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Anonymous (Kollektiv)

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(Weitergeleitet von Projekt Chanology)
Datei:Anonymous emblem.svg
Die kopflose Person im Anzug symbolisiert den führerlosen Charakter der Bewegung.

Anonymous (amerikanisch-englische Aussprache <templatestyles src="IPA/styles.css" />[əˈnɒnɪməs] <phonos file="en-us-anonymous.ogg"></phonos>; von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref>Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (zeno.org [abgerufen am 28. Februar 2022]).</ref>) ist ein Internetphänomen, das innerhalb der Netzkultur verwendet wird, um unter diesem Namen Hacktivismus und öffentliche Demonstrationen zu betreiben.

Datei:Occupy Wall Street Anonymous 2011 Shankbone.JPG
Anonymous-Aktivist bei einer Occupy-Wall-Street-Kundgebung 2011
Datei:Anonymous at Scientology in Los Angeles.jpg
Aktivisten mit Guy-Fawkes-Masken

Anfangs als Spaßbewegung aus dem Imageboard 4chan hervorgegangen, trat Anonymous seit 2008 zunehmend politisch mit Protestaktionen für die Redefreiheit, die Unabhängigkeit des Internets und gegen das Urheberrecht, Autoren und Künstler<ref>Aufruf „Wir sind die Urheber“: Anonymous stellt Unterstützer an den Pranger. In: Börsenblatt. Börsenverein des Deutschen Buchhandels, 14. Mai 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 9. Februar 2014.</ref> und verschiedene Organisationen, darunter Scientology, staatliche Behörden, global agierende Konzerne, Urheberrechtsgesellschaften und auch in internationalen sozialen Problemfällen in Erscheinung. Aktionsmittel von Anonymous sind unter anderem Demonstrationen und Hackerangriffe.

Bei öffentlichen Kundgebungen treten viele Aktivisten mit Gesichtsmasken auf, die den britischen Attentäter Guy Fawkes darstellen und dem dystopischen Polit-Comic V wie Vendetta entlehnt sind.

Über Anonymous

Datei:Anonymous Flag.svg
Die Flagge des Kollektivs Anonymous

Die Wurzeln von Anonymous liegen vornehmlich in sogenannten Imageboards, auf denen alle unzensiert und unmoderiert Bilder und Botschaften hinterlassen können, wobei auch ein Name angegeben werden kann. Allerdings tut das kaum jemand, weswegen die meisten Beiträge mit dem Namen „Anonymous“ gekennzeichnet sind. So stammt der Name des Kollektivs wahrscheinlich daher, dass – je nach technischer Voreinstellung – bei unangemeldeter Benutzung sämtliche Einträge in den Imageboards mit „Anonymous“ gekennzeichnet werden. Mit der Zeit erlangte diese Art der Veröffentlichung den Status eines Internetphänomens. Die teilnehmenden Nutzer werden abgekürzt als „Anon“ bezeichnet.

Typisch für Anonymous sind die der Graphic Novel V wie Vendetta von Alan Moore und David Lloyd entnommenen Masken, die ursprünglich das Gesicht des britischen Attentäters Guy Fawkes darstellen sollen. Diese dienen sowohl als Erkennungszeichen als auch zur Anonymisierung und im Zuge der Protestaktionen auch zum Schutz vor Verfolgung durch Scientology im Rahmen ihrer sogenannten Fair Game Policy.<ref name=":0">Gerald Himmelein: Anonymous vs. Scientology: Tom Cruise signiert Maske. In: Heise online. 21. Januar 2009, abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> David Lloyd, der Illustrator des Comics, begrüßt, dass die Menschen „seine“ Maske für diesen Protest nutzen. Sie sei zu einem Sinnbild des Protestes gegen die Tyrannei geworden.<ref>V for Vendetta masks: Who's behind them?</ref> Im Internet werden zur Verbreitung von Informationen an die Öffentlichkeit häufig Videos auf YouTube eingestellt.<ref>YouTube als Schlachtfeld für Anonymous gegen Scientology. Abgerufen am 25. Mai 2011.</ref>

Motto von Anonymous

Am Ende von Botschaften von Anonymous und auf der Website des Kollektivs findet sich meist folgendes Motto:

“We are Anonymous.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us.”

Message-to-Scientology-Video<ref>Video: „Message to Scientology“. Abgerufen am 25. Mai 2011.</ref>

„Wir sind Anonymous.
Wir sind Legion/viele.
Wir vergeben nicht.
Wir vergessen nicht.
Erwartet uns.“

Dieses Motto wird auch abgewandelt oder erweitert, so können zusätzlich Menschenrechtsverletzungen oder Informationsfreiheit angesprochen sein, etwa mit dem Satz „Knowledge is free.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Struktur

Datei:Anonymous Scientology 9 by David Shankbone.JPG
Protest von Anonymous gegen die Praktiken und den steuerfreien Status von Scientology
Datei:Hamburg-090613-0201-DSC 8298-Protest-gegen-Scientology.jpg
Demonstration gegen Scientology im Juni 2009 in Hamburg

Anonymous bestand im Anfangsstadium größtenteils aus Benutzern von diversen Imageboards und Internetforen. Zusätzlich wurden zur Organisation verschiedene Wikis und Internetchats aufgestellt, um noch mehr Raum im Internet auszunutzen. Über diese Plattformen werden Proteste wie Projekt Chanology organisiert.<ref name="nationalpost"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., January 26, 2008 (englisch)</ref><ref>Ryan Singel: War Breaks Out Between Hackers and Scientology – There Can Be Only One. In: Wired. 23. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Insgesamt ist Anonymous eine lose Verbindung von Internetnutzern, die im virtuellen Raum vor allem auf Webseiten wie 711chan, 420chan, 4chan, Something Awful, Fark oder Encyclopedia Dramatica<ref>Shaun Davies: Critics point finger at satirical website – National Nine News (englisch). ninemsn Pty, 8. Mai 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2011; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> anzutreffen sind. Soziale Netzwerke wie Facebook spielen eher eine Nebenrolle, werden aber zur Bildung sogenannter Zellen benutzt, die sich dann zu realen Protesten mobilisieren lassen.<ref>Howard Dahdah: Anonymous’ group declares online war on Scientology (englisch). In: Computerworld. IDG, 8. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Februar 2008; abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Anonymous hat keine Anführer oder kontrollierenden Instanzen und basiert auf der kollektiven Kraft seiner individuellen Teilnehmer und dem Vorteil, dass Informationen über das Internet schnell verbreitet werden können.<ref name=":1">James Harrison: Scientology protestors take action around world – The State News (englisch). In: The State News. 12. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Mai 2014; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Manche Websites bestimmen zwar, dass nur Erwachsene ab 18 Jahren die Inhalte betrachten sollten, da es aber keine sichere Möglichkeit gibt, jüngere Besucher zu blockieren, sind auch manche „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ minderjährig.

