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Ramsar-Konvention

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ramsar-Schutzgebiet)
Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel
Kurztitel: Ramsar-Konvention
Titel (engl.): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Datei:Ramsar logo.svg
Datum: 2. Februar 1971
Inkrafttreten: 1975
Fundstelle: UN Treaty Series No. 14583. As amended by the Paris Protocol, 3 December 1982, and Regina Amendments, 28 May 1987<ref name="text" />
Vertragstyp: Multinational
Rechtsmaterie: Umweltrecht
Unterzeichnung: 10 (Australien, Finnland, Norwegen, Schweden, Südafrika, Bulgarien, Neuseeland, Marokko, Gabun, Niger, Thailand)
Ratifikation: 172 (August 2023)<templatestyles src="FN/styles.css" /> (A)<ref name="ramsar-contracting-parties" />

Deutschland: Ratifikation 26. Februar 1976 (11.)*
Liechtenstein: Akzession 6. August 1991 (61.)*
Österreich: Akzession 16. Dezember 1982 (32.)*
Schweiz: Ratifikation 16. Januar 1976 (10.)*
<templatestyles src="FN/styles.css" />
(A) 
 * 73 Staaten auch Regina Amendments, in Kraft getr. 1. Mai 1994; 9 Staaten nur Konvention 1971
Bitte beachte den Hinweis zur geltenden Vertragsfassung.

Datei:Sonnenuntergang über dem Europareservat Unterer Inn.jpg
Ramsar-Schutzgebiet Unterer Inn
Datei:File-Riserva naturale Vincheto di Celarda, Feltre (Belluno), Italia - zona umida dell'apiario.jpg
Vincheto di Celarda, Feuchtgebiet am Piave, Italien
Datei:Delta Beach Manitoba Canada.JPG
Delta Beach am Manitobasee, Manitoba, Kanada

Die Ramsar-Konvention bezeichnet das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, dessen Ausarbeitung von der sog. MAR-Konferenz 1962 in der französischen Camargue angestoßen wurde.<ref>Cyril de Klemm, Isabelle Créteaux: The Legal Development of the Ramsar Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat (2 February 1971). (PDF) Abgerufen am 15. Juni 2022.</ref>

Mit ihrem Bestehen seit 1975 ist die Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten eines der ältesten internationalen Übereinkommen, die sich für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen einsetzen.<ref name="BMUV">Ramsar-Konvention. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, abgerufen am 8. Januar 2022.</ref>

Das Vertragswerk steht außerhalb des erst 1972 gegründeten Umweltprogramms der Vereinten Nationen (kurz: UNEP).<ref name="Bury">Carina Bury: Zur Verknüpfung überkommener Vorstellungen völkerrechtlicher Normativität mit der unterlassenen Übernahme der Ramsar-Konvention von 1971 in den deutschen Rechtsraum. In: Archiv des Völkerrechts. Band 60, Nr. 1, 13. Juni 2022, S. 90–117, doi:10.1628/avr-2022-0005.</ref> Eine Eingliederung in das UNEP ist bislang gescheitert.<ref name="Bury" />

Die Ramsar-Konvention wird von der UNESCO verwahrt.<ref>Art. 9 Abs. 3 Ramsar-Konvention</ref> Das bedeutet, dass die UNESCO Beitrittsurkunden aufbewahrt oder in der Vergangenheit Übersetzungen des Vertragstextes beglaubigt hat. Ansonsten hat die UNESCO nichts mit der Ramsar-Konvention zu tun.

Geschichte

Das Übereinkommen<ref name="text"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The text of the Ramsar Convention and other key original documents (Memento vom 1. Juli 2014 im Internet Archive), ramsar.org</ref> wurde am 2. Februar 1971 in Ramsar, Iran, geschlossen und ist damit eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz. Die Konvention trat 1975 in Kraft und wurde von 21 Gründerstaaten unterzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland ist der Konvention 1976 beigetreten und die Deutsche Demokratische Republik 1978. Österreich trat 1983 bei. Bis 1999 sind insgesamt 119 Staaten dem Vertrag beigetreten, im August 2023 waren es 172.<ref name="ramsar-contracting-parties">Contracting Parties to the Ramsar Convention (Stand: 24. August 2023). (PDF; 552 KB) ramsar.org, abgerufen am 9. April 2025 (Liste der Staaten, die das Abkommen ratifiziert haben).</ref>

Der Welttag der Feuchtgebiete wird seit 1997 alljährlich am 2. Februar begangen, dem Jahrestag des Abschlusses der Ramsar-Konvention. Welche wichtigen Funktionen Feuchtwiesen, Moore und Sümpfe in der Natur haben, wird unter anderem durch Aktionen zum internationalen Tag der Feuchtgebiete verdeutlicht.<ref>Weltfeuchtgebietstag Intakte Moore schützen das Klima Deutsche Bundesregierung, abgerufen am 8. Januar 2022.</ref>

