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Potsdamer Straße

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1 Potsdamer Straße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:PotsdamerPlatz Vogelperspektive 2004 1.jpg
Beginn der Straße mit den neuen Bauten am Potsdamer Platz
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Tiergarten,
Schöneberg
Angelegt  1831
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Leipziger Straße (östlich),
Hauptstraße (südlich)
Querstraßen  (Auswahl)
Reichpietschufer,
Schöneberger Ufer,
Lützowstraße,
Kurfürstenstraße,
Bülowstraße,
Pallasstraße,
Goebenstraße
Plätze  Potsdamer Platz
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 1500 m in Tiergarten
950 m in Schöneberg

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Potsdamer Straße (von Hausbesetzern auch Potse genannt)<ref>Ingrid Gründer: Sittenbilder – Die Potse. In: Die Zeit 48/1983</ref><ref>Gunda Bartels: Die Potsdamer Straße im Wandel – Verkommen, um zu bleiben. In: Der Tagesspiegel, 26. August 2017</ref> in Berlin ist Teil der Bundesstraße 1 und verbindet den Potsdamer Platz im Ortsteil Tiergarten mit dem nördlichen Ende der Hauptstraße in Schöneberg am Heinrich-von-Kleist-Park. Sie ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Straße im Ortsteil Zehlendorf.

Ursprünglich vor dem Potsdamer Tor als Weg zu den königlichen Residenzen in Potsdam (Schloss Sanssouci und Neues Palais) gebaut, wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag von König Friedrich Wilhelm II. zur „Kunststraße“ ausgebaut. Vom Berliner Schloss aus war ab 1795 über die Berlin-Potsdamer Chaussee seine neue Sommerresidenz, das Marmorpalais im Neuen Garten von Potsdam, bequem zu erreichen.

Nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sie sich zur verkehrsreichsten Straße im Deutschen Reich. Mit der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrer Bedeutung zurückgesetzt – weiter verstärkt durch den Mauerbau am 13. August 1961 – wurde Ende der 1960er Jahre die Trasse nördlich des Landwehrkanals hinter der Potsdamer Brücke durch das von Hans Scharoun geplante Kulturforum mit Neuer Nationalgalerie, St. Matthäuskirche, Philharmonie und Staatsbibliothek Richtung Potsdamer Platz neu angelegt. Der Rest führt heute als Alte Potsdamer Straße zum Marlene-Dietrich-Platz.

Geschichte

Die Potsdamer Straße ist ein Teil der ehemaligen Reichsstraße 1 von Aachen nach Königsberg. Sie wurde 1790–1792 als eine der ersten Kunststraßen Preußens befestigt. Entgegen der Kriegsweisheit von Friedrich II. „Je schlechter die Straße, desto schwieriger kommt der Feind auf ihnen voran“, beauftragte erst dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. den Architekten Carl Gotthard Langhans, der auch das heutige Brandenburger Tor entworfen hat, die Straße zwischen Berlin und Potsdam zu befestigen, zu schottern und mit Alleebäumen zu säumen.

Datei:Potsdamer Platz 2005 110.JPG
1997 rekonstruierter Verkehrsturm am Potsdamer Platz, März 2005

Seit 1830 hatte der Banko-Assistent Samuel Ewald Leddihn Äcker zwischen dem Botanischen Garten (dem heutigen Kleistpark) und dem Lützower Weg (der heutigen Lützowstraße) aufgekauft und erreichte erfolgreich die Umwandlung in Bauland.

Die Gemeinde Alt-Schöneberg stimmte dem Verkauf ihres vorfeudalen „Vieh-Gemenge-Rechts“ – der sogenannten Huthbefreiung – zu: Von nun an konnte sie kein Vieh mehr auf den neuen Baugrundstücken weiden lassen. Mitstimmungsberechtigt war auch der preußische Militärfiskus, der parallel zur Potsdamer Straße im Jahr 1837 die erste preußische Eisenbahnlinie (die Stammbahn) zwischen Potsdam und Berlin mit seinem Potsdamer Bahnhof eröffnet hatte.

Am 3. Mai 1841 wurde ein Teil der Potsdamer Chaussee zwischen dem Landwehrgraben und dem Botanischen Garten in Potsdamer Straße umbenannt.<ref>Amtliche Bekanntmachung von 3. Mai 1841, Berliner Nachrichten Nr. 110, 13. Mai 1841</ref>

In der Potsdamer Straße 131 gab es bis zum Jahr 1855 das Vergnügungsetablissement Möwes Blumengarten, zu dem neben den Blumenbeeten auch kleine Sommerferienhäuschen gehörten. Das Gelände wurde danach parzelliert und über die Fläche ließ der Berliner Magistrat die Eichhornstraße und die Schellingstraße anlegen.<ref>Aus Berlins vergangenen Tagen. In: Berliner Volkszeitung, 16. August 1905.</ref>

1861 wurde der nördliche Teil von Schöneberg abgetrennt und als Schöneberger Vorstadt nach Berlin eingemeindet. Hierdurch verschob sich die Stadtgrenze vom Landwehrkanal bis zur Grunewaldstraße. Die Potsdamer Straße gehört seitdem zu Berlin und führte damals genau bis zur Stadtgrenze. Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 wurde Schöneberg zum Bezirk, die Schöneberger Vorstadt und damit auch die Potsdamer Straße kamen jedoch komplett zum Bezirk Tiergarten. 1938 wurde das Gebiet neu aufgeteilt: Das Gebiet südlich der Kurfürstenstraße gehört seitdem wieder – wie schon bis 1861 – zu Schöneberg, der nördliche Teil verblieb bei Tiergarten.

