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Provinzialstraße Elberfeld–Hitdorf

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Die Provinzialstraße Elberfeld–Hitdorf war eine klassifizierte Straße der preußischen Provinzverwaltung Rheinprovinz. Die Provinzialstraße führte von der bis 1929 selbstständigen Stadt Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal) bis nach Hitdorf (heute Stadtteil von Leverkusen) am Rhein. Von dort gab es Fährverbindungen nach Köln, so dass die Straße auch die Verbindung nach Köln darstellte.<ref name="Wolfgang Stock">Wolfgang Stock: Wuppertaler Straßennamen. Thales Verlag, Essen-Werden 2002, ISBN 3-88908-481-8</ref>

Die Trasse der Provinzialstraße ist insofern historisch bedeutsam, als sie die Wirtschaft der bergischen Region mit dem vor dem Eisenbahnbau sehr wichtigen Rheinhafen in Hitdorf verband. Über diesen Hafen fand ein großer Teil der bergischen Manufaktur-Produkte seinen Absatz in Richtung Westen.<ref name="Wilhelm Engels">Wilhelm Engels: Mittelalterliche Verkehrswege und neuzeitlicher Straßenbau im Remscheider Gebiet und seiner weiteren Umgebung. Remscheid 1939, S. 82</ref><ref name=":0" details="S. 90">Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Braun, Duisburg 1969, DNB 457973358.</ref>

Verlauf

Wuppertal

Im heutigen Gebiet Wuppertals beginnt die Straße auf dem Wall, führt über die Wupperbrücke Isländer Brücke in Richtung Süden. Dort setzte sich die Provinzialstraße auf der Straße Johannisberg (damals ein Hohlweg, an dem die Ortslage Am Hohlenweg lag) und der Kölner Straße fort, daher erklärt sich auch der Name dieser nach Köln führenden Straße. Der weitere Verlauf ging über Steinbeck, die Cronenberger Straße, die zu der damaligen Zeit selbstständigen Gemeinde Cronenberg führte, und die Hahnerberger Straße. Die Hauptstraße durchquert den historischen Ortskern Cronenbergs und geht in die Solinger Straße nach Solingen über. Die Wupper sowie die Stadtgrenze wurde an der Kohlfurther Brücke überquert.<ref name="karten">Kartenblätter Topographische Aufnahme der Rheinlande von 1824 und Preußische Uraufnahme von 1843</ref>

Solingen

In Solingen verlaufen die heutigen Straßen Kohlfurther Straße, Stöcken und Cronenberger Straße nach Solingen-Mitte auf der Trasse der alten Provinzialstraße. In Richtung Köln folgen weiter die Kölner Straße, dann führt die Straße über Höhscheid und Aufderhöhe über die Trasse der heutigen Bundesstraße 229 (Grünewalder Straße, Neuenhofer Straße, Neuenkamper Straße, Aufderhöher Straße, Landwehrstraße). Nach der Querung der Bahnstrecke Haan-Gruiten–Köln-Deutz bei Landwehr wird die Stadtgrenze zu Langenfeld erreicht.<ref name="karten" />

Langenfeld

Auch in Langenfeld gibt die Bundesstraße 229 zunächst die Trasse vor. Von der Solinger Stadtgrenze sind es die Elberfelder Straße, Hardt und Solinger Straße zum Immigrather Ortskern. In Immigrath ist die Fußgängerzone der Solinger Straße Teil der Trasse. Sie führt anschließend weiter durch Ganspohl und dem Langenfelder Ortskern entlang der Hauptstraße und Hitdorfer Straße nach Süden.<ref name="karten" />

Leverkusen

Der Endpunkt der Provinzialstraße ist in Hitdorf erreicht.

Geschichte

Die im 19. Jahrhundert ausgewiesene Provinzialstraße Elberfeld-Hitdorf folgte zum Teil noch älteren Hohl- und Verkehrswegen. Auf heutigem Wuppertaler Stadtgebiet ist etwa die Kölner Straße als historischer Hohlweg belegt. Die Verbindung von Solingen-Mitte über Höhscheid, Aufderhöhe und Langenfeld nach Hitdorf wurde 1752 bis 1754 als sogenannter Neuer Rheinweg trassiert.<ref>Reinhold Kaiser: Rheinischer Städteatlas. Lfg. VIII Nr. 45: Höhscheid. Rheinland-Verlag, Köln 1985, ISBN 3-7927-0830-2, S. 2</ref> Er verbesserte den bisher hauptsächlich über die Sandstraße abgewickelten Warenverkehr von Solingen nach Köln.<ref name=":0" details="S. 90" /> Der Neue Rheinweg wurde unter Napoleon zur Chaussee ausgebaut und schließlich als Provinzialstraße klassifiziert.

Aus der Provinzialstraße gingen im 20. Jahrhundert schließlich die heutige Landesstraße 427 und Bundesstraße 229 hervor, die einen Großteil der historischen Strecke ausmachen.

Einzelnachweise

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