„Jeder, der will, kann Anonymous sein und auf die Ziele hinarbeiten […] Wir haben dieses Programm, mit dem wir alle übereinstimmen und das wir alle koordinieren und ausführen, aber alle arbeiten unabhängig darauf hin, ohne eine Bestätigung zu benötigen. Wir wollen nur etwas hinkriegen, von dem wir denken, dass es getan werden muss […]“

Anonymous, zitiert von Chris Landers in der Baltimore City Paper, 2. April 2008

Es existieren weder eine Führung noch eine Mitgliedschaft im administrativen Sinne, und das Mitwirken ist dadurch völlig unverbindlich.<ref>Frank Patalong: Protestkultur: Anonymer Angriff aus dem Web. In: Spiegel Online. 14. September 2009, abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Es gibt keine zentrale organisatorische Struktur oder Hierarchie, die für alle Mitglieder des Kollektivs in irgendeiner Form bindend wären. Es handelt sich also bei Anonymous nicht um eine Organisation im herkömmlichen Sinn, sondern eher um eine Bewegung. Jeder Aktivist kann frei nach Belieben entscheiden, was er tun möchte.

Ziele

Anfangs beschränkte sich Anonymous in seinen Forderungen hauptsächlich auf das Verbot der Church of Scientology und deren Praktiken und Institutionen. Der Glaube der Scientologen oder anderer Organisationen sollte dabei nicht angegriffen werden.

In letzter Zeit richtet sich Anonymous immer mehr gegen Internetzensur sowie vom Staat ausgehende Zensur. Dies kann man vor allem an den Ereignissen in Australien erkennen, bei denen Mitglieder von Anonymous Websites der australischen Regierung angegriffen haben, nachdem diese einem Gesetz zur Implementierung von Internetfiltern zugestimmt hatte.<ref>Artikel zu Anonymous und Internetzensur - Basic Thinking Blog</ref><ref>Anonymous und Internetzensur – Hacker-Großangriff auf Mastercard, Visa & Co Spiegel Online, 8. Dezember 2010.</ref> Anonymous fiel auch durch DDoS-Attacken gegen Finanzunternehmen wie PayPal sowie die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard, die zuvor dem Whistleblowerportal WikiLeaks den Zugang zu seinen Konten verwehrt oder diese gesperrt hatten, auf.<ref>Operation Payback: Hacker-Großangriff auf Mastercard, Visa & Co</ref> Diese Attacken wurden danach auf Tunesien und Simbabwe ausgeweitet, da diese Länder drohten, „jeden zu verklagen, der WikiLeaks[-Dokumente] veröffentlicht“.<ref>Anonymous attackiert Simbabwe und Tunesien. Spiegel Online, 4. Januar 2010.</ref> Bei den Protesten gegen die Gesetzesvorhaben ACTA und SOPA war Anonymous maßgeblich mitbeteiligt.<ref>Die vielen Gesichter von Anonymous: Das Internet-Kollektiv protestiert gegen Internet-feindliche Gesetze. In: netzpolitik.org. 3. November 2014, abgerufen am 21. April 2020.</ref><ref>Gabriella Coleman: Hacker, Hoaxer, Whistleblower, Spy: The Many Faces of Anonymous. Verso, 2015, ISBN 978-1-78168-983-7 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Der 2013 aufgekommene Widerstand gegen bi- und multilaterale Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA wurde ebenfalls von Anonymous unterstützt.<ref>Waqas: Anonymous Hacks U.S. Census Bureau, Leaks Officials’ Personal Data Against TPP/TTIP. In: HackRead. 23. Juli 2015, abgerufen am 21. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Grundsätzlich erklärt Anonymous in diversen Videobotschaften stets, alle Menschenrechtsverletzer, Zensoren und Diktatoren als Ziele anzuvisieren. Jedoch herrscht hierzu kein Konsens, da es schlichtweg unmöglich scheint, alle sich dem Kollektiv zugehörig fühlenden Menschen darüber abstimmen zu lassen bzw. sie zu involvieren.

Kommunikation

Das Kollektiv Anonymous kommuniziert seine Ziele und Aktivitäten primär über soziale Netzwerke. Insbesondere der Nachrichtendienst Twitter (Stand 2024: X) wird verwendet, da sich dessen Betreiber durchgehend liberal gegenüber Anonymous verhalten haben und durch die Nutzung mehrerer Konten ohnehin auch keine dauerhafte Blockade von Anonymous praktikabel wäre. Einzig im Dezember 2012 kam es zu einer kurzen Sperre eines Anonymous-Profils, da über dieses private Daten verbreitet wurden.<ref>Yvonne Ortmann: Twitter sperrt kurzzeitig Anonymous-Account. In: t3n. 20. Dezember 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Oktober 2018; abgerufen am 20. Dezember 2012.</ref> Im Zuge der Operation Tinfoil, die sich gegen Attila Hildmann richtete, wurde der Twitter-Account des Hackerkollektivs gesperrt. Der Grund für die Sperre war das Veröffentlichen von gehackten Informationen, das gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter verstößt.<ref>Kim Rixecker: Nach Hildmann-Aktion: Twitter sperrt Account des Anonymous-Kollektivs. In: t3n. 14. September 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. September 2021; abgerufen am 14. September 2021.</ref>

Entstehung der Gruppe

Die ersten Mitglieder von Anonymous waren Nutzer von 4chan, besonders dem dortigen /b/-Board. Sie schlossen sich gelegentlich zu Massenstreichen oder „Raids“, also Überfällen auf andere Internetseiten, zusammen.

Die erste Aktion, die mit Anonymous in Verbindung gebracht wird, ist der „Habbo raid“ am 12. Juli 2006. Dabei wurde das Habbo Hotel (ein soziales Netzwerk für Teenager) überfallen; es loggten sich mehrere User ein und blockierten das Schwimmbecken. Hintergrund war das Gerücht, dass die Moderatoren des Portals verstärkt gegen dunkelhäutige Avatare vorgingen und so ihre Moderatorenrechte missbrauchten.<ref>Ole Reißmann, Christian Stöcker, Konrad Lischka: We are Anonymous – Die Maske des Protests. Wer sie sind, was sie antreibt, was sie wollen. Goldmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-10240-2.</ref><ref>Pool's Closed. Abgerufen am 5. November 2020.</ref> In typisch politisch unkorrekter Manier wählten die überfallenden Nutzer dunkelhäutige Charaktere mit Afrofrisuren und riefen „Der Pool ist wegen AIDS geschlossen.“<ref>Palin Hacker Group's All-Time Greatest Hits. In: Wired. ISSN 1059-1028 (wired.com [abgerufen am 5. November 2020]).</ref>

Weitere Aktionen aus dieser Anfangsphase, in der Anonymous sich auf Streiche konzentrierte, waren konzertierte Überlastungen der Webseite des White-Supremacy-Aktivisten Hal Turner und Telefonstreiche in seiner Sendung.<ref>Palin Hacker Group's All-Time Greatest Hits. In: Wired. ISSN 1059-1028 (wired.com [abgerufen am 5. November 2020]).</ref> Im selben Umfeld fand auch die Trollingkampagne zum Suizid eines dreizehnjährigen Jungen statt, bei der sich 4chan-Mitglieder über Nachrufe lustig machten, die ihn als „an hero“ [sic] bezeichneten, und seine Eltern mit Telefonstreichen belästigten.<ref>Mattathias Schwartz: The Trolls Among Us (Published 2008). In: The New York Times. 3. August 2008, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 5. November 2020]).</ref>