Mit dem Verkehrsturm am Potsdamer Platz wurde am 15. Dezember 1924 die erste Ampel im Deutschen Reich in Betrieb genommen. Sie war damals umstritten, weil es zunächst niemand einsah, von einem Lichtsignal Anweisungen entgegennehmen zu müssen. Eine Rekonstruktion des Verkehrsturms steht seit 1997 wieder an der historischen Stelle.

Die Hausnummern wurden 1937 von der Hufeisen- auf die heutige Orientierungsnummerierung umgestellt. Bis dahin wurden die Häuser, beginnend mit der Nummer 1 auf der Nordwestseite, fortlaufend gezählt. Seit der Umstellung sind die ungeraden Nummern auf der südöstlichen Straßenseite und enden mit 203 (früher: 205) an der Einmündung Großgörschenstraße.

Mit der Teilung der Stadt durch den Mauerbau im Jahr 1961 endete das nördliche Ende der Potsdamer Straße unmittelbar an der Berliner Mauer. Konsequent setzte der West-Berliner Senat den von Hans Scharoun entworfene Neubau der Staatsbibliothek quer über den historischen Straßenverlauf und verschwenkte die Potsdamer Straße nach Nordwesten auf die Viktoriastraße. Nach der Wiedervereinigung Berlins ist das abgeschnittene Teilstück zum Potsdamer Platz als Alte Potsdamer Straße reaktiviert worden und heute eine durch viele Fußgänger belebte Nebenstraße zum Marlene-Dietrich-Platz.

In den Jahren vor und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Potsdamer Straße zwischen der Lützow- und der Pallas- Ecke Goebenstraße zum Rotlichtviertel, in dem die Prostitution in entsprechenden Nachtclubs blühte. Erst Ende der 1980er Jahre begann sich dieses Image für das genannte Teilstück der Straße zu verlieren.

Am 22. September 1981 wurde der Demonstrant Klaus-Jürgen Rattay auf der Potsdamer Straße unterhalb der Hochbahntrasse von einem Linienbus erfasst und verstarb.<ref name="rbb">Dokumentation des RBB, mit Fernsehinterview des Potsdamer-Straße-Chronisten Benny Härlin</ref> Eine Gedenktafel im Bürgersteig an der Potsdamer / Ecke Bülowstraße erinnert daran.

Personen

Gebäude und Denkmäler

Datei:Clp 20070607 BVG Potsdamer Straße.jpg
Ehemalige BVG-Hauptverwaltung Potsdamer Straße 188–192

Überblick

Die Hausnummernzählung beginnt und endet am Potsdamer Platz. Sie erfolgt im Zickzack, auf der Nordwestseite alle ungeraden, auf der Südostseite alle geraden Nummern. Die Nummerierung lief bis Nummer 142 im (heutigen) Ortsteil Mitte, die weiterführenden Hausnummern gehör(t)en zum damaligen Bezirk Schöneberg. In den 1930er Jahren gab es eine größere Umnummerierung. Folgende geschichtsträchtige Bauwerke standen entlang dieser Straße oder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet:

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  • Nr. 96: war zuerst ein Kino, zwischen 1972 und 1989 als Konzertraum Quartier Latin genutzt. Seit 1992 befindet sich das Varieté Wintergarten hier, das seinen Anfang in der Friedrichstraße genommen hatte.
  • Nr. 87: Verwaltung der Siemens-Schuckert-Werke<ref name="Adress40a" />
Datei:Berlin - memorial for Gustav Hartmann 1.jpg
Denkmal für den Eisernen Gustav an der Potsdamer Brücke

Ehemalige Institutionen

Datei:WP Rudolph Lepkes Kunst-Auctions-Haus 4.jpg
1912 errichtetes Gebäude von Rudolph Lepkes Kunst-Auctions-Haus in der Potsdamer Straße
Datei:Potsdamer strasse 157 159.JPG
Die 1981 besetzten Häuser Potsdamer Straße 157 und 159

Heutige Institutionen

Siehe auch

Literatur

  • Benedikt Härlin, Michael Sontheimer: Potsdamer Straße. Sittenbilder und Geschichten. Rotbuch Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-88022-274-6.
  • Sibylle Nägele, Joy Markert: Die Potsdamer Straße. Geschichten, Mythen und Metamorphosen. Metropol Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-936411-78-6.
  • Eva Reblin: Die Straße, die Dinge und die Zeichen. Zur Semiotik des materiellen Stadtraums. transcript-Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1979-9.
  • Karl Voß: Reiseführer für Literaturfreunde Berlin. Vom Alex bis zum Kudamm. Ullstein, Frankfurt a. M. / Berlin / Wien 1980, ISBN 3-548-04069-1.
  • Birgit Wetzig-Zalkin: Marlene Dietrich in Berlin. Wege und Orte. Edition Gauglitz, Berlin 2005, ISBN 3-933502-22-5.
  • Birgitt Eltzel: Mythos Potsdamer Straße. In: Berliner Zeitung, 26. September 2006.

Weblinks

Commons: Potsdamer Straße (Berlin-Tiergarten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Potsdamer Straße (Berlin-Schöneberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 52° 30′ 2,7″ N, 13° 21′ 49,1″ O

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