Regius Professor of Physic (Cambridge)
Der Regius Professorship of Physic ist eine Regius Professur für Medizin und eine der ältesten Professuren an der Universität Cambridge. Die Bezeichnung Physic ist ein veraltetes englisches Wort für Medizin. Die Professur wurde 1540 wie die Regius Professuren für Hebräisch, Theologie, Griechisch und Jura durch Heinrich VIII. (England) eingerichtet und der Inhaber werden vom amtierenden britischen Monarchen durch ein Letters Patent ernannt.<ref name="CAM01" /><ref name="Cullum1804" />
Heinrich stiftete gleichzeitig einen ebensolchen Satz an Professuren für die University of Oxford. Die dortige Professur wurde inzwischen umbenannt in Regius Professor of Medicine. 1741 stiftete Georg II. eine weitere Professur an der Universität Dublin, den Regius Chair of Physic. Darüber hinaus bestehen an verschiedenen Universitäten weitere Regius Professuren für Medizin, darunter die älteste Regius Professur, der 1497 durch Jakob IV. gestiftete Regius Chair of Medicine an der University of Aberdeen. Keine dieser Professuren wurde aber als Chair of Physic bezeichnet.
Geschichte der Professur
Nach der Lossagung von der Kirche in Rom bemühte sich Heinrich VIII. darum, die Abhängigkeit von Rom zu reduzieren. Ein Mittel waren die Professuren an den wichtigsten Universitäten des Landes, die in Gebieten besonderen Interesses vergeben wurden. Die Bezahlung aus der königlichen Kasse machte die Positionen anfällig für Nepotismus und eine lange Zeit waren diese Professuren tatsächlich mehr Sinekuren als Zentren wissenschaftlicher Arbeit. Trotzdem gab es auch einige hervorragende Mediziner auf dem Lehrstuhl, der andererseits häufig den Namen „Lehrstuhl“ nicht verdiente.
Bei der Gründung des Lehrstuhls repräsentierte dieser die gesamte medizinische Abteilung der Universität.<ref name="Rook" /> Das änderte sich erst 1707, als der Lehrstuhl für Anatomie gegründet wurde.<ref name="Rook" /> Die 1524 am St. John’s College gegründete Linacre-Professur (nach Thomas Linacre (1460–1524)) hatte kaum Bedeutung für die Lehre der Medizin.<ref name="Rook" /> Die Regius Professoren der damaligen Zeit waren häufig außerhalb von Cambridge tätig und verrichteten ihre Arbeit nicht an der Universität.<ref name="Rook" /> Der erste Professor für Anatomie, der 1707 ernannte George Rolfe, wurde 1728 wegen häufiger Abwesenheit seines Amtes enthoben.<ref name="Rook" /> Andererseits sollte man wegen der fehlenden Vorlesungen nicht vermuten, dass es keine Ausbildung gab.<ref name="Rook" /> Diese lag eher in der praktischen Arbeit in den verschiedenen Colleges der Universität, bei Tutoren und in der praktischen Arbeit, ohne die einige der hervorragenden Ärzte nicht erklärbar wären, als die sich einige herausstellten.<ref name="Rook" /> Aber die Universität selbst war nicht Ort der Lehre.<ref name="Rook" /> Zwischen 1660 und 1760 konnte ein Student eine medizinische Ausbildung auf hohem Niveau erreichen.<ref name="Rook" /> Ab 1730 erforderte eine solche Ausbildung in Cambridge aber erhebliche Eigeninitiative des Studenten.<ref name="Rook" /> Cambridge und Oxford gingen für rund ein Jahrhundert in eine Periode des Niedergangs.<ref name="Rook" /> Der Stand der Ausbildung war so schlecht, dass Studenten Cambridge verlassen mussten, um Medizin zu erlernen.<ref name="BrookeEtAl1988" /> Cambridge verlieh seine begehrten Doktortitel auf der Basis von persönlichen Beurteilungen.<ref name="BrookeEtAl1988" />
Um 1800 begann sich dieser Zustand langsam zu wandeln.<ref name="BrookeEtAl1988" /> John Haviland, Professor von 1817 bis 1851, legte als Professor für Anatomie größten Wert auf wissenschaftlich fundierte Arbeit.<ref name="DnBHaviland" /> In dieser Funktion hatte er zum ersten Mal in der Geschichte Cambridges regelmäßige Vorlesungen in Anatomie gehalten.<ref name="BrookeEtAl1988" /> Als er 1817 den Lehrstuhl der Anatomie gegen den des Regius Professors tauschte, führte er regelmäßige Vorlesungen in Pathologie und Praxis der Medizin ein.<ref name="DnBHaviland" /> Die von ihm eingeführte Prüfungsordnung machte ein Ende mit den zuvor verwendeten Beurteilungen, die nur allzu oft nicht auf Fakten beruhten. Und wo Mindestleistungen gefordert wurden, da konnte sich Leistung durchsetzen. Die Qualität der Ausbildung und der Ausgebildeten stieg.
