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René Magritte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Rene Magritte by Wolleh.jpg
René Magritte, fotografiert von Lothar Wolleh
Datei:Magritte, Rene 1898-1967 Signature.jpg

René François Ghislain Magritte (* 21. November 1898 in Lessines; † 15. August 1967 in Brüssel) war ein belgischer Maler des Surrealismus. Eines seiner bekanntesten Bilder ist La trahison des images (Ceci n’est pas une pipe).

Datei:René Magritte in 1961.jpg
Portrait des Surrealisten René Magritte (18. Oktober 1961) vor dem Gemälde "La perspective amoureuse" aus dem Jahr 1935

Leben

René Magritte kam 1898 in der wallonischen Provinz Hennegau als erstgeborener Sohn des Schneiders Leopold Magritte und der Hutmacherin Régina Bertinchamp zur Welt. Er hatte zwei Brüder, Raymond, der 1900 und Paul, der 1902 geboren wurde. 1910 zog die Familie nach Châtelet, wo René Magritte im Alter von zwölf Jahren mit dem Malen und Zeichnen begann. Seine Mutter beging 1912 aus unbekannten Gründen Suizid, indem sie sich in der Sambre ertränkte. Für den jungen Magritte, der zugegen war, als man sie aus dem Wasser zog, war dies ein traumatisches Ereignis. Daraufhin zog der Vater mit den drei Söhnen nach Charleroi, einer Industriestadt. Dort besuchte René Magritte das Gymnasium, und er flüchtete sich in die Welt der Fantômas-Romane sowie der Literatur von Robert Louis Stevenson, Edgar Allan Poe, Maurice Leblanc und Gaston Leroux.

Erste Begegnungen mit der Malerei machte Magritte auf dem 'Alten Friedhof' von Soignies, wie er später beschrieb:

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1913 lernte er Georgette Berger (1901–1986) kennen, die sein Modell wurde. Zu dieser Zeit entstanden auch seine ersten Arbeiten, deren Stil impressionistisch geprägt war. Magritte studierte von 1916 bis 1918 an der Brüsseler Akademie der schönen Künste. Während seines Studiums schuf er kubistisch-futuristisch angehauchte Arbeiten, die teils denen der „Kölner Progressiven“ zum Verwechseln ähnlich sehen. 1920 traf er Berger zufällig im Brüsseler Botanischen Garten wieder. Er heiratete sie 1922 und verdiente den Lebensunterhalt als Musterzeichner in einer Tapetenfabrik<ref name="KNW1">Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000, S. 571.</ref> und ab 1923 als Plakat- und Werbezeichner. Im selben Jahr verkaufte er sein erstes Bild, ein Porträt der Sängerin Evelyne Brélia.

Den späteren Kunsthändler und Künstler E. L. T. Mesens hatte Magritte 1920 als Klavierlehrer seines Bruders Paul kennengelernt. Mesens führte ihn in die dadaistische Bewegung ein, und 1925 wurde Magritte Mitarbeiter der Zeitschrift Œsophage, im folgenden Jahr von Marie.<ref name="museum"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20131017151123

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  }}, musee-magritte-museum.be, abgerufen am 18. April 2013.</ref> Magritte beschloss, „die Gegenstände nur noch mit ihren augenfälligen Details zu malen“. Ab 1926 war es ihm durch feste Verträge mit der Brüsseler Galerie Le Centaure möglich, sich ausschließlich auf die künstlerische Produktion zu konzentrieren. Mit Der verlorene Jockey entstand in diesem Jahr sein erstes surrealistisches Bild.<ref name="KNW1" /> 

1927 hatte er in der Galerie mit vorwiegend abstrakten Bildern seine erste Einzelausstellung. Schlüsselbilder seiner geheimnisvollen „Schwarzen Periode“ sind jene mit großen schwarzen Männergestalten. Der Mann vom Meer oder Die Diebin aus dem Jahr 1927 gehören zu den Werken, deren Inspiration der Filmheld Fantomas zugrunde liegt. Im selben Jahr zog er nach Le-Perreux-sur-Marne bei Paris, wo er bis 1930 lebte. In Paris empfing er von den französischen Surrealisten reiche Anregungen, wobei ihn vor allem die metaphysischen Bilder Giorgio de Chiricos beeindruckten. Als Werk, das einen besonderen Eindruck bei Magritte hinterließ, wird häufig Chiricos Lied der Liebe genannt.

