Quintus Salvidienus Rufus Salvius
Quintus Salvidienus Rufus Salvius († 40 v. Chr.; auch Q. Salvius<ref>Auf Münzen, die er während seines gallischen Prokonsulats prägte, nannte er sich Q. Salvius. Ronald Syme (The Roman Revolution, Oxford 2002, S. 129) hielt es für möglich, dass er seinen nicht-römischen Gentilnamen auf diese Weise romanisierte; D. R. Shackleton Bailey (Two studies in Roman nomenclature, 1976) hat vorgeschlagen, dass er von einem Salvius adoptiert wurde.</ref>) war ein römischer Politiker und Feldherr der Triumviratszeit. Neben Marcus Vipsanius Agrippa war er der engste Freund Octavians (des späteren Augustus) in den ersten Jahren von dessen Aufstieg.
Salvidienus stammte aus einfachen Verhältnissen<ref name="velleius">Velleius Paterculus 2, 76, 4.</ref> und soll als junger Mann Hirte gewesen sein.<ref name="dio4833">Cassius Dio 48, 33, 1 (englische Übersetzung).</ref> Vielleicht begann sein Aufstieg als Offizier schon unter Gaius Iulius Caesar. Er begleitete (wie Agrippa) Octavian, als dieser sich zur Zeit der Ermordung Caesars in Apollonia aufhielt.<ref>Velleius Paterculus 2, 59, 5. Brutus bei Cicero, Epistulae ad Brutum 25, 4.</ref> Anfang 42 v. Chr. kommandierte er als Legat die Flotte Octavians im Kampf gegen Sextus Pompeius.<ref name="per123">Titus Livius, periocha 123.</ref> Nach anfänglichen Erfolgen,<ref name="dio4818">Cassius Dio 48, 18 (englische Übersetzung).</ref> die ihm den Titel eines Imperators einbrachten,<ref>CIL 10, 8337, Schleuderbleie mit der Inschrift Q(uintus) Salv(idienus) im(perator).</ref> wurde er an der Straße von Messina von Pompeius geschlagen.<ref name="per123" /><ref name="dio4818" /> 41 v. Chr. sollte Salvidienus mit sechs Legionen nach Spanien marschieren, wurde aber von Gaius Asinius Pollio, Quintus Fufius Calenus und Publius Ventidius Bassus daran gehindert. Nachdem Octavian ihn zurückgerufen hatte, ging er gemeinsam mit diesem und Agrippa im Perusinischen Krieg gegen Lucius Antonius vor.<ref>Appian, Bürgerkriege 5, 27; 31–35 (englische Übersetzung). CIL 11, 6721, Nr. 17, Schleuderbleie mit der Inschrift Rufus imp(erator).</ref> Im Zuge dieses Feldzugs eroberte und zerstörte er die Stadt Sentinum.
40 v. Chr. wurde Salvidienus nach dem Tod des Quintus Fufius Calenus Statthalter der gallischen Provinzen. Für das folgende Jahr wurde er – ohne vorher ein anderes Amt des senatorischen Cursus honorum bekleidet zu haben<ref name="velleius" /> – von Octavian zum Konsul designiert. Marcus Antonius beschuldigte ihn jedoch nach Abschluss des Vertrags von Brundisium mit Octavian, er habe in dem dem Vertrag vorangegangenen Konflikt zu ihm überlaufen wollen. Octavian rief Salvidienus zu sich, ließ ihn vom Senat wegen Hochverrats verurteilen und hinrichten;<ref name="dio4833" /><ref>Appian, Bürgerkriege 5, 66 (englische Übersetzung).</ref><ref>Sueton, Augustus 66.</ref> nach anderer Version beging Salvidienus Selbstmord.<ref name="per127">Titus Livius, periocha 127.</ref>
Literatur
- Jörg Fündling: Salvidienus. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 1271–1272.
- Hans Georg Gundel: Salvidienus. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 4, Stuttgart 1972, Sp. 1525 f.
- Friedrich Münzer: Salvidienus 4). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I A,2, Stuttgart 1920, Sp. 2019–2021 (online).
Anmerkungen
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Salvidienus Rufus Salvius, Quintus |
| ALTERNATIVNAMEN | Rufus Salvius, Quintus Salvidienus; Salvius, Quintus; Salvidienus Rufus |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Politiker und Heerführer |
| GEBURTSDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 40 v. Chr. |