Preysingsäule
Die Preysingsäule ist ein Obelisk im Forst Kasten südwestlich von München. Sie wurde 1735 von Kurfürst Karl Albrecht von Bayern aus Dankbarkeit für die Genesung seines Großkanzlers Max Emmanuel von Preysing an der Stelle errichtet, an der Preysing schwer gestürzt war. Das Denkmal steht an der Ecke Preysing Geräumt/Neurieder Gangsteig im südlichen Teil des Waldes, der zum Landschaftsschutzgebiet Forstenrieder Park gehört.
Geschichte
1735 stürzte Max Emmanuel von Preysing bei einer Parforcejagd im heutigen Forst Kasten vom Pferd und blieb einige Zeit bewusstlos liegen.<ref>Flyer der Stadt München zur Preysingsäule, (PDF-Datei, abgerufen am 15. Juni 2019; 811 kB)</ref> Nach der Genesung seines Großkanzlers ließ Kurfürst Karl Albrecht an der Stelle des Unfalls zu Ehren der Muttergottes dieses Denkmal errichten.
Zuletzt wurde das Denkmal 2008 für rund 10.000 Euro saniert und konserviert, wovon die Hauptlast von der Heiliggeistspital-Stiftung getragen wurde.<ref>Merkur-Online, abgerufen am 15. Juni 2019</ref>
Inschriften
Südseite des Obelisken
<poem>
Stehen in Gottes Gnad
macht stehen allzeit grad
</poem>
Ostseite des Obelisken
<poem>
Den 29ten Novembris A(nn)o 1735
ist allhier
Der Hochgebohrne Herr Herr Max(imilian) Emanuel Graf von Prey
sing Chur=Bayr(i)s(cher) Geheimber und Conferenz Rhat Obrist Stall(meister) des Hoch:
Ritt(er) Ord(ens) Grosskreuz und Erster Grosskanzler, auf der Jagt mit dem Pferdt
gestirzt und ohne Lebenszeichen gefunden. Durch sondere Guettatt aber der wunda
thättigen Muetter Gottes zu Altenoetting von der antringenten Todtsgefahr errettet
worden, wovon zur ewigen danksagung eine silberne Ampl vor dem Gnadenaltar
von Ihro Churfürstl(ichen) D(u)r(ch)l(auch)t Carl Albrecht aufgehengkhter erhalten würdt.
Der du dißes lißest Liebe die Göttliche Muetter
So kanst du sicher wandern in der gnad des Göttl(ichen) Kündts.
</poem>
Die Frakturschrift des Originals ist in der Abschrift unter Auflösung der mit Punkt und Doppelpunkt angezeigten Abkürzungen in runden Klammern ersetzt, auf das lange s der Vorlage wurde verzichtet.
Nordseite des Obelisken
Über und unterhalb des Reliefs eines aufgeschlagenen Buches über einem Schwert und einer Fackel finden sich die Worte
<poem>
Religio
Causa Voti<ref>Glaube ist die Ursache des Gelübdes. Nur mit Mühe lesbar. Vgl. Gerhard P. Woeckel, Pietas Bavarica, Weißenhorn 1992, S. 397</ref>
</poem>
Westseite des Obelisken
Die lateinische Inschrift wurde bereits 1892 als „infolge Verwitterung des Steines fast gänzlich unleserlich“<ref> Otto Grashey, Die Preysingsäule im Forste Kasten, in: Das Bayerland 3 (1892), S. 344–345</ref> bezeichnet. Trotz späterer Sanierungen ist der Text auf dem Stein in manchen Passagen entstellt (wie 4. Zeile: Liacuit, 9. Z: Hbn Wagm, 10. Z: mgH). Die Abschrift bietet die Auflösung von Abkürzungen in runden Klammern und kennzeichnet Emendationen und Konjekturen nicht kursiv.
<poem>
Die 29. Novembris A(nn)o 1735
Ex lethali Equi Lapsu in Venatione diu hic p(a)ene
Examinatus iacuit
Ill(ustrissimus) D(ominus) D(ominus) Max Eman(uel) Com(es) de Preysing Ser(enissimi) El(ector)is Bav(ariae) a Conf(erentiis) et Con(siliarius)
int(imus) act(ualis), Stab(uli) Praef(ectus), Ord(inis) Equ(estris) Magnae (?) Crucis (?) D(omi)nus et P(ri)mus M(agn)us Canc(ellar)ius
Ope D(i)vae V(irgin)is Oettinganae a praesenti mortis periculo Liberatus.
Accepti beneficii perpetuum Mnemosynon Lampad(em) argentea(m) ibidem in sacra illius aede
Appendi iussit Ser(enissimus) El(ector) Bav(ariae) Carolus Albertus Magnus Eque(stris) D(ivi) Georgii et P(ri)mus Magister
De vita Magnae (?) Crucis (?) Ord(inis) sui ac P(ri)mi Canc(ella)rii summe sollicitus.
Omnes multum temporis vehimur: ubique feroces sunt in via.
Disce viator firmo semper pede tenere tramitem bona conscientia.
Qui stat, videat, ne cadat.
</poem>
-
Preysingwappen mit St. Georgs-Kreuz des St. Georgs-Ritterorden (Ostseite)
-
Altöttinger Gnadenbild (Südseite)
-
Votivampel für die Altöttinger Gnadenkapelle (Nordseite)
Frömmigkeitsgeschichtliche Aussage
Sowohl in den Inschriften als auch in der Darstellung des Altöttinger Gnadenbildes kommt zum Ausdruck, dass die Gesundung des lebensgefährlich verletzten Grafen der Hilfe des göttlichen Kinds und der Fürbitte der Gottesmutter zugeschrieben wurde.
Literatur
• Gerhard P. Woeckel, Pietas Bavarica, Höfische Kunst und Bayerische Frömmigkeit 1150–1848, Weißenhorn 1992
• Georg Paula, Timm Weski, Denkmäler in Bayern. Landkreis München. Bad I,17, München 1997
Weblinks
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Einzelnachweise
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