Haviland folgte Henry John Hayles Bond nach und seiner Amtszeit verdankt die Universität einen Teil ihres guten Rufs.<ref name="MunksBond" /> Er verabscheute Zeremoniell und legte allerhöchsten Wert auf sparsame Sachlichkeit, mit welcher er auch den Lehrstoff auf dem damals aktuellsten Niveau anbot.<ref name="MunksBond" /> Wie sein Vorgänger hielt er Leistung für das allein ausschlaggebende Kriterium bei der Titelvergabe.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert übernahm Großbritannien die wissenschaftliche Führungsrolle von den deutschen Medizinern.<ref name="BrookeEtAl1988" /> Im Zentrum der Entwicklung in Cambridge stand George Edward Paget, der häufig an der Seite von Michael Foster auf eine Stärkung der medizinischen Fakultät hinarbeitete.<ref name="BrookeEtAl1988" /> Um Paget und Foster versammelten sich Wissenschaftler, die schlussendlich die School of Medicine begründeten.<ref name="BrookeEtAl1988" /> Von einer kleinen Fakultät in 1870 entwickelte sich Cambridge bis 1884 zur zweitgrößten in Großbritannien.<ref name="BrookeEtAl1988" />
Auf Paget folgte Thomas Clifford Allbutt, der sich entgegen der Widerstände der lokalen Mediziner mit organisatorischen und technischen Innovationen Weltruhm erarbeitete. Hatte Paget noch die Visite zum Lehrstoff gemacht, brachte Allbutt robuste Fieberthermometer ans Krankenbett und in die Diagnostik ein.<ref name="Whitby1946" />
Heute ist der Inhaber der Professur auch der Leiter der medizinischen Fakultät (School of Medicine) und Direktor der Cambridge University Health Partners, der Universitätsklinik.<ref name="CAM01" />
Liste der Regius Professors of Physic
| Name | Vorlage:KopfZelle Namenszusatz | von | bis | Vorlage:KopfZelle Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 128/129" /> | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Blyth war seit 1520 an der Universität, erlangte 1528 seinen M.A. und reiste längere Zeit in Europa, bis ihm 1533 an der Universität Ferrara ein Doktortitel in Medizin verliehen wurde.<ref name="Rolleston1932" details="S. 128/129" /> Dieser wurde wohl bei seiner Ernennung begrüßt, viel wichtiger aber schien seine Ehe mit Alice gewesen zu sein, der Schwester von Sir John Cheke, dem ersten Regius Professor of Greek in Cambridge.<ref name="Rolleston1932" details="S. 128/129" /> Zwar wurde er 1540 auf den Stuhl berufen, aber seine Ernennung bezeichnet ihn als Reader of Medicine, nicht als Professor.<ref name="Rolleston1932" details="S. 128/129" /> Am 11. Mai 1554 wurde er schließlich mit Letters Patent die Regius-Professur zugesprochen, aber er gab den Lehrstuhl noch im gleichen Jahr auf.<ref name="Rolleston1932" details="S. 128/129" /> | |
| <ref name="DnBHatcherT" /><ref name="CAM02" /> | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Hatcher war Vater des Privatgelehrten und Schriftstellers Thomas Hatcher (verstorben 1583).<ref name="DnBHatcherT" /> Hatchers Tochter heiratete Thomas Lorkyn (s. u.).<ref name="CAM02" /> | |
| <ref name="CAM02" /><ref name="Webster1979" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Nach Blythe war Walker der letzte, der einen Doktorabschluss vom Kontinent vorweisen konnte.<ref name="Webster1979" /> Nach ihm erhielten fast alle Regius Professoren auf diesem Lehrstuhl bis nach 1850 ihre Ausbildung in Cambridge.<ref name="Webster1979" /> |
