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Riesen-Schachtelhalm

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Riesen-Schachtelhalm
Datei:Equisetum telmateia-01-Kaernten-2008-Thomas Huntke.jpg

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)

Systematik
Farne
Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
Art: Riesen-Schachtelhalm
Wissenschaftlicher Name
Equisetum telmateia
Ehrh.

Der Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schachtelhalme (Equisetum) innerhalb der Familie Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und die größte in Mitteleuropa heimische Schachtelhalm-Art.<ref name="Duell2005" />

Beschreibung

Datei:Equisetum telmateja — Flora Batava — Volume v10.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 10
Datei:Equisetum telmateia subsp. telmateia kz01.jpg
Equisetum telmateia subsp. telmateia: Blattscheide mit Astquirl
Datei:Equisetum telmateia subsp. telmateia sl72.jpg
Equisetum telmateia subsp. telmateia: Längsschnitt durch Sporangienähre
Datei:Equisetum braunii, San Jose, California 3.jpg
Equisetum telmateia subsp. braunii

Der Riesen-Schachtelhalm wächst als ausdauernde krautige Pflanze.<ref name="Dostál1984" /> Die grünen Sommertriebe mit weißlichen (elfenbeinfarbenen) und 1 bis 2 Zentimeter dicken Stängeln erreichen Wuchshöhen von 40 bis 150, selten bis zu 200 Zentimetern. Die in Quirlen stehenden Seitenäste sind unverzweigt. Da sich abgestorbene Pflanzenteile sehr langsam zersetzen, liegen die Reste der Vorjahrstriebe meist unter den neuen Beständen. Die abgestorbenen Stängel behalten lange ihre weißliche Farbe, werden aber später schokoladebraun und unter Wasser schwarz.<ref name="Dostál1984" /> Die Stängelscheiden sind zylindrisch und liegen dem Stängel an; sie sind 20 bis 30 Millimeter lang und haben 20 bis 40 dunkelbraune Zähne, die so lang sind wie die Scheidenröhre.<ref name="Dostál1984" /> Die Seitenäste sind grün, von kleinen Zähnchen rau, vier- bis fünfrippig und 8- bis 10-kantig.<ref name="Dostál1984" />

Die astlosen fertilen Sprosse, an deren Ende eine sporentragende Ähre sitzt, sind von bräunlicher Farbe und erscheinen Ende April bis Anfang Mai und sind mit 20 bis 40 (selten bis 50) Zentimetern viel kleiner als die später wachsenden Sommertriebe. Sie sind astlos und haben etwa 12 bis 45 Millimeter lange, unten hellbraune, oben dunkelbraune Scheiden mit 20 bis 35 lanzettlich-pfriemlichen, grannig bespitzten dunkelbraunen Zähnen.<ref name="Dostál1984" /> Der Sporophyllstand ist 4 bis 9 Zentimeter hoch und bis 2 Zentimeter dick.<ref name="Dostál1984" /> Nach der Sporenreife stirbt der fertile Spross ab.<ref name="Dostál1984" /> Die Sporenreife ist Juni bis August.<ref name="Dostál1984" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 216.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Riesen-Schachtelhalms umfasst Europa (mit Ausnahme von Nord- und Nordosteuropa), Vorderasien, Nordafrika und große Teile des westlichen Nordamerika. In Europa kommt er in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Island, Norwegen, Finnland, Estland, Belarus. Im europäischen Russland kommt er nur im Kaukasusraum vor.<ref name="Euro+Med" />

Er wächst vor allem auf kalkhaltigen Böden sickernasser Quellfluren im Halbschatten von Laub- und lichten Nadelwäldern. In Österreich tritt diese Pflanzenart mindestens seit einem Jahrzehnt auch selten in Maisäckern auf.<ref name="EFÖLS" /> In den Allgäuer Alpen steigt er an den Gauchenwänden zwischen Balderschwang und Rohrmoos in Bayern bis in eine Höhenlage von 1300 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> Bei Mürren im Berner Oberland erreicht er 1530 Meter.<ref name="Dostál1984" />

Der Riesen-Schachtelhalm ist pflanzensoziologisch in Mitteleuropa eine Charakterart des Equiseto-Fraxinetum, seltener kommt er auch in Gesellschaften der Verbände Caricion davallianae oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Equisetum telmateia erfolgte 1783 durch Jakob Friedrich Ehrhart in Hannoverisches Magazin, Band 18, S. 287. Das Artepitheton leitet sich vom griechischen Wort telematiaios für „im Sumpf lebend“ (zu telma für „Sumpf, Pfütze, Morast“) ab.<ref name="Genaust2013" /> Ein Synonym von Equisetum telmateia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. ist Equisetum maximum <templatestyles src="Person/styles.css" />Duval-Jouv. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.<ref name="Dostál1984" />

Je nach Autor gibt es zwei Unterarten:<ref name="GRIN" />

  • Equisetum telmateia subsp. braunii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Milde) Hauke: Sie kommt im westlichen Nordamerika von British Columbia über Washington, Oregon bis Kalifornien vor.<ref name="GRIN" />
  • Equisetum telmateia subsp. telmateia: Sie kommt in Europa, in Westasien, im Kaukasusraum, in Makaronesien und in Nordafrika vor.<ref name="GRIN" />

Bilder

Quellen

Literatur

  • Bernhard Marbach, Christian Kainz: BLV Naturführer Moose, Farne und Flechten. blv, München 2002, ISBN 3-405-16323-4.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="EFÖLS"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Duell2005"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 106. </ref> <ref name="Genaust2013"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Springer-Verlag, Basel 2013, ISBN 978-3-7643-2390-5, S. 360. </ref> <ref name="Euro+Med">Maarten J. M. Christenhusz & E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Equisetum telmateia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Dostál1984">Josef Dostál: Equisetum. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. Seite 72–74.</ref> <ref name="InfoFlora">Pastinaca sativa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks