling, James W. Demastes, David J. Hafner, Paige L. Milbach, Fernando A. Cervantes und Mark S. Hafner: Systematic revision of the pocket gopher genus Orthogeomys. Journal of Mammalogy 97 (2), 2016, S. 405–423, doi: 10.1093/jmammal/gyv185</ref> <ref name="Wilson&Reeder"></ref> </references>

Literatur

  • David Burnie (Hrsg.): Tiere. (Die große Bild-Enzyklopädie mit über 2000 Arten). Dorling Kindersley, München 2006, ISBN 3-8310-0956-2.