Bis 2008 war die Gruppe nicht politisch motiviert, sondern attackierte Seiten und Menschen, die ein „einfaches Ziel“ darstellten.<ref>Story by Dale Beran: The Return of Anonymous. In: The Atlantic. ISSN 1072-7825 (theatlantic.com [abgerufen am 5. November 2020]).</ref>

Projekt Chanology

Die Gruppe erhielt weltweite Aufmerksamkeit in der Presse durch das Projekt Chanology, das den internationalen Protest gegen Scientology unter einem Namen zusammenfasste.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Times – Hackers Declare War on Scientology (Memento vom 10. Mai 2011 im Internet Archive)</ref>

Entstehung

Datei:Message to Scientology.ogv
„Message to Scientology“ (dt. Nachricht an Scientology), 21. Januar 2008
Datei:2008 02 London - Placard inspired by Mary Tabayoyon.jpg
10. Februar 2008 – Anonymous-Protest in London (1. Welle)
Datei:"Anonymous" protestors against Scientology (Munich, 2008).jpg
15. März 2008 – Anonymous-Protest in München (2. Welle)

Am 14. Januar 2008 gelangte ein ursprünglich scientologyinternes Video,<ref>Tom Cruise Scientology Video - ( Original UNCUT ). In: YouTube.com. 2008, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in dem Tom Cruise unkritisch über sich und Scientology redet, ins Internet und wurde auf YouTube hochgeladen. Scientology unterstellte YouTube daraufhin eine angebliche Verletzung des Urheberrechts und forderte die Beseitigung des Videos.<ref>Robert Vamosi: Anonymous hackers take on the Church of Scientology. In: CNET News. 24. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Gerald Himmelein: Anonymous vs. Scientology: Unterwanderungsversuche (Update). In: Heise online. 15. September 2008, abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Als Antwort darauf formulierte Anonymous das „Projekt Chanology“.<ref name="nationalpost" /> Mitglieder dieses Projekts, die die Aktion von Scientology als Internetzensur bezeichneten, organisierten eine Reihe von „Denial-of-Service“-Angriffe gegen Scientology-Websites, woraufhin Scientology sich vom Sicherheitsdienstleister Prolexic schützen ließ. Anonymous ging danach zu anderen Protestformen wie Demonstrationen, Streichanrufen und Scherzpost via Fax zu verschiedenen Scientologyzentren über.<ref>Gerald Himmelein: Anonymous gegen Scientology: Bewegung orientiert sich neu. In: Heise online. 18. August 2018, abgerufen am 25. Mai 2011.</ref><ref>Matthew A. Schroettnig, Stefanie Herrington, Lauren E. Trent: Anonymous Versus Scientology: Cyber Criminals or Vigilante Justice? – The Legality. In: The Legality. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. April 2009; abgerufen am 11. August 2012.</ref>

Am 21. Januar 2008 erklärten einige Anonymous-Anhänger ihre Ziele und Absichten in dem auf YouTube hochgeladenen Video Message to Scientology und gaben eine Pressemitteilung heraus, in der sie „Scientology den Krieg erklärten“: gegen die Scientology-Kirche und das Religious Technology Center.<ref>Chan Enterprises: Internet Group Anonymous Declares „War on Scientology“. In: PRLOG. 21. Januar 2008, abgerufen am 11. August 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der Pressemitteilung gibt die Gruppe an, dass die Attacken gegen Scientology weitergehen würden, um so die Redefreiheit zu schützen und die finanzielle Ausbeutung der eigenen Mitglieder durch Scientology zu beenden.<ref>Mikhail Brandon: Scientology in the Crosshairs. In: The Emory Wheel. 28. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Die von Gregg Housh und anderen Anonymous-Mitgliedern kreierten Veröffentlichungen gaukelten vor, Anonymous wäre ein mächtiger Zusammenschluss internationaler Hacker.<ref>The Video That Made Anonymous. Abgerufen am 5. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ein neues Video mit dem Namen Call to Action tauchte am 28. Januar 2008 auf YouTube auf, das zu Protesten vor Scientology-Zentren am 10. Februar 2008 aufrief.<ref>Robert Vamosi: Anonymous names February 10 as its day of action against Scientology – CNET Networks, Inc. In: CNET News. CBS Interactive, 28. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 2. Februar 2008 versammelten sich 150 Demonstranten vor einem Scientology-Gebäude in Orlando, Florida und riefen gegen deren Praktiken auf.<ref>Hackers declare war on Scientologists amid claims of heavy-handed Cruise contro. In: The Guardian. Abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Kleine Proteste wurden in Santa Barbara<ref>Tom Standifer: Masked Demonstrators Protest Against Church of Scientology. In: Daily Nexus. University of California, Santa Barbara, 4. Februar 2008, abgerufen am 11. August 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Manchester abgehalten.<ref>elizabeth veritas: Anti-Scientologists Warm Up for February 10 – Radar Magazine. In: Radar online. 6. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 10. Februar 2008 demonstrierten zwischen 6000 und 8300 Menschen in 14 Ländern gegen Scientology.<ref>Andrew Ramadge: Scientology protest surge crashes websites. In: news.com.au. 11. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Februar 2014; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Viele Demonstranten vermummten sich, um Vergeltungsmaßnahmen durch Scientology zu unterbinden.<ref name=":1" />

Anonymous führte die zweite Protestwelle am 15. März 2008 in Städten überall auf der Welt, darunter Boston, Dallas, Chicago, Los Angeles, London, Paris, Vancouver, Toronto, Berlin und Dublin, durch. Die weltweite Anzahl der Teilnehmer wurde wiederum auf 7000 bis 8000 geschätzt.<ref>Andrew Ramadge: Second round of Anonymous v Scientology. In: news.com.au. 23. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juni 2011; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die dritte Welle fand am 12. April 2008 statt.<ref>Scientology site gets a facelift after protests – News Limited. Abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Die sogenannte „Operation Reconnect“ beabsichtigte es, die Aufmerksamkeit auf die scientologische Disconnection-Policy-Praxis zu steigern.

