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Riesenameisenwürger

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Riesenameisenwürger
Datei:Giant Antshrike - Regua - Brazil S4E1867 (16200751224).jpg

Riesenameisenwürger (Batara cinerea)

Systematik
Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
Familie: Ameisenvögel (Thamnophilidae)
Unterfamilie: Thamnophilinae
Tribus: Thamnophilini
Gattung: Batara
Art: Riesenameisenwürger
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Batara
Lesson, 1831
Wissenschaftlicher Name der Art
Batara cinerea
(Vieillot, 1819)
Datei:Batara cinerea map.svg
Verbreitungskarte des Riesenameisenwürgers

Der Riesenameisenwürger (Batara cinerea), auch Riesen-Ameisenwürger, ist die größte Vogelart aus der Familie der Ameisenvögel. Er ist die einzige Art der Gattung Batara. Die Zugehörigkeit zur Familie der Ameisenvögel wird aufgrund morphologischer Beobachtungen an Riesenameisenwürgern vermutet, Übereinstimmungsuntersuchungen auf molekularer Ebene stehen noch aus.<ref name="IBC">Taxonomische Beschreibung in der Internet Bird Collection (englisch)</ref>

Beschreibung

Der Vogel ist circa 34 cm groß<ref>Eintrag auf WIKIAVES (portugiesisch)</ref> und wiegt bis zu 140 Gramm.<ref>Laura R. Prugh, Karen E. Hodges, Anthony R. E. Sinclair, Justin S. Brashares: Effect of habitat area and isolation on fragmented animal populations. PNAS 2008 105, S. 12 des Anhangs, 10. Dezember 2008 (englisch)</ref> Weibliche Vögel sind geringfügig leichter. Der Schnabel ist hakenartig gebogen. An den Scheiden des Oberschnabels befinden sich scharfe Hornzähne. Der Schwanz ist relativ lang. Die Flügeloberseiten, der Rücken und der Schwanz sind dunkelbraun-hellbraun quergestreift, der Körper ist graubraun. Die männlichen Riesenameisenwürger haben kronenförmig schwarze abstehende Federn auf dem Kopf. Die Oberseite des Kopfes bei weiblichen Vögeln ist eher haselnussbraun mit schwarzer Spitze.

Lebensweise und Lebensraum

Der Riesenameisenwürger kommt im nördlichen Argentinien, Bolivien, südöstlichen Brasilien und Paraguay vor. Im südöstlichen Brasilien findet man den Vogel im Regenwald bei Bambusgewächsen. In Richtung der Anden kommen Riesenameisenwürger bis auf eine Höhe von 2600 Meter ü. N.N. vor. Im Gran Chaco findet man sie im dichten Unterholz.

Der Riesenameisenwürger ernährt sich von Insekten, Schnecken und kleinen Wirbeltieren, denen er mit kurzen Flügen und Hüpfern auf dem Boden nachstellt. Zum Speiseplan gehören auch Eier und Jungtiere anderer Vogelarten.<ref>Joseph Forshaw (Herausgeber): Enzyklopädie der Vögel. Weltbild Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-1557-4. S. 162.</ref> Der Gesang besteht aus meist acht schnell hervorgestoßenen Flötentönen mit einem Auftakt.

Fortpflanzung

Die durchschnittliche Gelegegröße besteht beim Riesenameisenwürger aus 2,4 Eiern.<ref>Walter Jetz, Çağan Hakkı Şekercioğlu, Katrin Böhning-Gaese: The Worldwide Variation in Avian Clutch Size across Species and Space. Anhang S4 S. 42 (PDF, 575 kB; englisch), PLOS Biology 6 2008, doi:10.1371/journal.pbio.0060303</ref>

Unterarten

Es sind folgende Unterarten bekannt:<ref>IOC World bird list Antbirds</ref>

  • Batara c. argentina <templatestyles src="Person/styles.css" />Shipton, 1918<ref name="shipton106">Stewart Shipton (1918), S. 106</ref>

Diese Unterart kommt in Paraguay, hauptsächlich in den Departamentos Boquerón und Presidente Hayes vor, sowie im nordwestlichen Argentinien in den Provinzen Jujuy, Salta und im Norden der Provinz Tucumán. Die Gefiederfärbung bei der Unterart argentina ist ein wenig blasser als bei der Nominatform.<ref name="IBC" />

