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Pyrimidin

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Pyrimidin (Y<ref>Vorlage:Literatur</ref>) ist ein sechsgliedriges heterocyclisches aromatisches Amin mit zwei Stickstoffatomen, das nach der systematischen Nomenklatur auch als 1,3-Diazin bezeichnet wird. Der Name leitet sich von griechisch pyr = Hitze, Feuer (wegen der Verwandtschaft mit Pyridin) und der Stoffklasse der Amidine ab. Pyrimidin ist der Grundkörper der Stoffgruppe der Pyrimidine.

Struktur

Pyrimidin zählt als ein Aza-Analoges (Azalog) des Pyridins zu den heteroaromatischen Diazinen.

Datei:Pyrimidine chemical structure.svg
Verschiedene Darstellungen des Pyrimidinmoleküls

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Herstellung

Pyrimidin wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals von Siegmund Gabriel und James Colman aus Barbitursäure synthetisiert. Diese wurde mit Phosphoroxychlorid umgesetzt, wobei 2,4,6-Trichlorpyrimidin erhalten wurde. Enthalogenierung mit Zinkpulver führte zur Zielverbindung.<ref>S. Gabriel, James Colman: Über das Pyrimidin. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1899, 32, S. 1525–1538; doi:10.1002/cber.18990320231.</ref> Enthalogenierungen wurden auch mit 2,4-Dichlorpyrimidin und Tetrachlorpyrimidin durchgeführt.<ref>The Merck Index. 11th Edition. Merck and Co., Rahway USA 1989, S. 1270.</ref>

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Pyrimidinsynthese aus Barbitursäure

Über 50 Jahre nach Gabriels Entdeckung wurde im Arbeitskreis um Hellmut Bredereck eine Synthese aus C3-Bausteinen und Formamid entwickelt. Als Substitut für den instabilen Malondialdehyd (Propandial) wurden dessen Tetraacetal, 1-Methoxy-1,3,3-triethoxypropan, der Enolether 1,3,3-Triethoxypropen und das Enamin 3-Diethylaminopropenal eingesetzt.<ref>H. Bredereck, R. Gompper, G. Morlock: Formamid-Reaktionen, VIII. Eine Neue Pyrimidin-Synthese. In: Chemische Berichte, 1957, 90, S. 942–952; doi:10.1002/cber.19570900613.</ref><ref>H. Bredereck, R. Gompper, H. Herlinger: Formamid-Reaktionen. XI.: Darstellung, Eigenschaften und Umsetzungen des Pyrimidins. In: Chemische Berichte, 1958, 91, S. 2832–2849; doi:10.1002/cber.19580911240.</ref>

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Pyrimidinsynthese aus 1,3,3-Triethoxypropen und Formamid

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Eigenschaften

Pyrimidin bildet farblose, charakteristisch riechende Kristalle, die schon oberhalb von 20–22 °C schmelzen.<ref name="Römpp" /> Oberhalb des Schmelzpunktes liegt eine farblose Flüssigkeit mit einem Normaldrucksiedepunkt bei 124 °C vor.<ref>R.C. Weast, J.G. Grasselli (Hrsg.): CRC Handbook of Data on Organic Compounds. 2nd Edition. CRC Press, Boca Raton FL 1989, 1.</ref> Die molare Verdampfungsenthalpie beträgt 49,89 kJ·mol−1.<ref name="Nabavian">P.M. Nabavian, R. Sabbah, R. Chastel, M. Laffitte: Thermodynamique de composes azotes. II.: Etude thermochimique des acides aminobenzoiques, de la pyrimidine, de l'uracile et de la thymine. In: J. Chim. Phys., 1977, 74, S. 115–126.</ref> Die Verbrennungsenthalpie wurde mit −2288,9 kJ·mol−1, die Bildungsenthalpie mit 143,2 kJ·mol−1 bestimmt.<ref name="Nabavian" /> Die Verbindung ist in Wasser leicht löslich.<ref name="Römpp" /> Mit Säuren bildet sie Salze.<ref name="Römpp" />

Literatur

  • Brockhaus ABC Chemie. F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1971.
  • J. A. Joule, G. F. Smith: Heterocyclic Chemistry. Second Edition. Van Nostrand Reinhold Company, London 1978, ISBN 0-442-30212-6.

Einzelnachweise

<references />

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