Privatklinik Confraternität
Die Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz vereint seit 30. März 2026 Wiens ältestes Privatspital, die Privatklinik Confraternität, mit der Privatklinik Goldenes Kreuz an deren Standort in der Lazarettgasse im 9. Wiener Gemeindebezirk Michelbeuern. Bis Ende 2028 entsteht im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt am ehemaligen Standort der Privatklinik Confraternität in der Skodagasse der gemeinsame Neubau der beiden Privatkliniken.
Geschichte der Privatklinik Confraternität
1729 schlossen sich sieben Handelsgehilfen zu einer religiösen Gemeinschaft zusammen, um erkrankte und bedürftige Mitglieder des bürgerlichen Handelsstands von Wien zu pflegen. Die so genannte Confraternität (Bruderschaft) besaß zunächst kein eigenes Spital, sondern war zwischen 1747 und 1835 in gemieteten Räumlichkeiten aktiv (ab 1747 bei den Barmherzigen Brüdern, ab 1764 im Spanischen Spital (Boltzmanngasse 9), ab 1776 auf Wunsch von Kaiser Joseph II. im k.k. Universalkrankenhaus (Allgemeines Krankenhaus)). Das erste eigene Spital wurde 1835 in einer ehemaligen Schirmfabrik in der damaligen Alsergasse (heute Skodagasse 32) bezogen, besaß 5 Krankenzimmer und 18 Betten. Die Kranken wurden von zwei Krankenwärtern und Ärzten betreut.<ref name="Czeike">Felix Czeike: Historisches Lexikon der Stadt Wien.</ref>
Das Altarbild für die 1835 geweihte Spitalskapelle, welches den Heiligen Josef zeigte, stammte von Leopold Kupelwieser. Vor dem 1994 erfolgten Abbruch der Kapelle wurde dieses Bild in den Minoritenkonvent in der Alser Straße überführt.<ref>Stadt Wien – Sakralbauten im 8. Bezirk.</ref> Als Krankenpflegerinnen wurden 1890 Ordensschwestern aus dem Kloster der „Dienerinnen des heiligsten Herzen Jesu“ berufen. 1976 mussten die Schwestern wegen Personalmangel den Pflegedienst einstellen.<ref name="Czeike" /> Ein 1892 errichteter Zubau stammt vom Architekten Josef Schmalzhofer.<ref>Josef Schmalzhofer. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.</ref> 1909 erhielt das Krankenhaus einen eigenen Operationssaal. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten in der Zwischenkriegszeit wurde ab 1920 aus der ursprünglich religiösen Bruderschaft eine private Krankenanstalt, die gegen Bezahlung für alle offenstand.
1898<ref>Confraternität – Wohnen mit Betreuung</ref> wurde in der Khevenhüllerstraße 18 (19. Wiener Gemeindebezirk) ein Pensionistenheim eröffnet, welches 1929/30 Rekonvaleszentenheim umgebaut wurde. Das Heim war ursprünglich die Privatvilla des Geschäftsmannes Ferdinand Hauschka gewesen. Dieser hatte sich diese 1885 vom Architekten Otto Hieser<ref>Architekturlexikon – Otto Hieser</ref> bauen lassen. Ferdinand Hauschka hatte Villa und Garten kurz vor seinem Tod der Confraternität gestiftet. 1929 wurde in das Heim auch eine Kapelle, dem Heiligen Josef geweiht, eingebaut. Die ganze Anlage wurde 2007 geschlossen<ref>Confraternität – Wohnen mit Betreuung</ref> und steht seitdem leer.
