Pridie-Bohrung
Bei der Pridie-Bohrung handelt es sich um die Anbohrung von Knorpeldefekten, um die darunterliegende Knochenschicht zu durchbrechen und das Einsprossen von Blutgefäßen und damit eine Regeneration des Gewebes durch Ersatzknorpel zu ermöglichen.<ref name="Ärzteblatt38-2003">Christoph Gaissmaier, Jürgen Fritz, Jürgen Mollenhauer, Ulrich Schneider, Stefan Marlovits, Jens Anders, Bernhard Schewe, Kuno Weise: Verlauf klinisch symptomatischer Knorpelschäden des Kniegelenks. Ergebnisse ohne und mit biologischer Rekonstruktion. In: Deutsches Ärzteblatt. Jg. 100, Heft 38, 2003, A2448–A2453, (PDF 76,6KB) (abgerufen am 16. Dezember 2012)</ref> Die Pridie-Bohrung gehört zu den Knorpeltechniken und ist damit mit der Abrasionsarthroplastik und Mikrofrakturierung verwandt.<ref name="Lexikon-Orthopädie">Markus Lerner: Anbohrung. In: Martin Engelhardt: Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie. Onlinelexikon (abgerufen am 20. Juli 2012).</ref> Dabei wird der Knochen unter dem schadhaften Knorpel punktförmig verletzt. Diese Stimulation des Knochenmarks soll zur Bildung von Faserknorpel anregen. Die Blutung aus dem intakten Knochen heraus soll die Bildung von Ersatzknorpel anregen. Bei diesem Ersatzknorpel handelt es sich um sogenannte Faserknorpel, der im Gegensatz zum ursprünglichen, hyalinen Knorpel nicht so belastbar ist.<ref name="Ärzteblatt38-2003" />
Bei der Mikrofrakturierung, auch Micro Fractures, wird die Knochenfläche unter dem Knorpel aufgebrochen (frakturiert). In einer arthroskopisch durchgeführten Operation wird zunächst der geschädigte Gelenkknorpel bis an die Knochengrenzschicht abgetragen und anschließend durch ca. 3 mm tiefe Löcher mit einer gewinkelten Ahle perforiert. Die Löcher werden in regelmäßigen Abständen alle 2 bis 3 mm eingebracht. Diese Stimulation des Knochenmarks soll zur Bildung von Faserknorpel anregen. Aus den künstlich erzeugten Defekten tritt aus dem Knochen ein sogenanntes Blutkoagel aus, das auch Stammzellen enthält, die sich dann zu Faserknorpel über die so behandelte Gelenkfläche hinweg entwickeln sollen.<ref name="Ärzteblatt38-2003" /> Eine anschließende Entlastung des Kniegelenks für mindestens 6 bis 8 Wochen durch Unterarmgehstützen ist notwendig, um den neu entstehenden Knorpel zu schützen.
Die Mikrofrakturierung gehört zu den knochenmarkstimulierenden Verfahren und wird bei begrenzten Knorpelschäden am Kniegelenk angewendet, die tief bis zum Knochen gehen. Entwickelt hat diese Methode Richard Steadman.<ref>J. R. Steadman, W. G. Rodkey, J. J. Rodrigo: Microfracture: surgical technique and rehabilitation to treat chondral defects. In: Clinical Orthopaedics and Related Research. Bd. 391 Supplement, 2001, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0009-921X|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
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Ein Nachweis einer nachhaltigen Wirksamkeit gelingt bei größeren Knorpelschäden nicht.
Einzelnachweise
<references />