Datei:BRX-MuseeMagritte.7.JPG
Wohnhaus Magrittes in der Rue Esseghem in Brüssel, in dem er von 1930 bis 1954 das Erdgeschoss bewohnte
Datei:Evere-Cimetière de Schaerbeek-Tombe de René Magritte-01.JPG
Grabstein für René Magritte und Georgette Berger

Ab 1930 lebte Magritte wieder in Brüssel, als Mittelpunkt eines kulturinteressierten Freundeskreises. 1932, nach der Schließung der Galerie Le Centaure, wurde E. L. T. Mesens sein Kunsthändler.<ref name="museum" /> Er freundete sich mit André Breton, Paul Éluard, Joan Miró, Hans Arp und später auch mit Salvador Dalí an. Er war mit einigen Werken in der Exposition Internationale du Surréalisme vertreten, die 1938 in der Galerie Beaux-Arts in Paris stattfand. Freundschaftlich verbunden war er auch mit dem Drehbuchautor Claude Spaak, dessen Ehefrau Suzanne Spaak von ihm porträtiert wurde. 1946 schloss er einen Vertrag mit dem Galeristen Alexander Iolas ab, der sein Werk in den USA förderte und ihn motivierte, sich auch mit Bildhauerei zu beschäftigen. 1947 hatte Magritte seine erste Ausstellung in New York City.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20120425090731

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Von 1929 bis 1966 war er als Redakteur mehrerer Zeitschriften und Zeitungen tätig, er drehte mehrere Kurzfilme, orientierte sich nochmals an den Impressionisten, trat mehrmals in die Kommunistische Partei Belgiens ein und auch wieder aus und hielt Vorträge über seine Arbeiten. Ab den sechziger Jahren übten Magrittes Malerei und Denken einen wichtigen Einfluss auf Strömungen wie die Pop Art und die Konzeptkunst aus. 1956 gewann er den Guggenheim-Preis für Belgien. 1959 war Magritte Teilnehmer der documenta II in Kassel.

1967 wurde ihm vorgeschlagen, mehrere seiner Gemälde als Skulpturen ausführen zu lassen. Er zeichnete die Entwürfe, machte die Gussformen und signierte die Modelle. Kurz darauf starb er im August 1967 in seiner Wohnung in Brüssel unerwartet an Krebs. Er wurde auf dem Friedhof Schaerbeek beigesetzt.<ref>{{#if:4496 |{{#invoke:WLink|getArticleBase}} |{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}} in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum{{#if:2022-11-24|.}}{{#if:{{#if: 4496 | {{#if: 2022-11-24 | | 1 }} }}|{{#ifeq:4496|{{#property:p535}}|Vorlage:Findagrave/Wartung/Gleiche Kenner im Quelltext und in Wikidata|{{#ifeq:{{#invoke:Str|len|{{#property:p535}}}}|0|Vorlage:Findagrave/Wartung/Wikidatakennung nicht gesetzt|Vorlage:Findagrave/Wartung/Verschiedene Kenner im Quelltext und in Wikidata}}}}}}{{#if:{{#if: | {{#if: 2022-11-24 | | 1 }} }}|Vorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2}}{{#if:2022-11-24|{{#iferror:{{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|Vorlage:Findagrave/Wartung/Falsches Datumsformat| }}|{{#ifeq:{{#invoke:WLink|getArticleBase}}|{{#invoke:Wikidata|labelOf}}||Vorlage:Findagrave/Wartung/Name ungleich Wikidata-Bezeichnung}}}}</ref> Sein letztes Bild blieb bis zum Tod seiner Frau 1986 unvollendet auf der Staffelei stehen.