  • Batara c. excubitor <templatestyles src="Person/styles.css" />Bond & <templatestyles src="Person/styles.css" />Meyer de Schauensee, 1940<ref name="bond2">James Bond u. a. (1940), S. 2</ref>

Diese Unterart kommt in Bolivien, im Westen des Departamentos Santa Cruz vor. Die Gefiederfärbung bei der Unterart excubitor ist ein wenig blasser als diejenige der Unterart argentina.<ref name="IBC" />

  • Batara c. cinerea (<templatestyles src="Person/styles.css" />Vieillot, 1819)<ref name="vieillot200">Louis Pierre Vieillot (1819), S. 200</ref>

Die Nominatform ist im südöstlichen Brasilien und dem nordöstlichen Argentinien verbreitet.

Status

Der Bestand der Art gilt als nicht gefährdet (least concern), da ihr Verbreitungsgebiet mit 600.000 km² relativ groß ist. Durch das Abholzen des Regenwalds hat der Bestand jedoch eine abnehmende Tendenz.<ref>[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>

Riesenameisenwürger und der Mensch

Etymologie, Forschungsgeschichte und Name

Die Erstbeschreibung des Riesenameisenwürgers erfolgte 1819 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Tamnophilus cinereus. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.<ref name="vieillot200">Louis Pierre Vieillot (1819), S. 200</ref> 1831 führte René Primevère Lesson die neue Gattung Batara ein.<ref name="lesson347">René Primevère Lesson (1819), S. 347</ref> Der Begriff bedeutet in der Guaraní-Sprache mehrere kleine schwarze Vögel.<ref>Batara The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname »cinerea« leitet sich von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ab.<ref>cinerea The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname des wissenschaftlichen Namens, cinerea, ist die weibliche Wortform des lateinischen Wortes cinereus und bedeutet „aschgrau“. Diese Farbbezeichnung findet sich zum Beispiel unter anderem wieder bei der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), beim Graureiher (Ardea cinerea) und beim Terekwasserläufer (Xenus cinereus).

»Excubitor« bei der Unterart Batara c. excubitor hat seinen Ursprung in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref>excubitor The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> »Argentina« bei der Unterart Batara c. argentina bezieht sich auf das Land Argentinien.<ref name="shipton106"/> In Paraguay scheint die Art so selten zu sein, dass Alfred Laubmann sie in seinem Werk Die Vögel von Paraguay nicht erwähnte.

Im Verbreitungsgebiet lautet der spanische Name des Riesenameisenwürgers „Batará gigante“; der portugiesische Name lautet „Matracão“.

Briefmarke

Der Riesenameisenwürger findet sich auf einer Briefmarke zu 35 Lib$ aus Liberia aus dem Jahre 2000 aus der Serie Tropical birds of the world.<ref>Briefmarke mit dem Motiv Riesenameisenwürger auf birdtheme.org (englisch)</ref>

Quellen

Literatur

  • Peter H. Barthel, Christine Barthel, Einhard Bezzel, Pascal Eckhoff, Renate van den Elzen, Christoph Hinkelmann, Frank Dieter Steinheimer: Die Vögel der Erde – Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. Auflage. Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, Radolfzell 2002 (do-g.de [PDF]).
  • James Bond, Rodolphe Meyer de Schauensee: Descriptions of new birds from Bolivia. Part III. – Mesomydi [Mesomyodi]. In: Notulae Naturae. Nr. 44, 5. April 1940, S. 1–4 (google.de).
  • René Primevère Lesson: Traité d’ornithologie, ou, Tableau méthodique des ordres, sous-ordres, familles, tribus, genres, sous-genres et races d’oiseaux: ouvrage entièrement neuf, formant le catalogue le plus complet des espèces réunies dans les collections publiques de la France. 1 (Lieferung 5). F.G. Levrault, Paris 1831 (biodiversitylibrary.org).
  • Stewart Shipton: Sobre una nueva subespecies de »Batara cinerea« (Vieill.) del NW. de la Argentinia. In: Physis - Revista de la Sociedad Argentina de Ciencas Naturales. Nr. 4, 1918, S. 106–107 (biodiversitylibrary.org).
  • Louis Pierre Vieillot: Nouveau dictionnaire d'histoire naturelle, appliquée aux arts, à l'agriculture, à l'économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Par une société de naturalistes et d'agriculteurs. Band 35. Deterville, Paris 1819 (biodiversitylibrary.org).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Riesenameisenwürger (Batara cinerea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien