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Raja Yoga

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Raja Yoga ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=sa |SCRIPTING=Deva |SERVICE=Sanskrit}}, {{#if:|<templatestyles src="Latn/styles.css" />}}{{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty| {{#if: | {{{link}}} | 1 }} }} | rājayoga | rājayoga }}, [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}ɽɑːʤʌjoːgʌ{{#if:

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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}] m. „königlicher Yoga“) ist einer der klassischen Yogawege. Im Raja Yoga wird die Entwicklung und Beherrschung des Geistes angestrebt. Gewöhnlich wird Raja Yoga mit Ashtanga Yoga („achtgliedriger Yoga“) gleichgesetzt, wie er im Yogasutra von Patanjali beschrieben wird.

Name

Der Begriff „Raja Yoga“ leitet sich ab aus dem Sanskritwort raja, „König“, und bedeutet königlicher Yoga. Die allgemein anerkannte Deutung des Namens besagt, dass derjenige, der seinen Geist bezwingen kann, ein wahrer Herrscher sei.<ref>Helmtrud Wieland: Das Spektrum des Yoga. Gladenbach 2006, ISBN 3-87348-150-2, S. 156.</ref> Auch wird gesagt, dass der Raja Yoga alle anderen Yogawege überrage und deshalb als königliche Disziplin betrachtet werden könne.

Überlieferung in klassischen Yogaschriften

Der Begriff Raja Yoga taucht relativ spät auf. Gemäß der Yogatattvaupanishad und anderen klassischen Yogaschriften ist er einer der vier Yogas. Diese sind Mantra Yoga, Laya Yoga, Hatha Yoga und Raja Yoga.<ref>Mircea Eliade: Yoga. insel taschenbuch 3001, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-458-34701-1, S. 137.</ref>

Diese Yogawege werden in den Schriften wie folgt definiert:

  • Mantra Yoga: Singen und Rezitieren von Mantren, speziell von Soham<ref>Gerold James Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. Band XII: Yoga, India’s Philosophy of Meditation. Delhi 2008, ISBN 978-81-208-3349-4, S. 469.</ref>
  • Hatha Yoga: Reinigung des subtilen Körpers
  • Laya Yoga: Auflösung des Einzelgeistes in den All-Geist oder ins höchste Selbst
  • Raja Yoga: Geisteskontrolle

Raja Yoga gilt als der höchste Yoga und wird mit dem Ashtanga Yoga von Patanjali gleichgesetzt. In der Regel gehen die diversen Schriften, die Raja Yoga nennen, nicht genauer auf diesen ein und es werden nur allgemeine Angaben gemacht<ref>G. J. Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. S. 137 f.</ref>. Danach ist Raja Yoga samenlose Meditation (Yogachintamani)<ref>G. J. Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. S. 537.</ref> oder perfekte Kontrolle von Geist und Atem (Rajayogabhashya).<ref name="Larson364">G. J. Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. S. 364 f.</ref> Er führt zur Auflösung des Geistes (Hatharatnavali)<ref>G. J. Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. S. 525.</ref> und zu Befreiung (Jyotsna).<ref name="Larson547">G. J. Larson: Encyclopedia of Indian Philosophies. S. 547 f.</ref> Menschen mit unruhigem Geist können dank Hatha Yoga den Raja Yoga erlangen (Jyotsna).<ref name="Larson547" /> Nach der Hathapradipika gelingt der Raja Yoga nicht ohne Hatha Yoga und der Hatha Yoga nicht ohne Raja Yoga.

Gemäß dem Rajayogabhashya verschmelzen in der höchsten Stufe des Raja Yogas der Meditierende (dhyatar), Meditation (dhyana) und Meditationsobjekt (dhyeya) miteinander; der Rajayogin bleibt in seinen Handlungen unberührt und erfährt Identifikation mit dem Brahman.<ref name="Larson364" />

Bekannt geworden ist Raja Yoga vor allem durch Vivekananda (1863–1902), der in seinem Buch Raja Yoga den achtgliedrigen Yoga von Patanjali erklärt und auch den Yogasutra übersetzt. Vivekananda schätzte den Raja Yoga höher ein als die anderen von ihm gelehrten Yogawege wie Karma Yoga, Bhakti Yoga und Jnana Yoga.

Die acht Stufen des Raja Yoga oder Ashtanga Yoga nach dem Yogasutra von Patanjali

  1. Yama – 5 ethischen Verhaltensregeln
  2. Niyama – 5 Regeln der Selbstdisziplin
  3. Asana – Schulung und Reinigung des Körpers mittels Yogastellungen
  4. Pranayama – Atemkontrolle
  5. Pratyahara – Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt
  6. Dharana – Konzentration auf nur einen Gedanken
  7. Dhyana – Meditation, Kontemplation
  8. Samadhi – Überbewusstsein, Einheitsbewusstsein

Die drei letzten Aspekte Dharana, Dhyana und Samadhi werden zusammengefasst als Samyama bezeichnet.

Heutige Deutung

Raja Yoga wird heute meist im Sinne von Vivekananda interpretiert, beinhaltet also alle acht Stufen. Doch gibt es auch Richtungen, die die ersten Stufen, namentlich Asana und Pranayama, als Hatha Yoga definieren, der vorbereitend für den Raja Yoga wirke. Dieser beinhaltet die letzten drei Stufen Dharana, Dhyana und Samadhi.<ref>Elvira Friedrich: Yoga. Der indische Erlösungsweg. DG 138. München 1997, ISBN 3-424-01378-1, S. 173.</ref> Letztlich wird Raja Yoga auch mit Meditation gleichgesetzt.

Eine Sonderform des Raja Yoga ist der geistige Yoga der Brahma Kumaris World Spiritual University (BKWSU), einer religiös-spirituellen Bewegung aus Indien, wonach „Raja Yoga“ die „königliche Verbindung“ zwischen Mensch und Gott meint, in Form einer liebevollen Beziehung, die in eine entsprechend hohe Ethik münden soll.

Literatur

  • Gerold James Larson & al.: Encyclopedia of Indian Philosophies. Band XII: Yoga, India’s Philosophy of Meditation. Delhi 2008, ISBN 978-81-208-3349-4.
  • Swami Vivekananda: Raja-Yoga. Phänomen, Neuenkirchen 2007, ISBN 978-3-933321-56-5.
  • Selvarajan Yesudian: Raja-Yoga – Der königliche Weg. Aquamarin, Grafing 2008, ISBN 978-3-89427-387-3.
  • Alice A. Bailey: Der Yoga-Pfad. Karl Rohm 1963, ISBN 3-87683-119-9.
  • Iqbal Kisheu Taimni: Die Wissenschaft des Yoga. F.Hirthammer, 1982, ISBN 3-921288-80-0.

Einzelnachweise

<references />