Am 17. Oktober 2008 sagte ein 18-jähriger Anhänger von Anonymous aus, er bekenne sich als schuldig an der Beteiligung bei den Internetattacken auf Scientology vom Januar 2008.<ref>AFP: Teenage hacker admits Scientology cyber-attack – Agence France-Presse (englisch). In: afp.google.com. 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Oktober 2008; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Proteste dauerten an und nutzten Veranstaltungen wie die Premiere des Tom-Cruise-Films Walküre. Deren Ort wurde in Reaktion auf vorherige Proteste so gewählt, dass den Demonstranten möglichst wenig Bildfläche gegeben wurde.<ref name=":0" /><ref>Courtney Hazlett: Group bungles protest at 'Valkyrie’ premiere – Courtney Hazlett. MSNBC, 15. Dezember 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Reaktion von Scientology

Scientology reagierte auf den neuen „kopflosen“ Gegner ohne Führung, indem es kurz nach den Denial-of-Service-Attacken ein Video veröffentlichte. Darin wurde behauptet, man hätte tausende von Morddrohungen, Bombendrohungen und belästigende Telefonanrufe erhalten.<ref>Gerald Himmelein: Weltweite Demonstrationen gegen Scientology. In: Heise online. 17. März 2008, abgerufen am 21. April 2020.</ref> Angeblich sollten Anonymous-Mitglieder innerhalb von weniger als drei Wochen 8931 belästigende Anrufe getätigt, über 3,6 Millionen bösartige E-Mails verschickt und mehr als 114 Millionen Mal auf die Website zugegriffen haben.<ref>Reaktion von Scientology auf das Anonymous-Video</ref>

Auf das Video antwortete Anonymous mit Witzbotschaften, die das Video Anonymous Exposed aufgrund seiner angeblich maßlosen Übertriebenheit parodierten.<ref>Antwort-Video auf „Anonymous Exposed“ – Youtube</ref>

Scientology spürte zudem den Veröffentlicher des ersten Anonymous-Videos, Gregg Housh, auf, und zeigte ihn wegen Besitzstörung an, da er an der Belästigung einer Rezeptionistin des Scientology-Gebäudes in Boston beteiligt gewesen wäre. Housh bestreitet den Vorwurf.<ref>r/IAmA - I am Aubrey Cottle a.k.a. Kirtaner. I am the founder of the hacker collective "Anonymous". Yes. Really. Ask me anything. Abgerufen am 5. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Öffentliche Befürworter

Ursula Caberta, ehemalige Leiterin der Obersten Landesjugendbehörde und von 1992 bis 2010 Leiterin der Hamburger Arbeitsgruppe Scientology, befürwortete in einem auf YouTube erschienenen Interview die Proteste und forderte zum Fortfahren mit friedlichen Protestaktionen gegen Scientology auf, die sie selbst für sehr wirksam hält. Aus ihrer Sicht seien die um einiges verstärkten Aussteigerzahlen in den USA auf die dort höhere Aktivität von Anonymous zurückzuführen. Von der Bewegung habe sie das erste Mal durch positive Resonanzen von Ex-Scientologen erfahren. Sie selbst könne dort jedoch aufgrund von Zeitmangel nicht mitwirken.<ref>Part 1 von 2, Interview von Anonymous mit Ursula Caberta auf YouTube</ref>

Diese Aussage bezog sich nur auf die friedlichen Proteste gegen Scientology, nicht auf Aktionen wie die DDoS-Angriffe gegen Zahlungsdienstleister wie Visa und Mastercard, mit denen das Kollektiv erst später begann.

Operationen

Operation Payback

Ab September 2010 führten Mitglieder des Kollektivs im Rahmen der sogenannten „Operation Payback“ Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) auf die Websites von Rechteinhaberverbänden wie RIAA oder IFPI durch.<ref>Michael Diestelberg: 4Chan nimmt RIAA- & MPAA-Websites vom Netz. WinFuture, 21. September 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.</ref>

Im Dezember 2010 wurde ein neues Ziel für die Angriffe ausgemacht: Zuerst wurden Geldinstitute wie Visa und Mastercard, die Konten der Whistleblowing-Plattform WikiLeaks gesperrt hatten, angegriffen.<ref>Cyber-Kampf um WikiLeaks: Angriff auf die Angreifer. Spiegel Online, 10. Dezember 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.</ref> Später richteten sich die Angriffe auch gegen die niederländische Staatsanwaltschaft und Polizei, die zwei Teilnehmer der Aktion festnahmen.<ref>Operation Payback: Hacker-Großangriff auf Mastercard, Visa & Co. Spiegel Online, 8. Dezember 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.</ref>

Im Januar 2011 wurden Regierungsseiten von Simbabwe und Tunesien attackiert, da juristische Schritte gegen den sogenannten „Indiskretions-Dienst WikiLeaks“ in beiden Ländern stattfänden. In einem Statement von Anonymous hieß es: „Wir greifen Simbabwes Präsident Mugabe und sein Regime der Partei Zanu-PF an, weil sie die freie Presse für vogelfrei erklärten und drohen, jeden zu verklagen, der WikiLeaks[-Dokumente] veröffentlicht.“<ref>Anonymous attackiert Simbabwe und Tunesien. Auf: Spiegel Online. Vom 3. Januar 2010.</ref>

Ebenso drohte Anonymous, die Regierungsseiten Ägyptens zu attackieren, falls Kommunikationskanäle wie Twitter (Stand 2024: X) zensiert würden. Seit der Revolution in Tunesien wird sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle bei der Organisation politisch motivierter Protestgruppen zugeschrieben. In dem Aufruf hieß es:

„An die ägyptische Regierung: Anonymous ficht alle an, die an Zensurbemühungen beteiligt sind. Anonymous fordert, dass ihr im ganzen Land freien Zugang zu unzensierten Medien ermöglicht. Ignoriert ihr diese Nachricht, werden wir nicht nur eure Regierungs-Web-Seiten angreifen. Wir werden auch dafür sorgen, dass internationale Medien zu sehen bekommen, welch grausames Leben ihr euren Bürgern aufzwingt.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Aufruf von Netz-Aktivisten, die sich als Mitglieder der Gruppe Anonymous zu erkennen geben, zitiert von Matthias Kremp in Spiegel Online am 27. Januar 2011<ref>Web-Aktivisten drohen Ägyptens Regierung. Auf: Spiegel Online. Vom 27. Januar 2011.</ref>

Operation Sony

Im Zuge der im Januar 2011 eingereichten Klagen von Sony gegen die Hacker George Hotz und Alexander Egorenkov, denen vorgeworfen wurde, Informationen zum Kopierschutzsystem der PlayStation 3 öffentlich gemacht zu haben, griff Anonymous ein.

Anfang April 2011 kam es zu Angriffen auf die Websites des Konzerns und seines PlayStation Network, die jedoch wieder gestoppt wurden, da sie deren Kunden beeinträchtigten. Sie wurden unter dem Titel OPSony bekannt, teilweise jedoch auch der Operation Payback zugeordnet.<ref>Playstation 3: Anonymous nimmt Sony ins Visier. Golem.de, 4. April 2011, abgerufen am 9. Februar 2014.</ref><ref>Golem.de am 7. April 2011: Keine Angriffe mehr auf Playstation Network – vorerst. Abgerufen am 23. April 2011.</ref><ref>Heise.de am 7. April 2011: Anonymous stellt Angriffe auf Playstation Network ein. Abgerufen am 23. April 2011.</ref><ref>Heise.de am 5. April 2011: Anonymous nimmt Sony ins Visier (2. Update). Abgerufen am 23. April 2011.</ref> Als zum Ende des Monats bekannt wurde, dass 77 Millionen Nutzerdaten des PlayStation-Networks bei einem Hackerangriff gestohlen wurden, erklärten allerdings Teile des Anonymous-Netzwerkes, nichts mit dem Angriff zu tun zu haben.<ref>Anonymous wirft Sony Ablenkungsmanöver vor. Abgerufen am 9. November 2012.</ref><ref>Hacker knacken Sonys Online-Plattform – Daten von PlayStation-Nutzern gestohlen – tagesschau.de am 27. April: Daten von PlayStation-Nutzern gestohlen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. August 2011; abgerufen am 27. April 2011.</ref>

Am 10. Juni 2011 nahm die spanische Polizei in Gijón drei mutmaßliche Aktivisten des Kollektivs fest. Sie sollen mit den Angriffen auf Sony und die Webpräsenzen verschiedener Regierungen in Verbindung stehen und die Führungsriege des spanischen Teils von Anonymous stellen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />n24.de: Mutmaßliche Sony-Angreifer in Spanien festgenommen. (Memento vom 13. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> Zwei Tage später reagierte Anonymous mit einer DDoS-Attacke auf die Website der spanischen Polizei.<ref>Anfrage-Bombardement: Anonymous blockiert Website der spanischen Polizei. Spiegel Online</ref>

Am 16. Juni 2011 gab das Kollektiv bekannt, die Angriffe gegen Sony einzustellen. Sie begründeten dies mit der Störung der Sony-Kunden, für die und für deren Rechte man sich einsetzen wolle.<ref>Anonymous – Angriffe auf Sony eingestellt. play3.de; abgerufen am 17. Juni 2011.</ref>

Operation Zeta

Anonymous-Aktivisten sammelten Informationen über das mexikanische Drogenkartell Zetas. Daraufhin entführte das Kartell offenbar einen Mitstreiter der Gruppe und drohte ihn zu töten, wenn die Namen veröffentlicht würden. Bis zum 5. November 2011 sollte das Anonymous-„Mitglied“ freigelassen werden, anderenfalls werde die Gruppe Namen und Adressen von Leuten im Netz veröffentlichen, die mit den Zetas zusammenarbeiten. Nach Angaben von Anonymous kam daraufhin das „Mitglied“ frei. Angeblich hatten die Zetas den Internet-Aktivisten damit gedroht, für jeden veröffentlichten Namen zehn Menschen umzubringen.

Nach der Freilassung will Anonymous nun auf die Veröffentlichung verzichten, schrieben Blogs, die der Gruppe zugeschrieben werden. Barrett Brown, der als ehemaliger „Sprecher“ von Anonymous gilt, sagte, die mexikanischen Anonymous-„Mitglieder“, die die Aktion starteten, würden sehr vorsichtig vorgehen, um sich selbst zu schützen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mexiko: Entführter „Anonymous“ offenbar wieder frei (Memento vom 5. November 2011 im Internet Archive), Tagesschau.de</ref>

Operation OpSafeWinter

Seit 2013 sammeln Anonymous-Aktivisten jedes Jahr für die kalte Jahreszeit Kleidung, Decken, Schlafsäcke und Lebensmittel, um diese direkt an bedürftige Obdachlose zu verteilen.<ref>“OpSafeWinter” Anonymous. In: dalydot.com. 4. Januar 2014, abgerufen am 12. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mittlerweile haben Anonymous-Aktivisten über eine sogenannte Anonymous WorldMap die jährlich stattfindende Charity dokumentiert. Neben Städten wie Stuttgart, Berlin oder München, beteiligen sich auch Orte in den USA, im Vereinigten Königreich und in anderen Ländern.

Operation Ice ISIS und Operation Paris

Im September 2014 gab das Kollektiv auf Twitter (Stand 2024: X) bekannt, dass es unter dem Namen Operation Ice ISIS eine Cyberwar-Kampagne gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) betreibt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., abgerufen am 10. Oktober 2014.</ref> Ziel der Kampagne ist es, den Einfluss des IS auf soziale Medien zu verringern.<ref>Anonymous Declares Cyberwar on Islamic State, abgerufen am 10. Oktober 2014.</ref> Im Zuge dieser Aktion wurde eine größere Zahl an Accounts bei Twitter und Facebook aufgedeckt, übernommen oder unbrauchbar gemacht.<ref>futurezone.at: „Anonymous gelingt Schlag gegen IS“, abgerufen am 11. Februar 2015</ref><ref>Liste: Some of ISIS's Twitter accounts, Sites, Emails that were Exposed & Destroyed by Anonymous, veröff. am 8. Feb. 2015 und abg. am 30. Apr. 2015 von pastebin.com (englisch)</ref>

Am 16. November 2015 – drei Tage nach den Terroranschlägen in Paris mit über 130 Toten – kündigte Anonymous an, dass der IS, der sich zu den Anschlägen bekannt hatte, nicht ungestraft davonkommen dürfe, und erklärte ihm erneut den Krieg.<ref>Anonymous erklärt dem IS den Krieg. Gulli.com, 16. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. November 2015; abgerufen am 21. November 2015.</ref> Unter dem Namen Operation Paris unternimmt es das Kollektiv, die Webauftritte der Terrororganisation unter anderem bei Twitter (Stand 2024: X) zu hacken.<ref>Evan Schuman: Opinion by Evan Schuman: Anonymous just might make all the difference in attacking ISIS. Computerworld, 16. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. November 2015; abgerufen am 21. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Operation Tin Foil (Operation Alufolie)

Am 13. September 2021 hackte Anonymous unter dem Namen der Operation „Anonymous Global OPs - Operation Tinfoil - Operation LonelyWolf“ die Internetseite von Attila Hildmann, welcher im Verlauf der COVID-19-Pandemie als Verbreiter von Verschwörungsideologien rund um die Virusinfektion in Erscheinung trat. Anonymous bekam dank eines Insiders Zugang zu Hildmanns Telegram-Kanälen, Gruppen, Internetseiten, E-Mails, Notizen, Kontaktdaten, persönlichen Daten seiner Follower und Kunden und noch vielem mehr und kündigten an, diese an Behörden und Presse weiterzuleiten. Hildmann verurteilte in einer Videobotschaft den Angriff und kündigte Konsequenzen an. Twitter (Stand 2024: X) löschte den deutschen Anonymouskanal daraufhin permanent.<ref>Condé Nast: Attila Hildmann: Anonymous hackt Websites und droht Anhängern. 14. September 2021, abgerufen am 16. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weitere „Operationen“ 2010–2020

Weitere „Operationen“ seit 2020

Aktivitäten in Österreich

Am 25. Juni 2011 wurde der Twitter-Account „AnonAustria“ erstellt. Er dient dem österreichischen Kollektiv von AnonAustria (den Usern des IRC-Channels von AnonAustria) als mediales Sprachrohr.

  • Anfang Juli 2011 wurden die Websites der Parteien SPÖ und FPÖ angegriffen und zum Teil lahmgelegt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anonymous kapert Homepages von SPÖ und FPÖ. (Memento vom 20. August 2011 im Internet Archive) Abgerufen am 25. Juli 2011.</ref>
  • Am 22. Juli 2011 wurde auch die Website der GIS, die für die Einbringung und Abrechnung der österreichischen Rundfunkgebühr zuständig ist, gekapert. Zudem konnten bis zu 200.000 Kundendaten abgerufen werden. Ein Teil davon, vor allem von Mitarbeitern des Innenministeriums und der Polizei, wurde mit E-Mail-Adressen und verkürzten Kontonummern veröffentlicht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anonymous kapert GIS.at-Website. (Memento vom 20. August 2011 im Internet Archive) Abgerufen am 25. Juli 2011.</ref>
  • Am 28. Juli 2011 wurde die Seite der österreichischen Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative angegriffen und 13.000 Userdaten gestohlen. Die Angreifer bezeichneten sich als Anonymous,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anonymous hackt Seite der Grünen (Memento vom 5. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 29. Juli 2011.</ref> laut AnonAustria wurde die Aktion aber weder mit dem Wissen noch mit dem Einverständnis der Gruppierung durchgeführt.<ref>Twitter/@AnonAustria: „Statement betreffend gruene.at“. Abgerufen am 3. August 2011.</ref>
  • Am 26. September 2011 veröffentlichte AnonAustria auf ihrem Twitteraccount die Daten von rund 25.000 Polizisten mit Vornamen, Nachnamen, Adresse und Geburtsdatum unter dem Tag #Pwnyzei, was zu zahlreichen Zugriffen auf die veröffentlichten Daten führte.<ref>APA/db: Nach Datenleck: Polizisten fürchten um Sicherheit. Die Presse, 27. September 2011, abgerufen am 28. September 2011: „Statistiken des Betreibers Pastehtml, auf dem die Seite liegt, zeigen, dass 57.457 Besucher sie abgefragt haben.“</ref> Es handelte sich hierbei nicht um einen Hack – die Daten scheinen von der Polizistenvereinigung IPA zu stammen und wurden dem Kollektiv nach eigenen Angaben „zugänglich gemacht“.<ref>Andreas Proschofsky: Anonymous veröffentlicht Daten von Polizisten. Der Standard, 26. September 2011, abgerufen am 7. November 2011.</ref>
  • Am 28. September 2011 gab AnonAustria bekannt, dass der Inhalt einer kompletten Datenbank der Tiroler Gebietskrankenkasse frei im Internet zugänglich sei. Im Laufe der folgenden Woche wies die Gruppe auf weitere offen einsehbare persönliche Daten auf Amtswebpräsenzen (etwa dem Innenministerium) hin. Teils wurden diese direkt verlinkt; die Daten der TGKK blieben aber unveröffentlicht.<ref>AnonAustria enthüllt Datenleck bei Tiroler Gebietskrankenkasse. Telekom-Presse, 28. September 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2011; abgerufen am 7. November 2011.</ref>
  • Am 25. und 26. November 2011 gingen Mitglieder und Unterstützer von Anonymous in allen Landeshauptstädten auf die Straße und verteilten eigens erstellte Flyer. Bei dieser Aktion, genannt Paperstorm, ging es darum, die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass ab April 2012 in Österreich die Vorratsdatenspeicherung in Kraft tritt und somit alle Verbindungen sechs Monate gespeichert werden. Organisiert wurde die Aktion über Twitter.
  • Am 28. Januar 2012 wurde anlässlich des Protestes gegen den WKR-Ball die Seite des Wiener Korporationringes attackiert. Die Webseite wurde auf eine externe Website umgeleitet. Die Seite wurde in Rot gehalten, mit Sowjet-Stern, Sichel und einem salutierenden Pony. Im Hintergrund lief die Sowjethymne. Zusätzlich wurde die Seite des WKR-Balles mit DDOS-Attacken lahmgelegt.<ref>Anonymous greift Webseiten des Wiener Korporationringes ans. derstandard.at, 27. Januar 2012, abgerufen am 28. Januar 2012.</ref>
  • Am 12. Juni 2012 haben Netz-Aktivisten von Anonymous Austria E-Mails von Scientology aus den Jahren 2010 und 2011 über pastebin.com veröffentlicht.<ref>Mail Leak von AnonAustria an Scientology Mails. 12. Juni 2012, abgerufen am 12. Juni 2012.</ref> Teile dieser Mails wurden nachfolgend von Wilfried Handl, einem Gegner und vormaligen Österreich-Chef von Scientology, auf dessen Website kommentiert. Daraufhin haben die Vereine Scientology-Kirche Österreich und Scientology Mission Österreich auf Unterlassung geklagt und diese Klage mit einer einstweiligen Verfügung kombiniert, die vom Oberlandesgericht Wien in zweiter Instanz rechtskräftig abgewiesen wurde, zumal von Scientology weder eine ausreichende Begründung für den Unterlassungsanspruch vorgelegt wurde, noch die Gefährdung von Scientology abschließend überprüft werden konnte.
  • Am 13. Januar 2013 veröffentlichte AnonAustria Daten von österreichischen Ministern, darunter auch Kreditkartendaten. Ob die Daten echt sind, wurde nicht bestätigt.<ref>Anon Austria knackt E-Mail Accounts von Ministern. In: DerStandard. Abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
  • Am 8. Februar 2013 kaperte Anonymous Salzburg die Website der SPÖ Salzburg Stadt. Grund waren wohl die Salzburger Finanzgeschäfte.<ref>Salzburg: SPÖ-Website gekapert. In: Futurezone. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Oktober 2013; abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
  • Am 7. April 2013 wurde die Event-Plattform des Landes-Medienzentrums Salzburg von Anonymous Salzburg gekapert. Es war ein Angriff gegen den ÖVP-Spitzenkandidaten bei den Landtagswahlen, Wilfried Haslauer.<ref>Salzburger Landes-Event-Website gekapert. In: Futurezone. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Oktober 2013; abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
  • Im Oktober 2014 hackte AnonAustria die deutsche Partei AfD und veröffentlichte sensible Daten auf Twitter (Stand 2024: X),<ref>Anonymous Austria hackte offenbar deutsche AfD. DerStandard.at, 21. Oktober 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> in dessen Folge vermutlich der Twitter-Account von AnonAustria gesperrt wurde.<ref>Twitter sperrte @AnonAustria. DerStandard.at, 17. Oktober 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref>

Neben AnonAustria, die vor allem durch hacktivistische Aktionen für Aufsehen gesorgt haben, gibt es auch Anonymous Wien, die sich auf Demonstrationen und sogenannten Paperstorms (das Verteilen von Flyern) beschränken. Neben einem Wordpress-Blog<ref>Blog von Anonymous Wien: viennanonymous.wordpress.com</ref> und einem Forum dienen ihnen eine Facebook-Seite und der Twitter-Account Anonymous Wien als Sprachrohr. So protestieren sie seit 15. März 2008 öffentlich gegen Scientology.<ref>Wien – Demo gegen Scientology</ref> Sie organisierten ebenfalls einige Paperstorms gegen Vorratsdatenspeicherung und ACTA. Ebenfalls mitorganisiert haben sie den Protestmarsch gegen Vorratsdatenspeicherung am 31. März 2012.<ref name="Österreichweite Proteste gegen Vorratsdatenspeicherung">derstandard.at</ref><ref>Auf Facebook: Farewell Privacy (Protestmarsch gegen VDS)</ref>

AnonAustria gewannen 2011 den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.<ref>Offizielle Homepage des 'Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten' mit Jurystatement.</ref><ref>Heise Newsticker. Vom 11. November 2011.</ref> Die Jury argumentierte, dass AnonAustria mehrmals private Daten auf fremden Servern aufgespürt und veröffentlicht habe, darunter die Privatadressen von Polizisten. Damit sei wiederholt die achte Regel der Hackerethik verletzt worden: „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.“

Ebenfalls gibt es noch AnonNewsAUT.

