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Reagenz nach Busch

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Vorlage:Infobox ChemikalieReagenz nach Busch“ oder genauer „Reagenz auf Salpetersäure nach Busch“ sind Trivialnamen einer Lösung einer chemischen Verbindung aus der Gruppe der Triazole, die nach ihrem Entdecker, dem Chemiker Max Busch, benannt wurde.<ref name="Busch1905" /><ref name="Merck1913" /> Ebenfalls geläufig ist die Bezeichnung Nitron, obwohl das Reagenz nicht zur Stoffgruppe der Nitrone zählt und sich von diesen strukturell erheblich unterscheidet.

Eigenschaften

Datei:Nitron2.jpg
Nitron, Reagenz nach Busch

Nitron (3-Anilino-1,4-diphenyl-1,2,4-triazolium, C20H16N4) liegt als gelbliches Pulver vor, bildet ein Zwitterion („Mesoion“ bzw. „Mesomeres Betain“) und ist löslich in Alkohol, Benzol und verdünnter Essigsäure unter Bildung des Acetats von Nitron. Dieses wird zum Nachweis von Nitrat-Ionen verwendet, wobei sich das Nitrat des Nitrons (C20H16N4 · HNO3) bildet, das praktisch unlöslich ist.

Verwendung

Zum Nachweis von Nitraten gibt man zu der mit verdünnter Schwefelsäure angesäuerten Probelösung unter Erwärmen Nitronacetatlösung, wobei sich ein weißlicher Niederschlag bildet. Dieses Verfahren wurde auch zum quantitativen Nachweis von Nitraten angewendet, wobei der Niederschlag nach dem Abfiltrieren und Trocknen gewogen wird (gravimetrisches Verfahren). Störend wirken dabei allerdings Nitrit-, Bromid-, Iodid-, Perchlorat- und Hexafluorophosphat-Ionen, die mit Nitron ebenfalls schwer lösliche Niederschläge bilden.<ref name="Williams1979NO3" /> Aufgrund der Vielzahl möglicher Störeinflüsse – auch Chlorid kann nur in geringen Mengen toleriert werden – ist die Bestimmung mittels Nitron nur bei Abwesenheit vieler gewöhnlicher Ionen genau.<ref name="Williams1979NO3" /> Eine Probenvorbehandlung, bei der störende Anionen ausgefällt, oxidiert oder reduziert werden, kann daher notwendig sein.<ref name="Williams1979NO3" /> Im Falle reiner, konzentrierter Nitratlösungen ist die Bestimmung mit Nitron ziemlich genau, da über 99,5 % des Nitrats gefällt wird.<ref name="Hioki" /> Die Methode ist nicht für den Mikro-Maßstab geeignet.<ref name="Williams1979NO3" />

Die Reaktion mit Hexafluorophosphat unter Bildung eines Niederschlags wurde zur gravimetrischen Bestimmung von PF6 verwendet. Das war bis 1963 die Standardmethode zur Bestimmung dieses Ions.<ref name="Williams1979PF6" />

Literatur

  • Vorlage:RömppOnline
  • Gerhard-Otfried Müller: Praktikum der quantitativen chemischen Analyse, S. Hirzel Verlag Leipzig, 8. Auflage 1966, S. 353.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Busch1905">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Merck1913">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Williams1979NO3">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Hioki">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Williams1979PF6">Vorlage:Literatur</ref> </references>