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Einlage (Bilanzrecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Privateinlage)

Unter Einlage versteht man die Überführung von Geld (Bareinlage) oder Sachen (Sacheinlage) aus dem Privatvermögen eines Unternehmers in sein Einzelunternehmen oder die Übertragung aus dem Privatvermögen eines Gesellschafters in das Betriebsvermögen der Gesellschaft. Dadurch erhöht sich das Eigenkapital des Unternehmens bzw. der Gesellschaft. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen bezeichnet man die Einlage auch als Privateinlage. Gegensatz ist die Entnahme.

Allgemeines

Üblicherweise verpflichten sich die Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag, anlässlich der Gründung der Gesellschaft eine bestimmte Einlage zu leisten, um die Gesellschaft mit dem notwendigen Eigenkapital auszustatten. Spätere Einlagen können aufgrund gesellschaftsvertraglicher Verpflichtung (Nachschusspflicht), aufgrund Vereinbarung der Gesellschafter (Gesellschafterbeschluss) oder spontan erfolgen. Für Personengesellschaften ist eine Mindestausstattung mit Eigenkapital nicht vorgesehen, sodass sie kein festes Eigenkapital in dem Sinn des Stammkapitals oder des Grundkapitals besitzen. Der Grund ist, dass mindestens ein Gesellschafter auch unbegrenzt mit seinem Privatvermögen für Gesellschaftsschulden haftet. Bei Kapitalgesellschaften hingegen ist die Haftung meistens auf das vorhandene Eigenkapital beschränkt, sodass sich der Gesetzgeber veranlasst sah, eine Mindestausstattung vorzuschreiben.

Arten

Einlagen können auf verschiedene Weise einer Gesellschaft bzw. einem Einzelunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Sie können als Bareinlage, Sacheinlage, Nutzungsüberlassung oder Dienstleistung erbracht werden.

  • Bareinlagen sind die üblichste Form und können durch Bareinzahlung oder Banküberweisung zu Gunsten der Gesellschaft vorgenommen werden. Um eine Bareinlage handelt es sich auch, wenn ein Dritter eine Zahlung an die Gesellschaft auf Rechnung des Gesellschafters leistet.
  • Bei Sacheinlagen überträgt der Gesellschafter sein Eigentum an Sachgesamtheiten oder einzelnen Vermögensgegenständen (Grundstücke, Gebäude, Wertpapiere, Maschinen, Vorräte, Forderungen oder immateriellen, aktivierbaren Vermögensgegenständen wie Patenten, Lizenzen oder Urheberrechten) auf die Gesellschaft.
  • Bei Nutzungsüberlassungen überträgt der Gesellschafter seine Vermögensgegenstände nicht eigentumshalber auf die Gesellschaft, sondern überlässt ihr die unentgeltliche Nutzung der Gegenstände. Die Sacheinlage entsteht in Höhe einer fiktiven Mietzahlung. Nutzungsüberlassungen an Kapitalgesellschaften werden steuerlich nur anerkannt, wenn der überlassende Gesellschafter der Alleingesellschafter ist oder die Nutzungsüberlassung seiner Beteiligungsquote entspricht.<ref>BFH, Urteil vom 28. März 2000, Az. VIII R 68/96, Volltext = DB 2000, 1738.</ref>
  • Dienstleistungen wie die unentgeltliche Geschäftsführung sind als Einlage nur bei Personengesellschaften zulässig. Die Sacheinlage entsteht in Höhe eines fiktiven Geschäftsführergehalts. Bei der GmbH hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Sacheinlagefähigkeit von Dienstleistungen nach {{#switch: juris
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Handelsrecht

Im Handelsrecht ist schlicht von der Einlage die Rede, ohne dass es eine Legaldefinition anbietet. Ob der Gesetzgeber eher an die Haftsumme oder an die Pflichteinlage gedacht hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Gesetzeskommentare gehen davon aus, dass unter Einlage die im Handelsregister eingetragene Haftsumme zu verstehen ist.<ref>Hermann Staub/Wolfgang Schilling, Großkommentar HGB, 4. Auflage, (Fn. 4), § 172 Rdn. 1</ref> Das Aktienrecht spricht ebenfalls von Einlagen. Die wichtigste Pflicht des Aktionärs ist die Leistung seiner Einlage nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 14||[Paragraf fehlt]}}{{#if: gmbhg||[Gesetz fehlt]}} Satz 1 GmbHG eine Einlage zu leisten ist. Rechtsprechung und Literatur verstehen hierunter die Gesamtheit aller vermögens- und personenrechtlichen und mitgliedschaftlichen Rechte und Pflichten eines Gesellschafters.<ref>so bereits RG, Urteil vom 18. April 1913, Az. Rep. II 659/12, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20180119060557

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        | web.archive.org = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von Internet Archive erkannt, bitte Parameter 'wayback' benutzen.|1}} 
        | webcitation.org = 
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         | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}
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          |  }} 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Pflichtparameter 'archiv-datum' wurde nicht angegeben.|1}}
      }}
    | {{#if: 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Parameter 'archiv-datum' ist nur in Verbindung mit 'archiv-url' angebbar.|1}}
      }}
  }}{{#if:{{#invoke:URLutil|isHostPathResource|https://www.jurion.de/urteile/rg/1913-04-18/rep-ii-659_12/}}
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    |addlarchives|addlpages= {{#if:  || }}{{#if: 1 |Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter}}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: enWP-Wert im Parameter 'format'.|1}}
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            }} 
       }}
  }} = RGZ 82, 167, 169.</ref> Die Haftung des Gesellschafters ist auf seine Einlage beschränkt ({{#switch: juris
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|LrBgld
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||leer=§ 13[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 13[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 13||[Paragraf fehlt]}}{{#if: gmbhg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 GmbHG, für den Kommanditisten {{#switch: juris

|juris={{#switch: hgb
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}}{{#if: 171||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Halbsatz 2 HGB, oder die Gesellschafter von Kapitalgesellschaften) die Einlage geleistet, wird er haftungsfrei.

Eine Einlage ist im Regelfall rechtsformabhängig mit Kontroll-, Informations- und Mitentscheidungsrechten des Einlegers verbunden. Kontrollrechte können über Aufsichtsgremien wahrgenommen werden, Informationsrechte gibt es nur eingeschränkt ({{#switch: juris

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}}{{#if: 233||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 HGB: der stille Gesellschafter und Kommanditist kann den Jahresabschluss verlangen). Am wichtigsten sind die Mitentscheidungsrechte, die eine Einlage gewährt. Sie werden durch Stimmrechte etwa in der Gesellschafter- oder Hauptversammlung ausgeübt; Ausnahme ist die stimmrechtslose Vorzugsaktie.

Aus Sicht des Einlegenden erhöht die Einlage in eine Gesellschaft die Anschaffungskosten für die Beteiligung an dieser Gesellschaft. Die Beteiligung wird dann mit einem höheren Buchwert in der Bilanz ausgewiesen.

Aus Sicht der Gesellschaft oder des Einzelunternehmens, in das eine Einlage erfolgt, erhöht die Einlage ihr Vermögen. Eine Bareinlage erhöht den Kassenbestand oder das Bankguthaben, eine Sacheinlage erhöht andere Vermögenspositionen. Die Sacheinlage kann mit dem Zeitwert oder mit dem bisherigen Buchwert bilanziert werden. Korrespondierend zu dem Vermögenszuwachs erhöht sich das Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz.

Steuerrecht

Das Steuerrecht bezeichnet als Einlagen „alle Wirtschaftsgüter (Bareinzahlungen und sonstige Wirtschaftsgüter), die der Steuerpflichtige dem Betrieb im Laufe des Wirtschaftsjahres zugeführt hat“ ({{#switch: juris

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}}{{#if: 4||[Paragraf fehlt]}}{{#if: estg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 8 EStG). Dabei ist erforderlich, dass das Wirtschaftsgut einem Betriebsvermögen zugeführt wird. Diese abstrakte Definition erfasst auch Sacheinlagen und Einlagen negativer Wirtschaftsgüter (Schulden).

Einlagewert ist grundsätzlich der Teilwert. Je höher der Einlagewert, desto höher sind bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern die Abschreibungen und desto niedriger ein späterer Veräußerungsgewinn. Korrespondierend kann beim Einlegenden ein hoher Wert dazu führen, dass ein hoher Betrag zu versteuern ist, wenn das Wirtschaftsgut steuerlich verstrickt war.

Personengesellschaften und Einzelunternehmen

Die Bewertung der Einlage in eine Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmen wird von {{#switch: juris

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}}{{#if: 17||[Paragraf fehlt]}}{{#if: estg||[Gesetz fehlt]}} EStG, so wird zwar zum Teilwert eingelegt, jedoch höchstens mit den fortgeführten Anschaffungskosten.

AfA-Bemessungsgrundlage ist grundsätzlich der Einlagewert, bei vorheriger Nutzung zur Einkunftserzielung im Privatvermögen jedoch immer die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Beispiele:

Kapitalgesellschaften

Die offene Einlage in eine Kapitalgesellschaft gilt steuerlich als Tauschgeschäft: Der Einlegende veräußert das einzulegende Wirtschaftsgut an die Gesellschaft und erhält im Gegenzug eine Beteiligung an der Gesellschaft. Dabei wird die Einlage mit dem gemeinen Wert des Wirtschaftsgutes bewertet ({{#switch: juris

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}}{{#if: 6||[Paragraf fehlt]}}{{#if: estg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 6 Satz 1 EStG).<ref>Klaus Korn/Martin Strahl, in: Claas Fuhrmann/Jörg Kraeusel/Joachim Schiffers, 360° eKommentar, Ab VZ 2016, § 6 EStG, Rn. 527; ISBN 978-3081789002</ref>

Eine verdeckte Einlage liegt vor, wenn ein Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person dem Unternehmen außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Einlagen einen Vermögensvorteil verschafft und diese Zuwendung durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist (R 8.9 KStR). Sie erhöht das Einkommen der Kapitalgesellschaft nicht ({{#switch: juris

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}}{{#if: 8||[Paragraf fehlt]}}{{#if: kstg_1977||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3 Satz 3 KStG). Für die steuerlichen Folgen beim Einlegenden wird die Einlage grundsätzlich mit dem Teilwert angesetzt ({{#switch: juris

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}}{{#if: 6||[Paragraf fehlt]}}{{#if: estg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 6 Satz 2 EStG).

In beiden Fällen erhöht sich das steuerliche Einlagekonto der Kapitalgesellschaft um den Einlagewert.

Buchhaltung

Privateinlagen in ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft werden über das Privatkonto gebucht, das ein Unterkonto des Eigenkapitalkontos darstellt. Sieht der Gesellschaftsvertrag zur besseren Übersicht zwei Privatkonten vor, werden Privateinlagen über das variable Kapital im Kapitalkonto II verbucht. Privateinlagen erhöhen das Eigenkapital, Privatentnahmen mindern es; beide sind ergebnisneutral. Der betriebliche Erfolg darf nämlich nicht davon abhängig sein, ob Mittel für private Zwecke verwendet oder dem Betrieb überlassen werden.<ref>Günter Wöhe/Heinz Kußmaul: Grundzüge der Buchführung und Bilanztechnik, 2012, S. 94.</ref>

International

In der Schweiz und Österreich sind die Verhältnisse bei Einlagen ähnlich wie in Deutschland.

Schweiz

Als Kapitaleinlage im Sinne von Art. 20 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Direkte Bundessteuer (DBG) und Art. 5 Abs. 1 ff. des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer (VStG) gelten Einlagen, Aufgelder und Zuschüsse, welche direkt von Inhabern der Beteiligungsrechte geleistet wurden und in der Handelsbilanz der empfangenden Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft verbucht und offen ausgewiesen sind (offene Kapitaleinlagen). Privatrechtlich bewirkt die Kapitaleinlage einen Eigentumswechsel an den eingelegten Mitteln. Durch die Kapitaleinlage wird das Vermögen der juristischen Person vermehrt. Die Kapitaleinleger werden dadurch aber nicht entreichert, weil sich gleichzeitig der Wert ihrer Beteiligungsrechte (Aktien, Stammanteile) erhöht. Kapitaleinlagen erfolgen

  • auf das Aktien- bzw. Stammkapital durch Liberierung bei der Gründung oder einer Kapitalerhöhung,
  • in die offenen Reserven durch Zahlung von Aufgeldern (Agio) bei Kapitalerhöhungen oder anderen Kapitalzuschüssen oder
  • in die stillen Reserven, indem der GmbH/AG von den Gesellschaftern Mittel zugeführt werden, ohne dass diese in der Buchhaltung auf einem Konto vermerkt werden. In diesem Zusammenhang spricht man von einer verdeckten Kapitaleinlage. Eine solche liegt beispielsweise vor, wenn eine GmbH/AG ein Grundstück zu einem unter dem Verkehrswert liegenden Preis erwirbt, und diese sodann zum tatsächlichen Wert in der Bilanz aufführt.

Österreich

Das österreichische Recht ähnelt dem deutschen Recht im Hinblick auf Einlagen.

Siehe auch

Einzelnachweise

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