| <ref name="CAM02" /><ref name="DnBLorkin" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle<ref name="DnBLorkin" /> | Vorlage:DatumZelle | Abgesehen von dem durch ihn durchgeführten Obduktionen in Cambridge ist wenig über Lorkyn (auch Lorkin) bekannt.<ref name="CAM02" /> Nach einer erfolgreichen Karriere an der Universität folgte er Henry Walker auf den Lehrstuhl und hielt diesen für 29 Jahre.<ref name="CAM02" /> Im Verlauf seines Lebens sammelte er eine umfangreiche Bibliothek an, die er der Universitätsbibliothek hinterließ.<ref name="CAM02" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 137" /><ref name="DnBWard" /> | M.A., M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Ward musste seine Professur mit seinem Nachfolger William Burton teilen.<ref name="Rolleston1932" details="S. 138" /> Das mag an einem Missverständnis liegen, da er zusätzlich Physician to the Queen Elizabeth I. war.<ref name="Rolleston1932" details="S. 138" /><ref name="Kassell2005" /> Zudem scheint König Jakob I. den Titel Regius Professor of Phyisc falsch verstanden haben.<ref name="Rolleston1932" details="S. 138" /> Ward war mehr Akademiker als Arzt und fertigte viel beachtete Übersetzungen aus dem Französischen und dem Latein an, wobei er auch nicht-medizinische Themen übernahm, beispielsweise astrologische und astronomische Übersetzungen des Arcandam.<ref name="Rolleston1932" details="S. 138" /><ref name="Kassell2005" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 139/140" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Burton hatte bis zu seiner Aufnahme im King’s College den gleichen Werdegang wie sein Vorgänger Ward.<ref name="Rolleston1932" details="S. 139/140" /> Im College allerdings fiel er durch Nachlässigkeiten auf und wurde mehrfach ermahnt, sein Verhalten zu verändern.<ref name="Rolleston1932" details="S. 139/140" /> Ward war mit Burton gemeinsam zum „Reader“ berufen worden und hielt die Professur nach Wards Tod bis zu seinem eigenen Tod 1623.<ref name="Rolleston1932" details="S. 139/140" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 140" /><ref name="BHOGilpin-Greenhaugh" /><ref name="DnBGostlin" /><ref name="DnbCollins" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Gostlyns Name wird auch als John Gosling<ref name="BHOGilpin-Greenhaugh" /> oder Gostlin<ref name="Rolleston1932" details="S. 140" /> angegeben. Gostlyn wurde nach dem Tod des Leiters des Caius College zum neuen Leiter gewählt. Weil es aber einige Missstimmen gab, wurde ihm Dr. Branthwayt vorgezogen. Gostlyn ging daraufhin nach Exeter, und diente auch 1614 als Mitglied des Parlaments für den Bezirk Barnstaple.<ref name="DnBGostlin" /> Als Brranthwayt starb, wurde Gostlyn erneut gewählt und 1623 wurde ihm die Professur übertragen.<ref name="DnBGostlin" /> Gostlyn hielt die Professur bis zu seinem Tod, der im Dictionary of National Biography allerdings mit 1625 angegeben wird.<ref name="DnBGostlin" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 144" /><ref name="BHOBuggs" /><ref name="DnbCollins" /> | M.D., F.R.C.P. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Als erster Regius Professor wurde Collins Fellow des Royal College of Physicians in London.<ref name="Rolleston1932" details="S. 144" /> Dabei hatte er William Harveys Entdeckung des Blutkreislaufs in eigenen Werken völlig ignoriert und während einer Pestepidemie in Cambridge die Zulassungsbedingungen für die Zulassung von Ärzten soweit reduziert, dass er offen der Korruption beschuldigt wurde.