Quintus Pompeius Rufus (Volkstribun 52 v. Chr.)
Quintus Pompeius Rufus war ein Politiker der späten römischen Republik.
Pompeius Rufus war ein Enkel Lucius Cornelius Sullas; sein Vater Quintus Pompeius Rufus, der Cornelia, eine Tochter Sullas, geheiratet hatte, kam bei Unruhen 88 v. Chr. um.<ref>Plutarch, Marius 35, Sulla 8, Appian, Bell. civ. I 56.</ref> Seine Schwester Pompeia war zeitweilig die Frau Gaius Iulius Caesars.
Quintus Pompeius Rufus ließ als Münzmeister (tresvir monetalis) etwa im Jahr 54 v. Chr. (vielleicht auch schon 59 v. Chr.) Münzen mit den Porträts seiner beiden Großväter Sulla und Quintus Pompeius Rufus, die 88 v. Chr. gemeinsam Konsuln gewesen war, prägen.<ref>M.H. Crawford, Roman Republican Coinage, I, Cambridge - e.a., 1974, S. 456, Nr. 434.</ref> 54 v. Chr. klagte er den zum Konsul gewählten Marcus Valerius Messalla Rufus vergeblich wegen Wahlbetrugs an und wurde sogar ins Gefängnis geworfen.<ref>Cassius Dio, XL 45.2-3</ref>
52 v. Chr. war Pompeius Rufus Volkstribun. Als Publius Clodius Pulcher bei einem Straßenkampf von Leuten Titus Annius Milos getötet wurde, heizte er zusammen mit anderen Tribunen den Volkszorn an.<ref>Asconius Pedianus, 32-52C, Cassius Dio, XL 49. Vgl. Cicero, Pro Milone 45, 90-91.</ref> In der zunehmenden Anarchie wurde schließlich Gnaeus Pompeius Magnus zum alleinigen Konsul gewählt.<ref>Asconius Pedianus, 51.</ref> Pompeius Rufus unterstützte seine Maßnahmen, die Ordnung wiederherzustellen, bei denen unter anderem Milo in die Verbannung geschickt wurde. Unmittelbar nach Ablauf seiner Amtszeit im Dezember 52 v. Chr. wurde Pompeius Rufus allerdings selbst von Marcus Caelius Rufus wegen Aufruf zur Gewalt (de vi) angeklagt und musste nach der Verurteilung in die Verbannung nach Bauli in Kampanien gehen.<ref>Valerius Maximus, IV 2 § 7, Cassius Dio, XL 55.1-4. Vgl. Caelius in Cicero, Ad Familiares VIII 1.4.</ref> Im folgenden Jahr 51 v. Chr. wurde das falsche Gerücht verbreitet, Pompeius Rufus habe den nach Kilikien reisenden Marcus Tullius Cicero ermordet.<ref>Caelius in Cicero, Ad Familiares VIII 1.4.</ref> Später wird er nicht mehr erwähnt, allerdings könnte er mit einem während des Bürgerkriegs in Afrika erwähnten Pompeius Rufus identisch sein.<ref>[Gaius Iulius Caesar], Bellum Africum 85.7.</ref>
Literatur
- Marieluise Deißmann-Merten: Pompeius I. 6. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 4, Stuttgart 1972, Sp. 1028.
- Jörg Fündling: Pompeius [I 7]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0.
Weblinks
- Münze des Quintus Pompeius Rufus mit Porträts seiner Großväter (Münzkabinett – Staatliche Museen zu Berlin)
Anmerkungen
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pompeius Rufus, Quintus |
| ALTERNATIVNAMEN | Rufus, Quintus Pompeius |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Politiker, Volkstribun 52 v. Chr. |
| GEBURTSDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |