Publius Cornelius Lentulus Sura
Publius Cornelius Lentulus Sura (* um 114 v. Chr.<ref>Cicero, Brutus 230.</ref>; † 5. Dezember 63 v. Chr. in Rom) war ein römischer Politiker aus dem Familienzweig der Lentulier innerhalb der gens Cornelii.
Leben
Lentulus Sura war im Jahr 75 v. Chr. Prätor, danach Proprätor der Provinz Sicilia. Im Jahr 71 v. Chr. bekleidete er den Konsulat und wurde im Jahr nach seinem Konsulat, also 70 v. Chr., wegen seinen unsittlichen Lebenswandel von den Zensoren aus dem Senat ausgeschlossen. Um wieder in den Senat zu gelangen, wurde er 63 v. Chr. erneut Prätor.
Lentulus Sura war mit Iulia verheiratet und Stiefvater von Marcus Antonius. Er genoss unter Sulla Ansehen als Redner.<ref>Cicero, Brutus 230, 308, 311.</ref> Er wurde zweimal vor Gericht freigesprochen, einmal knapp mit zwei Stimmen Mehrheit.<ref>Cicero, Epistulae ad Atticum 1,16,9;
Plutarch' Cicero 17,2.</ref> Cicero lobte seine Redekunst, betonte aber auch seine Dreistigkeit.<ref>Cicero, Catilina 3,11; Brutus 235.</ref>
Catilinarische Verschwörung
Lentulus Sura war eine zentrale Figur in der Catilinarischen Verschwörung von 63 v. Chr. und galt neben Catilina als Anführer.<ref>Cicero, Catilina 3,9ff.;
Sallust, Bellum Catilinae 47,2.</ref> Er glaubte an eine Prophezeiung der sibyllinischen Bücher, dass drei „Cornelier“ Rom beherrschen würden, und sah sich als dritter nach Lucius Cornelius Cinna und Lucius Cornelius Sulla Felix.<ref>Cicero, Catilina 3,9ff.;
Plutarch, Cicero 17,4.</ref> Nach Catilinas Abreise aus Rom führte Lentulus die Verschwörung in der Stadt und versuchte, die Allobroger als Verbündete zu gewinnen.<ref>Sallust, Bellum Catilinae 40,1.</ref> Diese verrieten ihn jedoch, und Cicero ließ ihn am 3. Dezember verhaften.<ref>Cicero, Catilina 3,6;
Sallust, Bellum Catilinae 46,3.</ref> Nach einem Geständnis<ref>Cicero, Catilina 3,10–12.</ref> wurde er zur Abdankung gezwungen und am 5. Dezember im Carcer Tullianus hingerichtet.<ref>Sallust, Bellum Catilinae 55,1–6; Plutarch, Cicero 22,1f.</ref>
Herkunft des Namens „Sura“
Den Spitznamen „Sura“ erhielt Lentulus aufgrund einer Anekdote aus seiner Zeit als Quästor unter Sulla. Plutarch berichtet:<ref>Plutarch, Cicero 17,2.</ref> „In der Zeit Sullas verlor er als Quästor viel öffentliches Geld. Als Sulla ihn zur Rechenschaft zog, trat er gleichgültig vor den Senat, weigerte sich, Rechenschaft abzulegen, und bot stattdessen sein Schienbein an, wie es Kinder beim Ballspiel tun, wenn sie einen Fehler machen.“ Da „sura“ auf Lateinisch „Schienbein“ bedeutet, wurde dies sein Spitzname, der nur selten von Cicero verwendet wurde.<ref>Cicero, Brutus 230.</ref>
Literatur
- Friedrich Münzer: Cornelius 240. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,1, Stuttgart 1900, Sp. 1399–1402.
- Hans Georg Gundel: Lentulus. 3. In: Der Kleine Pauly. Band 3, 1969, Sp. 539.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cornelius Lentulus Sura, Publius |
| ALTERNATIVNAMEN | Lentulus Sura, Publius Cornelius |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Konsul 71 v. Chr. |
| GEBURTSDATUM | um 114 v. Chr. |
| STERBEDATUM | 5. Dezember 63 v. Chr. |
| STERBEORT | Rom |
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- Konsul (Römische Republik)
- Lentulier
- Hingerichtete Person (Römisches Reich)
- Hingerichtete Person (1. Jahrhundert v. Chr.)
- Angehöriger der Catilinarischen Verschwörung
- Geboren im 2. Jahrhundert v. Chr.
- Gestorben 63 v. Chr.
- Mann