<ref name="Rolleston1932" details="S. 144" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 146" /><ref name="DnBWinterton" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Winterton war ein gelehrter Mann mit rüden Umgangsformen, die ihn mehrfach in Konflikt mit Kollegen brachten.<ref name="Rolleston1932" details="S. 149" /> Er veröffentlichte die Aphorismen des Hippokrates in von ihm geschriebenen griechischen Versen und lateinisch durch John Fryer.<ref name="Rolleston1932" details="S. 149" /> Er schrieb noch weitere literarische Werke, aber keine einzige medizinische Arbeit aus seiner Feder ist bekannt.<ref name="Rolleston1932" details="S. 150" /> Am 13. September 1636 verstarb er überraschend 36-jährig.<ref name="Rolleston1932" details="S. 146" /> |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 151" /><ref name="BHOGilpin-Greenhaugh" /><ref name="DnBWinterton" /> | M.D., P.R.C.P., F.R.S. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Glisson hatte seine wissenschaftliche Karriere auf völlig anderem Gebiet begonnen und beispielsweise Griechisch gelehrt.<ref name="Rolleston1932" details="S. 152" /> Erst relativ spät wandt er sich der Medizin zu und erlangte 1634 seine M.D.<ref name="Rolleston1932" details="S. 152" /> 1635 wurde er schon zum Fellow des Royal College of Physicians in London berufen.<ref name="Rolleston1932" details="S. 152" /> In seinen Werken Tractatus de Natura Substantiae energeticae (1672) und De Ventriculo et Intestinis (1677) antizipierte er um fast ein Jahrhundert moderne Erkenntnisse der Muskelphyiologie.<ref name="Rolleston1932" details="S. 152" /> In Anatomia hepatis beschreibt Glisson die später nach ihm benannte Glissonsche Trias. |
| <ref name="Rolleston1932" details="S. 156" /><ref name="Venn1897" /> | M.D., F.R.C.P. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 1680 wurde Brady zum Fellow des Royal College of Physicians.<ref name="Venn1897" /> Er war königlicher Leibarzt und für die Universität Mitglied des Parlaments 1681 und erneut 1685–1687.<ref name="Venn1897" /> Er war der 22. Leiter des Gonville and Caius College der Universität (1660 bis 1700).<ref name="Venn1897" /> Sein einziger schriftlicher Beitrag zur medizinischen Wissenschaft war die Epistle to Sydenham, aber seine Bedeutung als Forscher geht weit über dieses Schriftstück hinaus.<ref name="Rook" /> J. G. A. Pocock nennt Brady {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (ein wesentlicher Vertreter, der die angestammte englische Methodik in die Moderne brachte).<ref name="Pocock1950" /> |
| <ref name="Cullum1804" /><ref name="Rook" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | |
| <ref name="Cullum1804" /><ref name="Rolleston1932" details="S. 161" /><ref name="Rook" /> | M.D., F.R.C.P. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Plumptre entstammte einer Familie von Medizinern, sein Vater, Henry (gest. 1746), war von 1740 bis 1745 sogar Präsident des Royal College of Physicians.<ref name="Rolleston1932" details="S. 161" /> Nach dem Tod Greens wurde Plumptre auf den Lehrstuhl berufen.<ref name="Rolleston1932" details="S. 161" /> Obwohl er den Lehrstuhl schon mit 32 Jahren übernahm, sind keine schriftlichen Arbeiten von ihm bekannt.<ref name="Rolleston1932" details="S. 162" /> |
