Zum Inhalt springen

Raublättriger Schaf-Schwingel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Raublättriger Schaf-Schwingel
Datei:Festuca brevipila.jpeg

Raublättriger Schaf-Schwingel (Festuca brevipila)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Gattung: Schwingel (Festuca)
Art: Raublättriger Schaf-Schwingel
Wissenschaftlicher Name
Festuca brevipila
R.Tracey

Der Raublättrige Schaf-Schwingel (Festuca brevipila), auch Raublatt-Schwingel und Raublättriger Schwingel<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schwingel (Festuca) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Festuca brevipila-1.jpg
Blütenstand
Datei:Festuca brevipila-3.jpg
Blattansatz
Datei:Festuca brevipila, hard zwenkgras.jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Der Raublättrige Schaf-Schwingel ist eine sommergrünere, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 70 Zentimetern erreicht. Sie wächst horstbildend.

Die meist grau-grünen und schwach bereiften oder unbereiften und dunkel-grünen, binsenförmigen Laubblätter sind rau mit V-förmigem Querschnitt mit einem Durchmesser von 0,7 bis 0,9 Millimetern. Die Sklerenchymausbildung ist variabel. Die Blattspreiten sind sieben bis dreizehnnervig. Teils verfügen sie über drei Leitbündel in der Mitte sowie an den Rändern. Teilweise sind Zwischenbündel vorhanden, welche ringförmig zusammenfließen können. Die Blattscheiden sind rau bis dicht abstehend behaart. Vorlage:Hinweisbaustein

Generative Merkmale

Der während der Anthese lockere bis sonst zusammengezogene, rispige Blütenstand ist 4 bis 12 Zentimeter lang. Die Ährchen sind 6 bis 10 Millimeter lang. Die oft rötlich überlaufenen Deckspelzen sind 4 bis 6 Millimeter lang. Die Spelzen tragen eine 2 bis 3 Millimeter lange Granne.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie und Phänologie

Beim Raublättrigen Schaf-Schwingel handelt es sich um einen skleromorphen, mesomorphen Hemikryptophyten.<ref name="FloraWeb" /> Vorlage:Hinweisbaustein Der Aufblühzeitpunkt des Raublättrigen Schaf-Schwingels ist vormittags in der Blütezeit zwischen Mai und Juli.

Vorkommen

Es gibt Fundortangaben für Frankreich, die Schweiz, Österreich, Deutschland, die Niederlande, Tschechien, die Slowakei, Polen, Litauen, Lettland, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Russland und die Ukraine. Im Vereinigten Königreich, in Belgien, Dänemark, Norwegen sowie Finnland ist er ein Neophyt. In Schweden ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" /> Vorlage:Hinweisbaustein Der Raublättrige Schaf-Schwingel kommt in Mitteleuropa vom Flachland bis in Höhenlagen von etwa 200 Metern vor. Er besiedelt vor allem kalkarme bis saure, stickstoffarme Sandböden in Sandtrockenrasen, aber auch kurzlebige Ruderalfluren sowie Frischwiesen und -weiden. Vielfach wird er in Saatgutmischungen für Park- und Scherrasen verwendet. Von dort wurde er weithin verschleppt und findet sich oft an Straßenrändern, in Böschungen, auf Bahndämmen und in Hafenanlagen.

Systematik

Vorlage:Hinweisbaustein Die Erstbeschreibung erfolgte 1882 als Festuca ovina subvar. trachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Hack. durch Eduard Hackel in Monogr. Festuc. Eur. Seite 91. Diese Sippe wurde 1984 zur Unterart Festuca stricta subsp. trachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hack.) Pils von Garhard Pils in Phyton (Horn), Band 24, Seite 58 erhoben. Den Rang einer Art Festuca brevipila hat sie 1977 durch Reinhild Tracey in Plant Systematics and Evolution, Volume 128, Issue 3–4, Seite 287 erhalten. Als Art kann der Raublättrige Schaf-Schwingel als Festuca trachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hack.) Krajina 1930 non <templatestyles src="Person/styles.css" />Hack. ex Druce 1915 bezeichnet werden, jedoch ist dieser Name illegitim.

Synonyme für Festuca brevipila <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Tracey sind: Festuca trachyphylla, Festuca stricta subsp. trachyphylla oder je nach Autor ist einer der beiden Namen akzeptiert.

Festuca brevipila <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Tracey gehört zur Artengruppe der Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.)<ref name="Dengler2000" /> der Gattung Festuca aus der Subtribus Loliinae der Tribus Poeae in der Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie der Poaceae.

Quellen

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Charles Edward Hubbard: Gräser – Beschreibung, Verbreitung, Verwendung Ulmer Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8001-2537-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Festuca brevipila R. Tracey, Raublättriger Schwingel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 216. </ref> <ref name="Dengler2000"> Jürgen Dengler: Standardliste der schmalblättrigen Schwingel-Sippen (Festuca ovina agg. und F. rubra agg.) in Deutschland, Version vom 6. März 2000 PDF. </ref> <ref name="Euro+Med"> B. Valdés, H. Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Festuca stricta subsp. trachyphylla In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks