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Radulf von Mérencourt

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Radulf von Mérencourt (auch Rudolf oder Ralph, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); † 1225) war Bischof von Sidon, Kanzler des Königreichs Jerusalem sowie Lateinischer Patriarch von Jerusalem.

Albert stammte aus Mérencourt, dem heutigen Saint-Benoist-sur-Vanne bei Troyes in Frankreich.<ref>Vgl. Hans Eberhard Mayer: Die Kanzlei der lateinischen Könige von Jerusalem (= Schriften der Monumenta Germaniae historica. Bd. 40, 1). Band 1. Hahn, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5740-3, S. 302.</ref>

1192 bis 1202 war er Notar in der Kanzlei des Königreichs Jerusalem.<ref>Vgl. Hans Eberhard Mayer, Jean Richard: Die Urkunden der lateinischen Könige von Jerusalem. = Diplomata regum Latinorum Hierosolymitanorum. Band 1. Hahn, Hannover 2010, ISBN 978-3-7752-2100-9, S. 18.</ref> Er war Dekan des Domkapitels der Heilig-Kreuz-Kathedrale in Akkon, als er 1206 selbst zum Kanzler des Königreichs Jerusalem ernannt wurde.<ref>Vgl. Hans Eberhard Mayer: Die Kanzlei der lateinischen Könige von Jerusalem (= Schriften der Monumenta Germaniae historica. Bd. 40, 2). Band 2. Hahn, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5741-1, S. 805</ref> Um 1211 wurde er Bischof von Sidon.

1213 reiste er als Gesandter des Jerusalemer Königs Johann von Brienne zum Papst.<ref>Vgl. Werner Maleczek: Der Mittelpunkt Europas im frühen 13. Jahrhundert. Chronisten, Fürsten und Bischöfe an der Kurie zur Zeit Papst Innocenz’ III. In: Römische Historische Mitteilungen. Band 49, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2007, ISBN 978-3-7001-3957-7, S. 89–158, hier S. 156 (doi:10.1553/rhm49s89).</ref>

Nachdem der Patriarch von Jerusalem Albert Avogadro 1214 einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, wurde Radulf im Februar 1215 zu dessen Nachfolger gewählt.<ref name="Kirstein445">Vgl. Klaus-Peter Kirstein: Die lateinischen Patriarchen von Jerusalem. Von der Eroberung der Heiligen Stadt durch die Kreuzfahrer 1099 bis zum Ende der Kreuzfahrerstaaten 1291 (= Ordensstudien. Bd. 16). Duncker & Humblot, Berlin 2002, ISBN 3-428-09964-8, S. 445, (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Dissertation, 1997).</ref> Wegen seiner Weihe zum Patriarchen musste er sein Amt als Kanzler ablegen, dass Johann von Brienne nicht neu vergab.<ref>Vgl. Hans Eberhard Mayer: Die Kanzlei der lateinischen Könige von Jerusalem (= Schriften der Monumenta Germaniae historica. Bd. 40, 1). Band 1, Hahn, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5740-3, S. 325.</ref>

Im November 1215 nahm er am Vierten Laterankonzil teil,<ref>Vgl. Gabriela Signori: Das 13. Jahrhundert. Eine Einführung in die Geschichte des spätmittelalterlichen Europas. W. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019096-2, S. 63.</ref> auf dem er zum Patriarchen von Jerusalem geweiht wurde<ref name="Kirstein445" />, und bei dem insbesondere ein neuer Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems von den Muslimen beschlossen wurde.

Radulf wurde zum päpstlichen Legaten für den Kreuzzug bestimmt.<ref>Vgl. Thomas C. Van Cleve: The Fifth Crusade. In: Kenneth M. Setton (Hrsg.): A History of the Crusades. Band 2: Robert Lee Wolff, Harry W. Hazard (Hrsg.): The Later Crusades, 1189–1311. 2nd edition. University of Wisconsin Press, Madison WI u. a. 2005, ISBN 0-299-04844-6, S. 377–428, hier S. 383.</ref> 1217 empfing er das eintreffende Kreuzzugsheer in Akkon und begleitete die Truppen bei den folgenden Feldzügen in Palästina und Ägypten. Dabei führte er zur Hebung der Truppenmoral ein Fragment des Heiligen Kreuzes mit, das nicht, wie der Großteil dieser Reliquie in der Schlacht bei Hattin 1187 verloren gegangen war.<ref>Vgl. Thomas C. Van Cleve: The Fifth Crusade. In: Kenneth M. Setton (Hrsg.): A History of the Crusades. Band 2: Robert Lee Wolff, Harry W. Hazard (Hrsg.): The Later Crusades, 1189–1311. 2nd edition. University of Wisconsin Press, Madison WI u. a. 2005, ISBN 0-299-04844-6, S. 377–428, hier S. 388, 390, 392, 400.</ref>

Wenig später traf Pelagius von Albano im Lager der Kreuzfahrer ein, der Radulf als päpstlichen Legaten ablöste. Unter dessen Kommando scheiterte der Kreuzzug 1221.

1222 reiste er zusammen mit Johann von Brienne erneut nach Italien, zur Verheiratung von Johanns Tochter, der Thronerbin Isabella II. von Jerusalem mit Kaiser Friedrich II. und um letzteren zu einem Kreuzzug zu bewegen, den dieser schon seit 1215 versprochen hatte.<ref>Vgl. Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. Sonderausgabe in einem Band ohne Quellen- und Literaturangaben, 28.–32. Tausend der Gesamtauflage. C. H. Beck, München 1995, ISBN 3-406-39960-6, S. 951.</ref>

Er starb um 1225.

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Joscius von TyrusKanzler des Königreichs Jerusalem
1206–1215
vakant
Albert AvogadroPatriarch von Jerusalem
1215–1225
Gerald von Lausanne

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