| <ref name="Cullum1804" /><ref name="DnBHaviland" /><ref name="DnBPennington" /><ref name="LGaz17228-576" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Pennington hatte vor der Übernahme der Professur schon ab 1773 als Professor für Chemie gelehrt.<ref name="DnBPennington" /> Diese Professur gab er auf, um die Regius Professur zu übernehmen.<ref name="DnBPennington" /> |
| <ref name="DnBHaviland" /><ref name="LGaz17228-576" /><ref name="MunksHaviland" /><ref name="LGaz21175-209" /> | M.L., M.D., | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Haviland hatte 1814 die Anatomie-Professur in Cambridge übernommen und verließ diesen Lehrstuhl 1817, um die Regius Professur zu übernehmen.<ref name="DnBHaviland" /> Er war der erste Professor, der regelmäßig Kurse in Pathologie und medizinischer Praxis anbot.<ref name="DnBHaviland" /> Darüber hinaus führte er ein formales Curriculum ein und eine Prüfungsordnung anstelle allgemeiner Vorgänge.<ref name="DnBHaviland" /> Außer einer Zusammenfassung seiner Anatomievorlesung hinterließ er keine schriftlichen Werke.<ref name="DnBHaviland" /> |
| <ref name="MunksBond" /><ref name="LGaz21175-209" /><ref name="DnBBond" /> | M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Bond hatte in Cambridge, London, Edinburgh und Paris studiert.<ref name="DnBBond" /> Seinen Doktortitel erhielt er vom Corpus Christi College.<ref name="DnBBond" /> Er betrieb eine große Praxis in Cambridge, die er noch vor seinem Rückzug vom Amt aufgab.<ref name="DnBBond" /> Außer einer hervorragenden Zusammenfassung seiner Vorlesungen hinterließ Bond keine schriftlichen Arbeiten.<ref name="DnBBond" /> Bonds Amtszeit auf dem Lehrstuhl verdankt die Universität einen Teil ihres guten Rufs.<ref name="MunksBond" /> Er verabscheute Zeremoniell und legte allerhöchsten Wert auf sparsame Sachlichkeit, mit welcher er auch den Lehrstoff auf dem damals aktuellsten Niveau anbot.<ref name="MunksBond" /> |
| <ref name="DnBPaget" /><ref name="Times1925Allbutt" /> | K.C.B., M.D., F.R.C.P., F.R.S. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 1842 erreichte Paget, dass die Universität Cambridge als erste Universität des Vereinigten Königreichs Visiten im Lehrstoff aufnahm, eine Praxis, die inzwischen an keiner Universität mehr fehlt.<ref name="DnBPaget" /> Paget gilt nach Glisson als die herausragende Persönlichkeit auf dem Lehrstuhl.<ref name="DnBPaget" /> 1872 wurde mit einem Ehrendoktortitel der University of Oxford geehrt, 1885 als Knight Commander of the Order of the Bath ausgezeichnet und sollte 1887 die Universität im Parlament vertreten, was er aus Gesundheitsgründen allerdings ablehnte.<ref name="DnBPaget" /> |
| <ref name="Times1925Allbutt" /> | M.D., F.R.C.P., F.R.S. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Allbutt war der erste nicht aus Cambridge oder der näheren Umgebung stammende Mediziner, der die Professur übernahm.<ref name="Whitby1946" /> Die lokalen Mediziner nahmen das übel, und verhinderten für acht Jahre, dass er Kranke im Addenbrooke’s Hospital besuchen konnte.<ref name="Whitby1946" /> In dieser Zeit verfasste er den späteren Lehrbuch-Klassiker System of Medicine.<ref name="Whitby1946" /> 1881 schrieb Allbutt The Ophthalmoscope in Medicine, in dem er die Verwendung des durch Charles Babbage erfundenen Geräts für die Medizin beschrieb. Das Ophthalmoskop ist inzwischen eine unersetzliche Hilfe bei der Untersuchung des Auges, da so Blutgefäße und Nerven zum ersten Mal in situ beobachtet werden konnten.<ref name="Times1925Allbutt" /> Ebenfalls auf Allbutt geht die Entwicklung von klinischen Fiberthermometern zurück, deren Vorgänger zerbrechliche Geräte waren, die kaum für den Einsatz außerhalb von Krankenhäusern geeignet waren.<ref name="Times1925Allbutt" /> Allbutt wurde mit Ehrendoktortiteln aus Cambridge, Oxford, Glasgow, Dublin, Victoria, Leeds, McGill und Toronto geehrte.<ref name="Times1925Allbutt" /> |