Sein ehemaliges Wohnhaus in der Rue Esseghem Nr. 135 in Jette beherbergt seit 1999 das René Magritte Museum. Es enthält neben einigen Kunstwerken die nahezu vollständige Originaleinrichtung. Seit 2009 widmet sich zudem im Brüsseler Stadtzentrum das Magritte Museum als Teil der Königlichen Museen der Schönen Künste dem Werk und Leben des Künstlers. In diesem Museum findet sich die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken Magrittes.

Künstlerisches Schaffen

Magritte gilt neben Paul Delvaux, dessen Werke einen ähnlichen Stil haben, als wichtigster Vertreter des belgischen Surrealismus. André Breton meinte dazu:

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Die Hauptaufgabe des Surrealismus war es, herkömmliche Erfahrungs-, Denk- und Sehgewohnheiten zu erschüttern und Wirklichkeit mit Traum zu vermischen. Dies gelang Magritte, indem er zwar naturalistische Darstellungen von Gegenständen malte, aber diese durch deren ungewöhnliche Zusammenstellung fremd machte. Eines seiner berühmtesten Bilder ist La trahison des images (Ceci n’est pas une pipe) („Der Verrat der Bilder (Dies ist keine Pfeife)“), von dem es Versionen aus verschiedenen Jahren gibt. Magritte äußerte sich so dazu:

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}} Magritte benutzte immer wiederkehrende Objekte wie zum Beispiel den Apfel, die Pfeife, den Bowler, den Vorhang, die Taube, den blauen Himmel mit weißen Wolken, die Eisenschellen, das Ei, den Löwen, den Fesselballon oder Menschen mit einem Tuch vor dem Gesicht. Meist bezogen sich diese Werke auf Kindheitserinnerungen wie den Fesselballon, der auf dem Elternhaus abstürzte, oder die tot aufgefundene Mutter mit einem Nachthemd über dem Kopf. Er setzte verblüffende Gegensätze in seinen Bildern ein. Zum Beispiel in der Reihe des Bilds L’Empire des lumières (Das Reich der Lichter), in dem die Häuser im Dunkeln liegen, es am Firmament aber heller Tag ist.

Datei:Liebenau - Die Beschaffenheit des Menschen (René Magritte 1933).jpg
Die Beschaffenheit des Menschen, 1933 (Kopie am Schulgebäude in Liebenau, Oberösterreich)

René Magrittes künstlerisches Schaffen war darauf gerichtet, die Wirklichkeit zu verdeutlichen (zum Beispiel: Dies ist kein Apfel, 1964; Der Verrat der Bilder, 1928/1929) und herauszustellen, dass das Bild eben nur ein Bild ist und man selbst den schönsten gemalten Apfel nicht essen kann und die klar und deutlich gemalte Pfeife weder stopfen noch rauchen kann. Auf der anderen Seite seines Schaffens war Magritte darauf bedacht, dem Alltäglichen und Vertrauten etwas Unerwartetes zu geben. In Die verbotene Reproduktion (Portrait Edward James), 1937; Wahlverwandtschaft, 1933 oder Die gefährliche Beziehung, 1927 werden Dinge dargestellt, die dem Betrachter und seiner vielfach gemachten Erfahrung widersprechen.

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Werke (Auswahl)

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Ausstellungen (Auswahl)

Film

In dem 1978 produzierten Filmporträt Monsieur René Magritte zeichnet der französische Filmemacher Adrian Maben das Leben des Künstlers anhand von Kindheitserinnerungen, Bildern und alten Filmaufnahmen des Künstlers nach.<ref>Vorlage:IMDb</ref> DVD bei Arthaus, 2009, ISBN 978-3-939873-18-1.