Operation „pitdog“

2012, im Vorfeld der Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) in Österreich im Rahmen der EU-Regulierung, machten Meldungen die Runde, dass lokale Vertreter von Anonymous E-Mail-Verkehr von allen relevanten Parteien des Landes (SPÖ, ÖVP, FPÖ und weitere) im Umfang von mehr als 10.000 Exemplaren abgegriffen und damit Belege für Seilschaften und Verbrechen im Polit-Bereich gesammelt hätten. Speziell ein gerade laufender Korruptionsausschuss sollte davon tangiert sein, aber auch noch viele weitere Machenschaften aufgedeckt werden. Begründet wurde die Aktivität mehrfach mit dem Bedarf für „Gegenüberwachung“.<ref>Anonymous Austria will brisante PolitikerInnen-Mails veröffentlichen. In: DerStandard. Abgerufen am 11. Februar 2015.</ref> Die Veröffentlichung sollte, wie in zahlreichen Medien angekündigt, am 1. April 2012 um 0 Uhr erfolgen, dem Einführungstermin für die VDS. Diesem Termin gingen tatsächliche Demonstrationen in mehreren österreichischen Städten am Samstag, den 31. März 2012 voraus.<ref name="Österreichweite Proteste gegen Vorratsdatenspeicherung" /> Die Aktion von Anonymus trug den Namen „pitdog“, vom englischen „pit“ für Loch/Grube und „dog“ für Hund, also Grubenhund und somit relativ gleich bedeutend mit Zeitungs-„Ente“. Zwar bot der 1. April Anlass, hier zumindest die Möglichkeit eines Scherzes zu erwägen, wegen der Vorgabe des Datums durch die äußeren Umstände glaubten die meisten hier jedoch an Zufall. Außerdem wurde die offenbar vorsätzlich gewählte Bezeichnung „pitdog“ erst nach dem Termin greifbar. Veröffentlichungen vom selben Tag geben die Anonymous-Worte „frei erfunden“ wieder. Die Meinungen, ob diese Aktion dem Ansehen der AnonAustria Gruppe evtl. geschadet hat, gehen auseinander.<ref>Viel Lärm um nichts Anonymous E-Mails ein Aprilscherz. In: Tiroler Tageszeitung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Mai 2012; abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>

Anzeigen wegen Vermummung

Am 2. Juni 2012 kam es während einer Demonstration von Anonymous Wien gegen Scientology zu Anzeigen wegen Vermummung, da einige Teilnehmer ihre Gesichtszüge mit einer Guy-Fawkes-Maske verhüllt hatten. Daraufhin wurde die Strafverfügung eines Anon-Aktivisten ins Internet gestellt und via Twitter verbreitet (u. a. auch von AnonAustria).<ref>derstandard.at</ref> Die Strafe belief sich auf 50 € bzw. eine Ersatzfreiheitsstrafe von 25 Stunden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />futurezone.at (Memento vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> Ob die angezeigten Anon-Aktivisten die Strafe bezahlt oder Einspruch gegen die Strafverfügung erhoben haben, ist unklar. Kurz nach den Anzeigen veröffentlichte AnonAustria die Mails von Scientology. Wilfried Handl nutzte einige dieser geleakten Mails in seinem Blog, worauf Scientology gegen ihn klagte. Dies blieb allerdings erfolglos.<ref>Erster Sieg für Handl. In: News. Abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>

Aktivitäten in Deutschland

In Deutschland wird in mehreren Städten seit 10. Februar 2008 regelmäßig gegen Scientology protestiert, und seit 2011 werden Protestaktionen gegen Überwachung und Zensur durchgeführt.

Am 6. April 2013 hackte Anonymous aus Protest gegen die Bestandsdatenauskunft das FDP-Portal meine-freiheit.de und veröffentlichte einige Zugangsdaten im Internet.<ref>Anonymous veröffentlicht Zugangsdaten für FDP-PortalHeise online, am 14. April 2013</ref>

Operation GEMA

Im Rahmen der Operation GEMA griff Anonymous im Juni 2011 die Webpräsenz der GEMA mit DDoS-Attacken an und legte sie kurzzeitig lahm. In einem Video erläuterte die Gruppierung ihre Beweggründe:<ref>Anonymous – Stellungnahme zur GEMA. Video auf YouTube. 17. Juni 2011 (2:03 min).</ref> Die GEMA trage die Schuld daran, dass auf der Internetplattform YouTube in Deutschland ein Großteil der Musikvideos nicht mehr abgerufen werden kann, da sich YouTube mit der GEMA seit 2009 nicht mehr auf einen neuen Lizenzvertrag einigen konnte. (Tatsächlich sind die entsprechenden Videos von YouTube willkürlich ausgewählt worden; die GEMA führt einen Musterprozess mit YouTube um korrekte Lizenzierung, der nur wenige Videos betrifft.) Aus Sicht von Anonymous verlangt die GEMA zu hohe Gebühren für den Abruf von Videos. Im Video wurden „weitere Maßnahmen“ angekündigt, sollte sich das Verhalten der GEMA nicht ändern. Nachdem dies nicht geschehen war, erfolgte am 22. August ein weiterer Angriff auf die Website, bei der die Seite kurzzeitig auf eine Grafik umgeleitet wurde, deren Text auf die Sperrmeldungen von YouTube anspielte.<ref>Kriminalität im Internet – Anonymous-Hacker legen erneut Gema-Seite lahm. Hamburger Abendblatt, 22. August 2011.</ref> Ferner gelang es, Benutzernamen und Passwörter auszulesen, die daraufhin bei Twitter veröffentlicht wurden. Als Reaktion auf die DDoS-Angriffe kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen bei Verdächtigen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Gulli.com, 13. Juni 2012</ref> Zu Weihnachten startete Anonymous unter dem Namen LulzXmas weitere Aktionen gegen die GEMA sowie Seiten der Initiative Urheberrecht. Dabei kam es zu einem „Deface“ der Seite Initiative Urheberrecht und zur Veröffentlichung von personenbezogenen Daten der Initiative.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig LulzXmas: Anonymous greift Urheberrechtsschützer an - News - gulli.com.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Wie sich später herausstellte, wurde die Kommunikation in den IRC-Channels vor den DDoS-Angriffen 2011 von den Behörden aufgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Gulli.com, 9. Juli 2012</ref>

Operation Tinfoil

Datei:Deface KenFM AnonLeaks.png
Website von KenFM nach Hack durch Anonymous Deutschland (2021)

Anfang 2020 haben Aktivisten die neue Gruppe „Widerstand 2020“, die sich als Gegenbewegung bzw. -partei zu den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung gebildet hatte, beobachtet und aufgrund von Unstimmigkeiten und Demokratiefeindlichkeit als größeres Ziel erkannt. Hier lag das Augenmerk auf den haltlosen Behauptungen der Gründer und dem Widerlegen derselben. Im Zuge dessen kam es auch zu Angriffen auf die Webseite und das Überfluten mit „Mitgliedsanträgen“, die sich als einfaches Formular ohne Überprüfen der Dateneingabe herausstellten. Die Bewegung zerfiel nach kurzer Zeit, entstehende Splittergruppen und die Hauptakteure wurden allerdings weiter unter Beobachtung gehalten, vor allem da der Gründer Bodo Schiffmann Anonymous in einem öffentlichen Video herausgefordert hatte.