| M.D. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Rollston entstammte einer Familie von Medizinern und Chemikern.<ref name="ARCHUB" /> Er war mütterlicherseits mit Humphry Davy verwandt. Sein Vater, George Rolleston, war Professor für Medizin an der University of Oxford. Er sammelte über ein Dutzend Ehrendoktortitel von britischen, europäischen und amerikanischen Universitäten und wurde für seine Leistungen in der Royal Navy und der Royal Air Force geadelt.<ref name="ARCHUB" /> | |
| <ref name="MunksL-Brown" /> | M.A., M.D., F.R.C.P. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Nach seinem Studium hatte Langdon-Brown verschiedene Stellungen inne, diente im zweiten Burenkrieg in einem Hospital in Pretoria, bevor er im Ersten Weltkrieg als Mediziner wirkte.<ref name="MunksL-Brown" /> |
| <ref name="Porter1993" /> | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Ryle hinterfragte als einer der ersten die Sinnhaftigkeit der Medizin, die mehr mit der Heilung von Krankheiten befasst war, als mit dem Verhindern der Erkrankung.<ref name="Porter1993" /> Seine Lösung war es, die Medizin wieder als humanistische Wissenschaft zu etablieren, und sich von der Apparatemedizin zu differenzieren, die damals freilich noch nicht so genannt wurde.<ref name="Porter1993" /> | |
| <ref name="BMJ1957" /> | C.V.O., M.C., M.A., M.D., F.R.C.P. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Whitby studierte Medizin in Cambridge, obwohl er durch den Verlust seines Beines im Ersten Weltkrieg erheblich behindert war.<ref name="BMJ1957" /> Trotz dieser Behinderung wurde er schnell zu einem der führenden Pathologen.<ref name="BMJ1957" /> Seine wissenschaftliche Arbeit befasste sich mit Hämatologie, die er mit seinem Disorders of the Blood (gem. mit C. J. C. Britton) „vom Aberglauben zur Wissenschaft erhob“.<ref name="BMJ1957" /> Anfangs des Zweiten Weltkrieges wurde der damalige Oberst der Streitkräfte gebeten, den Transfusionsservice zu organisieren.<ref name="BMJ1957" /> In dieser Funktion organisierte er die Versorgung der Truppen von der Infusion in Feldhospitälern über die Transportkette im Feld, über Meer und an Land, die Vorbereitung des Versands sowie die Organisation der Blutspende als organisierte Kette von Prozessen.<ref name="BMJ1957" /> Seinen Bemühungen verdanken zahllose Soldaten ihr Leben, die ohne die zuverlässige Versorgung mit Blut gestorben wären.<ref name="BMJ1957" /> 1945 wurde er auf die Professur berufen. |
| <ref name="MunksMitchell" /> | C.B.E., M.A., Ph.D., D.M.R., F.R.S., F.F.R., F.R.C.P., M.D., F.R.C.R. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Mitchell wurde sein Doktortitel für die Erforschung der Strahlenwirkung auf Gewebe verliehen.<ref name="MunksMitchell" /> Seine Affinität für Physik definierte seinen Werdegang als Radiologe.<ref name="MunksMitchell" /> Anfangs des Zweiten Weltkriegs übernahm er eine Station in Cambridge, wechselte dann 1943 nach Kanada, wo er im gemeinsamen Forschungslabor der kanadischen und britischen Streitkräfte arbeitete.<ref name="MunksMitchell" /> In dieser Zeit erkannte er das Potenzial von Kobalt-60 zur Bestrahlung von Tumoren.<ref name="MunksMitchell" /> Seine dahingehende Empfehlung führte zur weltweiten Verbreitung der Methode. Er kehrte nach Cambridge zurück, wo er von 1946 bis 1957 den Lehrstuhl für Radiologie hielt.<ref name="MunksMitchell" /> 1957 wurde ihm schließlich die Regius Professur angeboten.<ref name="MunksMitchell" /> Mitchell arbeitete weiter in der Erforschung und der Behandlung von Krebserkrankungen.<ref name="MunksMitchell" /> 1974 schließlich zog er sich von der Regius Professur zurück, um einem jüngeren Mann den Weg zu ebnen, der die ersten klinischen Studenten an der University of Cambridge ausbilden sollte. 1976 zog er sich völlig aus der Lehre zurück.<ref name="MunksMitchell" /> |
| <ref name="Telegraph2000-7-26" /> | O.B.E. | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 1958 wurde Butterfield als jüngster Professor für Medizin in London für das Fach „experimentelle Medizin“ an das Guy’s Hospital berufen. Die nächsten dreizehn Jahre verbrachte er mit der Erforschung der Diabetes, die er für viel zu häufig nicht diagnostiziert hielt.<ref name="Telegraph2000-7-26" /> So entwickelte er Schnelltests und Medikamente, die viele Nebenwirkungen der Erkrankung linderten.<ref name="Telegraph2000-7-26" /> 1971 übernahm er die Vizekanzlerschaft an der University of Nottingham, wo er eine klinische Schule aufbaute.<ref name="Telegraph2000-7-26" /> Seinem Erfolg in dieser Unternehmung verdankte er die Ernennung zur Regius Professur in Cambridge, wo eben eine solche Schule aufgebaut werden sollte.<ref name="Telegraph2000-7-26" /> |
| <ref name="LGaz51081-12395" /><ref name="UoBPeters" /> | F.R.S., F.Med.Sci; F.R.C.P.; F.R.C.P.E., F.R.C.Path., F.L.S.W | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Peters vertrat den Standpunkt, dass ein akademisches Institut an der Qualität der Leute gemessen werden sollte, die das Institut verließen.<ref name="UoBPeters" /> Seine Leistungen wurden mit seiner Adelung, seiner Berufung zum Fellow der Royal Society und anderen Ehrungen gewürdigt.<ref name="UoBPeters" /> |
| <ref name="CAM03" /> | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Als Peters die Regius Professur übernahm, hatte er darauf bestanden, dass Sissons die Professur in Medizin übertragen wurde.<ref name="CAM03" /> Sissons hatte in seinen Forschungen zur Nierenheilkunde und zu Infektionserkrankungen Neuland betreten.<ref name="CAM03" /> | |
| <ref name="Medschl" /><ref name="Lancet01" /> | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Maxwell gewann ein Stipendium für Eton und später für ein Studium an der University of Oxford.<ref name="Lancet01" /> Er erlernte die medizinische Praxis im St. Thomas’s Hospital, London, wo er sich auch für das Gebiet der Nieren zu interessieren begann.<ref name="Lancet01" /> Auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen feierte er die größten Erfolge und dort setzt er auch als Regius Professor seine Forschungen unbeirrt fort.<ref name="Lancet01" /> |
Einzelnachweise