Anliegen der Ramsar-Konvention

Vier Hauptbereiche sind von den Vertragsparteien umzusetzen:

  1. Schutz von Feuchtgebieten
  2. Förderung der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz von Feuchtgebieten
  3. Förderung des Informationsaustausches über Feuchtgebietsschutz und
  4. Unterstützung der Arbeit der Konvention

Vorausgegangen waren dieser Konferenz erste großräumige und überregionale Wasservogelzählungen in den 1960er-Jahren, die einen massiven Rückgang der betreffenden Vogelarten belegten.<ref>Cyril de Klemm & Isabelle Créteaux: The Legal Development of the Ramsar Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat (2 February 1971). Hrsg.: Ramsar Convention Bureau. 1995.</ref> Das Abkommen verpflichtet die Beitrittsstaaten, geeignete Maßnahmen zu unternehmen, die ökologischen Verhältnisse in den ausgewiesenen Gebieten aufrechtzuerhalten.<ref name="Bury" /> Es wird kein totales Nutzungsverbot angestrebt – ein solches wäre für viele der ärmeren Staaten auch kaum durchführbar –, sondern der Grundsatz der nachhaltigen, ökologisch ausgewogenen Nutzung (“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”) soll verwirklicht werden.

Der Schutz von Wasser- und Watvögeln sollte durch einen ganzheitlichen Schutz ihrer Lebensräume verwirklicht werden.<ref name="Bury" /> Der ökosystembezogene Ansatz ist dem Vertragstext implizit zu entnehmen.<ref name="Bury" /> Er hat sich jedoch später im Rahmen der Vertragsstaatenkonferenz durchgesetzt.<ref name="Bury" /> Die Konventionsziele im Sinne des Übereinkommens beinhalten Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt, zur weniger invasiven Nutzung sowie Regelungen im Sinne eines gerechteren Vorteilsausgleichs.<ref name = BMUV />

Rechtliche Stellung des Ramsar-Abkommens

Die Ramsar-Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag. Damit bindet er Staaten völkerrechtlich, die ihm wirksam beigetreten sind.

Unterschiedliche Auffassungen werden – bezogen auf die Rechtsfolgen einer Ausweisung als Ramsar-Gebiet – vertreten. Zum einen wird die Ansicht vertreten, eine Deklaration als Ramsar-Gebiet könne keine Schutzkategorie im eigentlichen Sinne begründen; das heißt, sie könne lediglich als „Prädikat (Gütesiegel)“<ref name="AT">Sonstige Schutzgebiete – Ramsar-Gebiete. Umweltbundesamt, abgerufen am 2. September 2021.</ref> verstanden werden und der Schutz selbst erfolge auf freiwilliger Basis der Unterzeichnerstaaten. Zum anderen führen Kommentatoren aus, dass eine Ausweisung als Ramsar-Gebiet einen „völkerrechtlichen Reservatsonderstatus“<ref>Wolfgang Durner: Völkerrechtlicher Naturschutz und nationales Naturschutzrecht. Hrsg.: Archiv des Völkerrechts. Band 54, 2016.</ref> begründe.<ref name="Bury" />

Deutschland gehört zu den Gründungsstaaten, hat jedoch bislang unterlassen, die Konvention in nationales Recht umzusetzen und ist seit Jahrzehnten vertragsbrüchig. Nach einer 2022 im Fachmagazin AVR erschienenen Studie habe die Konvention bislang keine innerstaatliche Geltung in Deutschland entfaltet.<ref name="Bury" /> Es fehle ein Umsetzungsgesetz, das bislang nicht erlassen wurde und damit nicht ermögliche, dass die Konvention zureichend angewendet werden könne.<ref name="Bury" />

Die Umsetzung der durch die Konvention eingegangenen Verpflichtungen wird aktuell durch mehrere europäische Richtlinien und Umweltrecht auf nationaler Ebene unterstützt. Es bestehen jedoch unterschiedliche Auffassungen dahingehend, ob die europäischen Richtlinien und Umweltrecht auf nationaler Ebene die Erfüllung der Ramsar-Konvention zureichend ermöglichen.<ref name="Bury" />

Ein eigenes Büro, das Internationale Ramsar-Sekretariat (Secretariat of the Convention on Wetlands, Ramsar Secretariat) in Gland, am Südwestufer des Genfersees am Sitz der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), dient der Überwachung der Implementierung der Konvention und ihrer Weiterentwicklung. Es ist prinzipiell souverän, arbeitet aber mit IUCN und den UN und ihren Unterorganisationen (UNESCO, UNEP) eng zusammen.<ref>The Secretariat. In: ramsar.org. Abgerufen am 20. September 2021.</ref> Alle drei Jahre werden auf Konferenzen der Vertragsstaaten Berichte über den Stand des Feuchtgebietsschutzes vorgelegt.

