Rechtshandlung
Rechtshandlungen sind Handlungen, an die die Rechtsordnung unabhängig vom Willen des Handelnden Rechtsfolgen knüpft. Für den Eintritt der Rechtsfolge ist es gleichgültig, ob sie vom Handelnden gewollt oder nicht gewollt ist. Gegenbegriff ist das Rechtsgeschäft, bei dem der Eintritt der Rechtsfolge stets gewollt ist.
Unterschieden werden rechtswidrige und rechtmäßige Handlungen. Bei rechtswidrigen Handlungen wird die Rechtsfolge wegen der Rechtswidrigkeit ausgelöst. Bei rechtmäßigen Handlungen wird unterschieden zwischen geschäftsähnlichen Handlungen und Realakten.
Begriff und Abgrenzung
Nicht jedes menschliche Handeln ist von rechtlicher Bedeutung. An Rechtsfolgen ist allein rechtswirksames Handeln geknüpft. Der Mensch unterwirft sich dem Recht grundsätzlich kraft seines Willens.<ref>Paul Geyer/Monika Schmitz-Emans (Hrsg.): Proteus im Spiegel, 2003, S. 146.</ref> Will der Handelnde, dass eine Rechtsfolge eintritt, liegt rechtsgeschäftliches Tun vor. Bei Rechtshandlungen hingegen tritt die Rechtsfolge unabhängig vom Willen des Handelnden ein, weil ein Tatbestand erfüllt wird.<ref>Werner Flume: Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts, Band 2 (Das Rechtsgeschäft), Springer, Berlin 1992. S. 106.</ref>
Das BGB verwendet den Begriff Rechtshandlung nicht ausdrücklich. Die Motivlage der Gesetzgeber des BGB zeichnet vor, dass bei Rechtshandlungen bestimmte Rechtsfolgen ausgelöst werden sollen, „für deren Eintritt nach der Rechtsordnung gleichgültig ist, ob sie von den Handelnden gewollt oder nicht gewollt sind“.<ref name="Mugdan">Benno Mugdan, Motive zum BGB, Band I, 1899, S. 127, 421.</ref> Das Verhältnis der Begriffe „Rechtsgeschäft“, „Willenserklärung“ oder „Rechtshandlung“ zueinander, bereitet seit jeher Schwierigkeiten und ist bis heute wenig klar gestellt.<ref>Joachim Rückert, Martin Schermaier: Historisch-kritischer Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 2007, vor § 104 Rn. 8.</ref> Die Willenserklärung macht das Rechtsgeschäft aus.<ref>Otto Palandt: Bürgerliches Gesetzbuch. C. H. Beck, 73. Aufl., München 2014, ISBN 978-3-406-64400-9, Überblick vor § 104 Rnr. 2.</ref> Während beim Rechtsgeschäft die von den Handelnden selbst geschaffenen Rechtsfolgen eintreten, treten bei der Rechtshandlung die vom Gesetz vorgesehenen Rechtsfolgen ein.
Unterschieden werden rechtswidrige und rechtmäßige Rechtshandlungen. Rechtswidrige Handlungen lösen aufgrund ihrer Widerrechtlichkeit eine Rechtsfolge aus. Beispiele sind unerlaubte Handlungen {{#switch: juris
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Siehe auch
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Literatur
- Reinhard Bork, Markus Gehrlein: Rechtshandlung. Aus dem Buch: Aktuelle Probleme der Insolvenzanfechtung. RWS-Verlag, Köln 2020. S. 4–25.
- Fritz Friedmann: Rechtshandlung im Gegensatz zu Rechtsgeschäft nach gemeinem Recht und BGB. C. Hinstorff, Rostock 1903.
Weblinks
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Einzelnachweise
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