Im Juni 2020 wurde dann aus dieser bislang nur losen Zusammenarbeit die Operation Tinfoil (dt.: Operation Alufolie, eine Anspielung auf den Aluhut) gestartet, da neue Akteure auf der Bildfläche erschienen waren.

Das erste Ziel war Attila Hildmann, der durch das Verbreiten von Verschwörungsmythen auf Telegram schon vorher aufgefallen war, nun aber deutlich aktiver wurde und Anonymous auf seiner Seite wähnte, da kleine Gruppen mit Verbindung zu QAnon auch in seiner Telegram-Gruppe zu finden waren. Besonderes Augenmerk lag auf seinen Telegram-Gruppen, die erfolgreich von Aktivisten infiltriert werden konnten, und seinem Webauftritt, auf dem auch andere Daten, wie E-Mails, gespeichert waren. Mithilfe dieser Informationen konnten nunmehr Hauptverantwortliche und Administratoren seiner Telegram-Gruppe identifiziert werden und der reibungslose Ablauf innerhalb derselben immer wieder gestört werden; dazu kamen Veröffentlichungen über die Admins und deren Verbindungen. Die Arbeit der Aktivisten und ein veröffentlichtes Video gegen Attila Hildmann führten auch zu Interesse von Seiten der klassischen Medien an dessen Person, wodurch sich mehr Personen der Operation oder dem gleichen Ziel angeschlossen haben. Verkaufspartner, die Produkte des Vegan-Kochs verkauft hatten, kündigten, teilweise nach direkten Anfragen, die Zusammenarbeit mit ihm und nahmen seine Produkte aus ihrem Sortiment. Auch wurden seine Ansichten und Aussagen immer wieder widerlegt und/oder ins Lächerliche gezogen.<ref>2020 - Das Jahr der Masken: ein Rückblick. In: Anonleaks. 31. Dezember 2020, abgerufen am 8. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Aktivisten des Hackerkollektivs haben im Kontext dieser Operation die Website KenFM von Ken Jebsen angegriffen und über 39.000 Datensätze zu Spenden und Abonnenten abgreifen können. Auf der Website werden Verschwörungstheorien verbreitet.<ref>Anonymous: Hacker greifen Ken Jebsen an – Webseite lahmgelegt. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. Juni 2021]).</ref><ref>Frank Patalong: Anonymous erbeutet Namen von Ken-Jebsen-Unterstützern. Der Spiegel, abgerufen am 14. Juni 2021.</ref>

Weitere folgende Ziele waren die sogenannte „Organische Christus-Generation“ (OCG) des Ivo Sasek (siehe dort) und die teilweise rechtsextreme Impfgegnerbewegung Querdenken.

Konflikte mit staatlichen Organen

Im Juli 2011 wurde bei 35 Razzien in den USA, 14 in den Niederlanden und vier in Großbritannien ein mutmaßlicher Anonymous-Aktivist festgesetzt. 35 zusätzliche Haftbefehle wurden vom FBI ausgestellt.<ref>hen/Reuters/AFP: FBI nimmt 14 mutmaßliche Hacker fest. Auf: spiegel.de. 20. Juli 2011.</ref>

Als Reaktion auf die Festnahmen hackten die Hacker einen Server mit mehr als 70 Websites von US-Strafverfolgungsbehörden und kopierten 10 Gigabyte an Daten.<ref>Mehr als 70 Websites: Anonymous hackt Server von US-Sheriffs auf Spiegel. 6. August 2011.</ref>

Dokumente der NSA-Überwachungs- und Spionageaffäre belegen, dass der britische Geheimdienst GCHQ gezielt gegen Anonymous vorging.<ref>heise.de</ref>

Gefälschter Facebook-Auftritt

Anonymous.Kollektiv wurde ursprünglich als deutsche Facebook-Seite des Kollektivs eingerichtet, aber seit 2012 nicht mehr von Anonymous betrieben. Nach Presseberichten hatte das Erfurter AfD-Mitglied Mario Rönsch die übrigen Seitenbetreiber damals verdrängt. Die Seite verbreitete fortan Rechtspopulismus, Verschwörungstheorien und Hetze gegen Migranten, Flüchtlinge und Muslime. Anonymous-Aktivisten distanzierten sich davon und klärten ihre Anhänger über die Hintergründe der Fälschung auf.<ref name="Diesing">Richard Diesing (Die Zeit, 6. Juni 2016): Anonymous.Kollektiv: Hetze unterm Anonymous-Deckmantel; Netz gegen Nazis, 19. November 2015: Warum Anonymous-Kollektiv auf Facebook nichts mit Anonymous zu tun hat</ref> Nachdem die „Likes“ für die gefälschte Seite seit November 2015 enorm zunahmen, berichteten auch viele Medien über die Fälschung.<ref>Anonymous.Kollektiv auf Facebook: Denn sie wissen nicht, was sie liken; Berliner Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anonymous-Account greift hunderttausende Facebook-Fans ab (Memento vom 23. November 2015 im Internet Archive); Handelsblatt: Hackernetzwerk kämpft gegen IS – Gefälschte „Anonymous“-Seite verwirrt Unterstützer, 20. November 2015; Morgenpost: Hunderttausende fallen auf gefälschte Anonymous-Seite herein</ref>

Nach Strafanzeigen gegen den mutmaßlichen Betreiber entfernte dieser selbst oder die Facebook-Administration die Seite. Anfang Juni erschien eine Nachfolgeseite gleichen Namens auf dem russischen Netzwerk Vk.com, die auf die Sperrung der Vorgängerseite verweist und die Hetze gegen Zuwanderer fortsetzt.<ref name="Diesing" /><ref>Andrea Diener: Wo ist der Chef der rechten Internettrolle? www.faz.net, 2. Juni 2016</ref>

Literatur

  • Ole Reißmann, Christian Stöcker, Konrad Lischka: We are Anonymous – Die Maske des Protests. Wer sie sind, was sie antreibt, was sie wollen. Goldmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-10240-2.
  • Frédéric Bardeau, Nicolas Danet: Anonymous. Von der Spaßbewegung zur Medienguerilla. Unrast Verlag, Münster 2012, ISBN 978-3-89771-531-8.
  • Patrick Hansen: Die kollektive Identität von Anonymous. Was sich hinter der Maske verbirgt. Freiburg 2015, ISBN 978-1-5197-9003-3.
  • Carolin Wiedemann: Kritische Kollektivität im Netz: Anonymous, Facebook und die Kraft der Affizierung in der Kontrollgesellschaft, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8394-3403-1.

Weblinks

Commons: Anonymous – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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