Ramsar-Gebiete

Internationale Feuchtgebiete

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Derzeit genießen 2431 Gebiete mit 2.546.206,30 km² den Schutz gemäß den Richtlinien der Konvention; sie verteilen sich auf 172 Staaten (Stand Oktober 2021).<ref>Ramsar Sites Info. ramsar.org, abgerufen am 17. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Staaten mit den meisten Gebieten sind Großbritannien mit 175 und Mexiko mit 142. Bolivien hat mit 148.424,05 km²<ref>Ramsar Sites Information Service abgerufen am 17. Oktober 2021.</ref> die größte Fläche ausgewiesen, gefolgt von Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, Kanada und Tschad. Die ehemalige Seefläche des Tschadsees ist seit 2008 ein Schutzgebiet der Ramsar-Konvention, das erste grenzüberschreitende in ganz Afrika.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lake Chad to be fully protected as international wetlands (Memento vom 14. März 2014 im Internet Archive)</ref>

Sämtliche Mitgliedsstaaten sind unten in der Navigationsleiste aufgeführt.

Ramsar-Feuchtgebiete im deutschsprachigen Raum

Datei:NPDonauAuen neu.jpg
Nationalpark Donau-Auen, Österreich

Deutschland

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Der größte Teil (über 80 Prozent) der 34 in Deutschland ausgewiesenen Ramsar-Gebiete besteht aus Watt- und Wasserflächen in Nord- und Ostsee. Die Gesamtfläche der in Deutschland geschützten Feuchtgebiete liegt bei 868.226 Hektar, fast alle diese Areale unterliegen zusätzlich dem Schutz der EU-Konvention Natura 2000. Drei der Ramsar-Gebiete mit Anteilen in Deutschland gehen über die Staatsgrenze hinaus: Das Schutzgebiet Wattenmeer beinhaltet zusätzlich Flächen in Dänemark und den Niederlanden, das Gebiet am Oberrhein geht in ein Schutzgebiet in Frankreich über und die Bayerische Wildalm erstreckt sich auch jenseits der Grenze zu Österreich.<ref name = BFN>Feuchtgebiete internationaler Bedeutung in Deutschland (Ramsar-Gebiete) Bundesamt für Naturschutz, aufgerufen am 8. Januar 2022</ref>

Österreich

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Als Österreich 1983 das Übereinkommen ratifizierte, waren zunächst fünf Feuchtgebiete als Ramsar-Schutzgebiete ausgewiesen: der Neusiedler See mit dem Seewinkel, die Donau-Auen (siehe Nationalpark Donau-Auen), die Untere Lobau, die Stauseen am Unteren Inn und das Rheindelta am Bodensee. Mittlerweile wurden über 20 Ramsar-Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 1200 km² unter Schutz gestellt, was rund 1,5 Prozent der Staatsfläche entspricht.<ref name = NSB>Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung – Ramsar Konvention (1971) Naturschutzbund Österreich, abgerufen am 8. Januar 2022.</ref>

Schweiz

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Das älteste Ramsar-Gebiet in der Schweiz ist das 1976 aufgenommene Naturschutzgebiet Fanel, das Teile der Uferlandschaft Grande Cariçaie, am Neuenburgersee, beinhaltet.<ref>Ramsar-Schutzgebiete Artenschutz.ch, aufgerufen am 8. Januar 2022</ref> Bei der Auswahl der mittlerweile 11 Schutzgebiete wurden auch die Bedürfnisse der Zugvögel beachtet, da etwa eine halbe Million Wasservögel auf Schweizer Gewässern überwintern. Das größte Schutzgebiet innerhalb der Schweiz befindet sich am Allondon, einem Nebenfluss der Rhône.<ref name = BAFU>Ramsar-Gebiete Bundesamt für Umwelt, aufgerufen am 8. Januar 2022</ref>

Die weltweit größten Ramsar-Schutzgebiete

Datei:Okavango delta - Botswana - panoramio (1).jpg
Geschützt als Ramsar-Gebiet und UNESCO-Welterbe: Luftaufnahme des Okavangodeltas in Botswana

Die 10 weltweit größten Gebiete (Stand Oktober 2021) unter dem Schutz der Konvention sind<ref>Ramsar Sites Information Service, abgerufen am 17. Oktober 2021 (englisch)</ref>:

Weblinks

Commons: Ramsar-Konvention – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Gebiete:

Einzelnachweise

<references responsive />

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Überseegebiete: Frankreich | Niederlande | Vereinigtes Königreich

durchgestrichen … nicht ratifiziert

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