Sonstiges

Datei:BEL-500f-anv.jpg
500-Franc-Note der Nationale Bank van België, in Umlauf 1994–2001
  • Zu Ehren René Magrittes schrieb der US-amerikanische Musiker Paul Simon 1982 einen Song, der den Titel eines von Magrittes Werken trägt: René And Georgette Magritte With Their Dog After The War.
  • Der in Wien spielende 360. Tatort aus dem Jahr 1997 hat als Täter einen Mag. Ritte (gespielt von Udo Samel) zum Thema und thematisiert Künstler und Werk.
  • In dem mehrere Kunstraube thematisierenden Kriminalfilm Die Thomas Crown Affäre (1999) taucht Magrittes Werk Der Sohn des Mannes mehrfach an prominenter Stelle auf.
  • Zu bekannten Sammlern von Gemälden Magrittes gehörten etwa der Jazzsänger George Melly aus Liverpool<ref>Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute. Hrsg. mit einer Einleitung von Paul Muldoon. Aus dem Englischen übersetzt von Conny Lösche. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77650-2, S. 687.</ref> und der Fotograf Gunter Sachs.
  • ...Der Künstler beim Zeichnen des Portraits malt mich / Mit abfälligem Antlitz, René Magritte... Der Rapper Kollegah setzte im Video zum Track Lorbeerkranz mehrfach eine Hommage an Magritte und sein Selbstporträt Der Sohn des Mannes.
  • Am 19. November 2024 wurde in New York vom Auktionshaus Christie’s das Gemälde L’Empire des lumières für 121 Millionen US-Dollar versteigert, was einen neuen Auktionsrekord für ein Werk von Magritte markiert.<ref>Rekorderlös für Magritte. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. November 2024, abgerufen am 22. November 2024.</ref>

Publikationen

  • André Blavier (Hrsg.): René Magritte. Sämtliche Schriften. Ullstein, Frankfurt am Main 1985.

Literatur

  • Alex Danchev: Magritte: A Life. Profile, London 2021, ISBN 978-1-78125-077-8.
  • Didier Ottinger (Hrsg.): Magritte. Der Verrat der Bilder. Ausstellungskatalog. Prestel, München 2017, ISBN 978-3-7913-5597-9.
  • Patricia Allmer, Iker Spozio (Illustrationen): Gestatten Magritte. Aus dem Englischen von Saskia Bontjes van Beek. Parthas, Berlin 2016, ISBN 978-3-86964-114-0.
  • Susanne Biber: Mysterium der Wirklichkeit bei René Magritte (= Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte. Band 130). Imhof, Petersberg 2015.
  • Magritte: das Pop-up-Buch. Jacoby & Stuart, Berlin 2010, ISBN 978-3-941787-04-9.
  • Siegfried Gohr: Magritte. Das Unmögliche versuchen. DuMont, Köln 2009, ISBN 978-3-8321-9151-1.
  • David Sylvester: Magritte. Aus dem Englischen von Maria Paukert u. a. Parkland, Köln 2009, ISBN 978-3-89340-081-2.
  • Karl-Heinz Hense: Mit den Augen denken – Die phantastischen Welten des René Magritte. In: Mut – Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 444. Asendorf August 2004, S. 72–76.
  • Jacques Roisin: Ceci n’est pas une biographie de Magritte. Alice Editions, Brüssel 1998, ISBN 2-930182-05-9.
  • Uwe M. Schneede: René Magritte (= DuMont Taschenbücher. Nr. 4). 6., überarb. Auflage. DuMont, Köln 1984, ISBN 3-7701-0711-X.
  • Michel Foucault: Dies ist keine Pfeife. [1973]. Aus dem Französischen von Walter Seitter. Hanser, München 1997, ISBN 3-446-18904-1.

Weblinks

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Einzelnachweise

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