Porzellanmuseum München
Das Porzellanmuseum im Schloss Nymphenburg in München, auch „Sammlung Bäuml“ genannt, gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Nymphenburger Porzellan. Gezeigt werden Erzeugnisse vom Beginn der Gründung bis zur Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg.
Ausstellung
Im Obergeschoss des Marstallmuseums werden seit 1986 mehr als 1.000 Exponate der 1747 gegründeten Porzellanmanufaktur Nymphenburg gezeigt. Die Sammlung geht auf eine Mustersammlung des langjährigen Inhabers der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Albert Bäuml, zurück. Die Exponate sind größtenteils Leihgaben der Familie Bäuml, die sie dem Freistaat Bayern als Träger des Museums überließ. Aus den Beständen des Residenzmuseums und des Wittelsbacher Ausgleichsfonds kamen vor allem Künstlerbildnisse und Porzellantafeln mit Gemäldekopien von Hauptwerken der Alten Pinakothek in München aus dem 19. Jahrhundert hinzu.
Die Sammlung Bäuml zeigt eine Fülle unterschiedlichster Erzeugnisse: Parfum-Flankons, Tabatieren mit erotischen Szenen, Freimauersymbolen oder Blumenmalereien, Leuchter, Weihwasserbehälter, Terrinen, Büsten, Tassen mit Portraits der königlichen Familie bzw. Darstellungen bayerischer Landschaften, Figurinen und selbst Maßkrüge sowie großformatige Prunkvasen. Ein gedeckter Tisch schildert die Tafelkultur bei Hofe im 19. Jahrhundert. Das Service mit Goldrand stammt von Johann Peter Melchior (um 1810) und wird ergänzt durch ein Silberbesteck sowie Kristallgläsern mit königlich-bayerischem Wappen.
Paradestücke sind die Figuren der Commedia dell’arte von Franz Anton Bustelli und die Figuren von Dominik Auliczek von 1770. Charmant ist auch ein um 1765–1770 Lederkoffer mit Déjeuner (Service für zwei Personen), dekoriert mit Ansichten kurbayerischer Schlösser.
Der chronologisch geführte Rundgang schließt mit Stücken aus der Zeit um 1900. Jugendstil und Naturalismus zeigen etwa ein 17-teiliges Fischservice nach dem Entwurf von Hermann Gradl (1900) und Bildteller mit dem Dekor von Rudolf Sieck z. B. „Veitshöchheim“ (1906); „Nymphenburg: Es schneit“ (1908); „Tannwald im Schnee“ (1906). Der "Große Adler" nach dem Entwurf von Theodor Kärner zeigt das Tier in imposanter Lebensgröße.
Der heutige Besitzer der Nymphenburger Porzellanmanufaktur, Luitpold Prinz von Bayern, stellt aus seinem Privatbesitz das Service seines Urgroßvaters König Ludwig III. aus.
Abbildungen
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Göttin, Dominikus Auliczek, um 1770
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Franz Anton Bustelli: Figur aus der Commedia dell’arte, ca. 1760
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Terrine aus dem kurfürstlichen Hofservice, Bemalung Joseph Zächenberger, 1760–65
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Vase mit Seejungfrauen, Eugen Napoleon Neureuther, um 1850–55
Siehe auch
Literatur
- Alfred Ziffer, Nymphenburger Porzellan. Sammlung Bäuml: The Bauml Collection, Arnoldsche Verlagsanstalt, ISBN 3-925369-61-9
- Nymphenburger Porzellan – Sammlung Bäuml, Prospekt der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
- Barbara Krafft, 250 Jahre Porzellan-Manufaktur Nymphenburg, München 1996.
Weblinks
Koordinaten: 48° 9′ 21″ N, 11° 30′ 20″ O
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