Punk Planet
Punk Planet war ein von 1994 bis 2007 existierendes Magazin. Das aus der Hardcore-Punk-Bewegung stammende und in Chicago ansässige Magazin brachte neben Artikeln über Musik und Szene auch Darstellungen über Politik im Allgemeinen und Feminismus im Besonderen und über weitere Kultur. Gründer war Daniel Sinker.<ref name="guide">Sharon M. Hannon: Punks: A Guide to an American SubcultureABC-CLIO, 2009, ISBN 0-313-36456-7, S. 42</ref> Er selbst sagte, dass das damals wichtigste Punk-Magazin Maximumrocknroll ästhetisch und inhaltlich zu sehr in der Frühzeit der Punkbewegung verwurzelt sei und neuere Entwicklungen ignorierte.<ref name="spin1"/>
Besonders bekannt wurde das Magazin für seine langen und ausführlichen Interviews mit Bands und Künstlern. Punk Planet veröffentlichte mehrere Bücher, in denen es diese Interviews zusammenstellte. Punk Planet Books existiert auch weiterhin.<ref name="guide"/> Das Magazin versuchte über die Szene in der gesamten Welt zu berichten. Neben den Interviews und Artikeln enthielt jede Ausgabe einen DIY-Teil für Musiker, das Magazin folgte dem Credo, dass nicht nur jeder an Punk teilnehmen konnte, sondern jeder teilnehmen sollte.<ref name="cmc">Costas M. Constantinou: Cultures and politics of global communication Cambridge University Press, 2008, ISBN 0-521-72711-1, S. 199–203</ref>
Das 1996 vom Spin-Magazin als Torwächter des Punk-Purismus beschriebene Blatt<ref name="spin1">Johnny Huston: Meet the Leaders of the New School, Spin, April 1996 S. 26</ref> konnte sich trotz oder wegen dieser konsequenten Ausrichtung weiter über die Hardcore-Szene hinaus etablieren. Punk Planet orientierte sich politisch gegenüber der älteren Szene und legte besonderen Wert auf Feminismus und die Riot-Grrrl-Bewegung.<ref name="Raha204">Maria Raha: Cinderella's big score: women of the punk and indie underground, Seal Press, 2005, ISBN 1-58005-116-2, S. 204 </ref> Stilistisch stellte es sich weiter auf als andere Punk-Magazine und betrachtete eher Produktionsbedingungen und politischen Gehalt einer Veröffentlichung denn das Erfüllen von Genrekategorien. In späteren Jahren nahm Punk Planet durch seine vergleichsweise große Verbreitung eine Brückenfunktion zwischen der engeren Hardcore-DIY-Szene und einer weiteren Underground/Alternative-Szene ein.<ref name="Kuhn17">Gabriel Kuhn: Sober Living for the Revolution PM Press, 2010, ISBN 1-60486-051-0</ref>
Insgesamt erschienen 80 Ausgaben, bevor das Magazin sich finanziell nicht mehr trug. Die Macher zitierten sich verschlechternde Vertriebsbedingungen und ein Abwandern der Werbung als Hauptgründe. Während Benefizkonzerte immer einen Teil der Finanzierung übernahmen, konnten diese nicht allein die Kosten tragen.<ref name="guide"/>
Anmerkungen
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