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Prężynka

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Prężynka (deutsch Klein Pramsen) ist ein Ort in der Landgemeinde Lubrza (Leuber) im Powiat Prudnicki der Woiwodschaft Opole in Polen. Zu Prężynka gehört der Weiler Dobroszowice (Kloisenhof).

Geographie

Das Angerdorf Prężynka liegt etwa drei Kilometer nordwestlich von Lubrza, sechs Kilometer nordöstlich Prudnik und 47 Kilometer südwestlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene am Biała (Zülzer Wasser).

Nachbarorte von Prężynka sind im Westen Czyżowice (Zeiselwitz), im Nordosten Groß Pramsen (Prężyna), im Osten der Weiler Dobroszowice (Kloisenhof), im Südosten Lubrza (Leuber) und im Südwesten Prudnik (Neustadt O.S.).

Geschichte

Datei:Klein Pramsen-Sammlung Duncker (5417893).jpg
Schloss Klein Pramsen in einer Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert
Datei:2011-09 Prężynka 2.jpg
Kapelle
Datei:Prężynka, 2020.07.28 05.jpg
Gefallenendenkmal
Datei:Prężynka.jpg
Feuerwehr und Kapelle

In den frühesten Dokumenten wurde nicht zwischen Groß und Klein Pramsen unterschieden. 1295 wurde im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis ein Ort mit dem Namen „Pramsina“ urkundlich erwähnt. In einem Dokument aus Troppau vom 18. Februar 1327 folgt eine weitere Erwähnung als „Pramsyn“.<ref>Codex Diplomaticus Silesiae: Teil 22 - Regesten zur schlesischen Geschichte 1327–1333</ref> Aus dem Jahr 1423 ist die Ortsbezeichnung Parva Pramsen überliefert.<ref name="Triest" />

Im 17. Jahrhundert entstand ein erster Schlossbau im Ort.<ref name="Palac">Schloss Klein Pramsen</ref> Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 gelangte Klein Pramsen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1784 hatte Klein Pramsen 18 Bauern, 33 Gärtner, 15 Häusler und 401 Einwohner.<ref>Johann Ernst Tramp: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 3, Brieg 1783</ref> 1818 zählte Klein Pramsen 13 Bauern, 33 Gärtner, 15 Häusler und zwei Vorwerke (u. a. Neuhof).<ref>Geographisch-statistisches Handbuch über Schlesien und die Grafschaft Glatz, Band 2; Breslau und Jauer 1818</ref>

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Klein Pramsen ab 1816 zum Landkreis Neustadt O.S. im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Dorf drei Vorwerke, eine katholische Schule, eine Wassermühle, eine Schankwirtschaft, eine Brauerei, eine Brennerei sowie weitere 91 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Klein Pramsen 679 Menschen, davon sieben evangelisch. Die katholischen Bewohner waren nach Groß Pramsen eingepfarrt, die evangelischen nach Neustadt.<ref name="Knie">Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 509.</ref> 1855 lebten 644 Menschen in Klein Pramsen. 1865 bestanden im Ort 13 Bauern-, 32 Gärtner- und 44 Häuslerstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ort eine Wassermühle, eine Bockwindmühle und eine Schule mit 115 Schülern und war nach Groß Pramsen eingepfarrt.<ref name="Triest">Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 1095</ref> 1874 wurde der Amtsbezirk Klein Pramsen gegründet, welcher aus den Landgemeinden Klein Pramsen, Leuber, Zeiselwitz und den Gutsbezirken Klein Pramsen und Zeiselwitz bestand. Erster Amtsvorsteher war der Rittergutsbesitzer Alfred Graf Matuschka von Toppolczan.<ref name="Territorial">Territorial Amtsbezirk Klein Pramsen</ref> 1885 zählte Klein Pramsen 630 Einwohner.<ref>AGOFF Kreis Neustadt O.S.</ref>

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 lag Klein Pramsen außerhalb des Abstimmungsgebietes. 1933 lebten im Ort 735 Einwohner. 1939 hatte der Ort 745 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Neustadt O.S.<ref name="Vwg">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Als Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort 1945 an Polen, wurde in Prężynka umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole und seit 1999 gehört er zum Powiat Prudnicki.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Schloss Klein Pramsen entstand im 17. Jahrhundert. Nach 1945 verfiel das Gebäude allmählich. Aufzeichnungen aus den 1960er Jahren beschreiben das Gebäude als Ruine. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Bau dann abgerissen. Erhalten haben sich die Wirtschaftsgebäude des Gutshofs aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.<ref name="Palac" /> Diese stehen seit 1965 unter Denkmalschutz.<ref>Verzeichnis der Denkmäler in der Woiwodschaft Opole</ref>
  • Kapelle aus dem 19. Jahrhundert
  • Wegkreuz mit Pietà und deutschen teilweise leserlichen Inschriften aus dem Jahr 1924
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit einer Madonnenfigur mit Jesuskind.
  • Feuerwehrhaus mit einer Figur des heiligen Florians und einem Turm

Söhne und Töchter des Ortes

  • Albert Battel (1891–1952), deutscher Rechtsanwalt, Oberleutnant und Gerechter unter den Völkern

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Gmina Lubrza