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Reichental (Gernsbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Reichental
Stadt Gernsbach
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(676)&title=Reichental 48° 44′ N, 8° 23′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(676) 48° 43′ 44″ N, 8° 23′ 26″ O
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Höhe: 384 m
Fläche: 47,2 km²
Einwohner: 676 (31. Dez. 2023)<ref>Gernsbach in Zahlen, Stadt Gernsbach, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 76593
Vorwahl: 07224
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Reichental ist ein Stadtteil von Gernsbach im Landkreis Rastatt, Baden-Württemberg.

Geographie

Der Schwarzwaldort liegt unterhalb des 988 m hohen Hohloh im Tal des Reichenbachs, eines Zuflusses der Murg, in das hier mehrere Seitentäler einmünden. Die den Ort durchquerende Landesstraße 76b führt von Gernsbach-Hilpertsau, nach einem ab dem Reichentaler Ortsausgang sehr steilen und kurvenreichen Anstieg, über Kaltenbronn ins Enztal nach Enzklösterle und Bad Wildbad. Landschaftlich prägend sind, neben den umgebenden Wäldern, terrassenartig ausgebaute Wiesen und Felder an den aus Forbachgranit gebildeten Abhängen rund ums Dorf sowie steil ansteigende Wiesentäler.

Geschichte

Reichental wurde 1339/40 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Hauptlebensgrundlage des Dorfs waren in der Vergangenheit die großen Waldflächen. Ein Feuer vernichtete am Palmsonntag 1622 die meisten Häuser und die Mahlmühle des Dorfs. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts konnte sich Reichental davon erholen.<ref>Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 122 ff.</ref>

Am 1. Januar 1975 wurde Reichental nach Gernsbach eingemeindet.<ref></ref> Im Juli 2015 feierte der Stadtteil 675-jähriges Jubiläum.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />675 Jahre Reichental. Offizielle Internetpräsenz des Dorffestes (Memento vom 9. Januar 2016 im Internet Archive)</ref>

Politik

Der Ortschaftsrat Reichental ist neben dem Gemeinderat ein eigenständiges Gremium. Er hat ein Vorschlagsrecht in allen Angelegenheiten, die den Stadtteil Reichental betreffen. Vorsitzender des Gremiums ist der Ortsvorsteher, Guido Wieland, BvR + SPD.

Wappen

In gespaltenem Schild vorne in Gold der lateinische schwarze Großbuchstabe R, hinten in Silber auf grünem Boden eine grüne Tanne mit schwarzem Stamm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Fachwerkdorf Reichental, Gernsbach (3).jpg
Fachwerkhäuser in Reichental
Datei:Freibad Reichental - panoramio.jpg
Das Reichentaler Schwimmbad in einem Heuhüttental
Datei:Skulptur in Reichental, von Bildhauer Peter Valentin.jpg
Christus-Skulptur, Teil der Ölberggruppe von Peter Valentin aus dem Jahr 1923 am Ortseingang<ref>Clemens Kieser, Karlfriedrich Ohr, Wolfgang Stopfel, Martin Walter: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S. 223.</ref>

Der Ortskern mit zahlreichen Fachwerkhäusern ist in die von Terrassenstufen und Kleinparzellen geprägte Kulturlandschaft eingebettet. Er wird als eines der am besten überlieferten Dörfer im nördlichen Schwarzwald in der Liste der regional bedeutsamen Kulturdenkmale des Verbands Region Karlsruhe verzeichnet.<ref>Regional bedeutsame Kulturdenkmale. (PDF; 472 kB) Unterlagen zum Landschaftsrahmenplan 2019. Landesamt für Denkmalpflege, Regionalverband Mittlerer Oberrhein, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref>

Eine kulturgeschichtliche Besonderheit und im gesamten Schwarzwald nur im Bereich des mittleren Murgtals im Umfeld von Gernsbach bis Forbach zu finden, sind die gerade auch für Reichental typischen sogenannten „Heuhüttentäler“. Aufgrund der beengten Tallage musste das Heu für die Winterfütterung auf den Wiesenflächen weiter oben gelagert werden. Erstmals erwähnt wurden diese Hütten in einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1683. Der Überlieferung nach brachten Tiroler Holzhauer die sonst nur im alpinen Raum zu findende Bauweise mit, als sie sich, insbesondere nach den starken Bevölkerungsverlusten im Dreißigjährigen Krieg, im Murgtal ansiedelten.<ref>Angelika Schwabe-Braun: Die Heustadel-Wiesen in nordbadischen Murgtal - Geschichte, Vegetation, Artenschutz. Sonderdruck aus Veröffentlichungen für Naturschutz und Landespflege in Baden-Württemberg. Band 55/65 (1982), Karlsruhe 1983, ISBN 3-88251-072-0, S. 175.</ref>

Die auf einer Anhöhe gelegene neugotische Kirche St. Mauritius überragt das Dorf. Sie wurde 1897–1898 nach Plänen von Johannes Schroth errichtet und im Jahr 1900 durch Friedrich Justus Knecht geweiht.<ref name="reichental">Kirche „St. Mauritius Reichental“. kath-gernsbach.de, abgerufen am 27. Juni 2016.</ref> Den Hochaltar und den Marien-Seitenaltar der Mauritiuskirche schuf 1901 Franz Joseph Simmler, die fehlenden beiden Flügel fertigte 1907 die Kunstwerkstätte Gebrüder Moroder.<ref>Werner Scheurer: Die Altäre der Offenburger Altarbauer Moroder. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 147–182, hier: S. 175.</ref>

Im ehemaligen Dorfsägewerk ist das Waldmuseum eingerichtet, das über die Geschichte des Waldes und dessen Bewirtschaftung informiert.<ref>Waldmuseum Reichental. Stadt Gernsbach, abgerufen am 9. Mai 2019.</ref>

Reichental ist auf Grund der malerischen Lage, der Dorfarchitektur mit vielen Fachwerkhäusern und der Nähe zum Produktionsstandort Baden-Baden ein Drehort von Fernsehserien und Filmen wie Die Fallers, Die indische Ärztin (1994–1996, mit Rosel Zech) und Nachtwald (2020/2021).

Durch Reichental verlaufen die Wanderwege Gernsbacher Runde und Murgleiter. Von Reichental führt der Kunstweg am Reichenbach nach Hilpertsau. Über Kaltenbronn und den Hohloh verlaufen die Fernwanderwege Westweg und Mittelweg.

Literatur

  • Friedbert Zapf: 1340–2015 – Reichental – Geschichten eines Dorfs im Wandel. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2015.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 79–152, insbes. 122–125.

Weblinks

Commons: Reichental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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