<references> <ref name="ARCHUB"> N. Boneham, Assistant Archivist, mit Unterstützung durch R. Stancombe: Sir Humphry Rolleston collection. In: Scott Polar Research Institute Archives, University of Cambridge. 1. Dezember 2001, abgerufen am 13. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Daten unter Berufung auf The Dictionary of National Biography, (1941-1950) sowie auf Robert Keith Headland Antarctic Chronology, unveröffentlichte, korrigierte Version der Chronological list of Antarctic expeditions and related historical events, Cambridge University Press (1989) ISBN 0-521-30903-4).</ref> <ref name="BHOBuggs"> Aussage von Professor Collins in einem Gerichtsverfahren gegen John Buggs wegen unrechtmäßiger Führung eines Doktortitels der Medizin; auf british-history.ac.uk; abgerufen am 17. Mai 2016. </ref> <ref name="BHOGilpin-Greenhaugh"> Gilpin-Greenhaugh auf British-History.ac.uk; abgerufen am 25. Mai 2016. </ref> <ref name="BMJ1957"> Obituary Lionel Ernest Howard Whitby (PDF); Journal of the Royal Army Medical Corps, 1957; 103: 102-103.; doi:10.1136/jramc-103-02-09. </ref> <ref name="BrookeEtAl1988"> Christopher Nugent Lawrence Brooke, Damian Riehl Leader: A History of the University of Cambridge: 1870–1990 - Teil 4 von A History of the University of Cambridge, Christopher Nugent Lawrence Brooke. Cambridge University Press, 1988, ISBN 978-0-521-34350-3, S. 164 ff. </ref> <ref name="CAM01"> The Regius Professor of Physic Cambridge. Abgerufen am 20. August 2017. </ref> <ref name="CAM02"> Liam Sims: The medical library of Thomas Lorkyn (1528–1591). Website der Cambridge University Library Special Collections, 21. April 2014. </ref> <ref name="CAM03"> Professor Sir Patrick Sissons (1945–2016) - Gifted physician who studied immune-mediated kidney disease and human persistent virus infections. Nachruf auf Patrick Sissons von Tim Cox mit Beiträgen von Professor Sir Leszek Borysiewicz, Professor Patrick Maxwell und Professor Dame Jean Thomas auf der Website der University of Cambridge; abgerufen am 25. August 2017. </ref> <ref name="Cullum1804"> Thomas Gery Cullum: Register. University of Cambridge, 1804, S. 26/27. </ref> <ref name="DnBBond"> </ref> <ref name="DnbCollins"> </ref> <ref name="DnBGostlin"> </ref> <ref name="DnBHatcherT"> </ref> <ref name="DnBHaviland"> </ref> <ref name="DnBLorkin"> </ref> <ref name="DnBPaget"> </ref> <ref name="DnBPennington"> </ref> <ref name="DnBWard"> </ref> <ref name="DnBWinterton"> </ref> <ref name="LGaz51081-12395"> Mitteilung zur Ernennung von David Keith Peters zum Regius Professor of Physic an der University of Cambridge. In: London Gazette, 6. Oktober 1987. </ref> <ref name="Kassell2005"> Lauren Kassell: Medicine and Magic in Elizabethan London: Simon Forman: Astrologer, Alchemist, and Physician. Clarendon 2005, ISBN 978-0-19-927905-0, S. 97/98. </ref> <ref name="Lancet01"> Tony Kirby: Patrick Maxwell: leader of medicine at Cambridge University. (PDF) thelancet.com, Vol. 381, 19. Januar 2013. </ref> <ref name="LGaz17228-576"> Whitehall, March 7, 1817. In: The London Gazette. 18. März 1817, S. 576, abgerufen am 2. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Mitteilung über die Ernennung von John Haviland zum Regius Professor of Physic an der University of Cambridge). </ref> <ref name="LGaz21175-209"> Whitehall, January 27, 1851. In: The London Gazette. 28. Januar 1851, abgerufen am 2. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Mitteilung über die Ernennung von Henry John Hayles Bond, M.D., zum Regius Professor of Physic.). </ref> <ref name="Medschl"> Clinical School of Medicine Cambridge. Abgerufen am 20. August 2017. </ref> <ref name="MunksBond"> G. H. 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