1938 lösten die Nationalsozialisten den Verein auf und zogen dessen Vermögen ein. Ärzte und andere Geldgeber schlossen sich daraufhin zusammen, um das Krankenhaus zu kaufen und weiterzubetreiben. Der Krankenhilfsverein Confraternität wurde 1946 wieder zugelassen.<ref name="Czeike" /> Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte die Privatklinik Confraternität mehrfach den Besitzer, bis sie 1994 von der HUMANOMED Krankenhaus Management übernommen wurde. Sie ist heute Teil von Mavie Med (ehemalige PremiQaMed Group), welche wiederum eine Tochtergesellschaft der Uniqa Österreich ist.<ref>Unternehmensprofil Mavie Med. Abgerufen am 31. März 2026.</ref>
Neubau und Zusammenlegung ab 2026
Am Standort der bisherigen Privatklinik Confraternität in der Skodagasse im 8. Wiener Gemeindebezirk wird seit Ende März 2026 ein gemeinsamer Neubau mit der Privatklinik Goldenes Kreuz errichtet<ref>Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz bauen gemeinsam neu Mavie Med. Abgerufen am 31. März 2026.</ref> Ziel ist die Zusammenführung beider Einrichtungen, die zuvor nur wenige hundert Meter voneinander entfernt betrieben wurden, in einem gemeinsamen Klinikgebäude. Die Fertigstelltung des Neubaus ist für Ende 2028 vorgesehen.
Im Zuge der Vorbereitungen wurde der Standort Skodagasse mit 29. März 2026 geschlossen. Seit dem 30. März 2026 erfolgt der gemeinsame medizinische Betrieb beider Kliniken vorübergehend am Standort Lazarettgasse 16–18 im 9. Wiener Gemeindebezirk.<ref>Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz: gemeinsamer medizinischer Betrieb ab 30. März in der Lazarettgasse Mavie Med. Abgerufen am 31. März 2026.</ref> Dort wurde das Gebäude im Vorfeld entsprechend adaptiert und erweitert. Während der Übergangsphase wird das gesamte medizinische Leistungsspektrum beider Kliniken – mit Ausnahme einer Magnetresonanzetomographie (MRT) – am gemeinsamen Standort angeboten.
Der geplante Neubau in der Skodagasse soll auf rund 30.000 m² Fläche ein umfassendes medizinisches Angebot vereinen, darunter Schwerpunkte in der Frauen- und Männergesundheit sowie chirurgische und internistische Fachbereiche. Vorgesehen sind unter anderem 120 Betten, verteilt auf vier Stationen, mit einem hohen Anteil an Einzelzimmern, sechs Operationssäle, zwei Endoskopieräume, vier Kreißsäle sowie ein Zentrum für Tagesklinik und Ordinationen. Ergänzt wird das Angebot durch moderne diagnostische Einrichtungen wie Radiologie einschließlich MRT und CT.
Der architektonische Entwurft stammt vom österreischen Büro Baumschlager Eberle Architekten, das im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs im Jahr 2024 ausgewählt wurde.<ref>Gemeinsamer Neubau für Confraternität und Goldenes Kreuz: Das Siegerprojekt steht fest Mavie Med. Abgerufen am 31. März 2026.</ref> Bei der Planung wurde besonderer Wert auf städtebauliche Integration, Nachhaltigkeit und eine gesundheitsfördernde Architektur gelegt. So sind unter anderem ein öffentlich zugänglicher Garten sowie energieeffiziente und auf erneuerbaren Energien basierende Versorgungskonzepte vorgesehen.
Auch beim Rückbau des bestehenden Gebäudes wird ein nachhaltiger Ansatz verfolgt. Im Sinne des „Urban Mining“ sollen Materialien weitgehend wiederverwendet werden. Ein Großteil der Baustoffe wird getrennt und recycelt, während Teile der Einrichtung und Ausstattung weiterverwendet oder versteigert werden.
Weblinks
Fußnoten
<references />
Röm.-kath. Kirchen und Kapellen: Alser/Dreifaltigkeitskirche (Alservorstadt) | Antoniuskapelle (Alserstraße) | Franz-von-Assisi-Kirche (Breitenfeld) | Heilig-Geist-Kapelle | Kapelle der Oblatinnen | Piaristenkirche Maria Treu (Jodok-Fink-Platz)
Abgegangene Sakralbauten: Kapelle der heiligen Anna | Kapelle des Spitals Confraternität | Kapelle im Pfeilheim | Synagoge in der Neudeggergasse
Koordinaten: 48° 12′ 52″ N, 16° 20′ 56″ O
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