Zum Inhalt springen

Porzellanfabrik Schönwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Porzellanfabrik Schönwald

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Porzellanfabrik Schönwald logo.svg
Rechtsform Niederlassung der BHS Tabletop AG
Gründung 1879
Sitz Schönwald in Oberfranken
Mitarbeiterzahl 650
Website www.schoenwald.com
Datei:Porzellanfabrik Schönwald 1000 Mk 1922.jpg
Aktie der Porzellanfabrik Schönwald über 1000 Mark vom 15. April 1922
Datei:Porzellanfabrik Schönwald Süd.JPG
Werksverkauf in der Rehauer Straße

Die Porzellanfabrik Schönwald ist ein Werk des deutschen Porzellanherstellers BHS Tabletop. Der Weltmarktführer besitzt auch die Rechte an der Marke Schönwald. Das Unternehmen beschäftigt am Standort Schönwald in Oberfranken rund 650 Mitarbeiter. Schönwald stellt Porzellan für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung her. Das Sortiment umfasst über 1.100 Artikel. Beliefert werden Hotels und Restaurants, Flug- und Schifffahrtslinien, Krankenhäuser und Betriebskantinen in über 100 Ländern.

Geschichte

Im Jahr 1879 gründete Johann Nicol Müller in Schönwald eine Porzellanfabrik, die zugleich einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort bedeutete. Die Region bot alle nötigen Rohstoffe für die Porzellanherstellung: Kaolin-, Feldspat- und Quarzlagerstätten für die Porzellanmasse sowie Holz für die Ofenfeuerung. Im Jahr 1898 beschäftigte das Unternehmen bereits 340 Mitarbeiter, im gleichen Jahr wurde die Aktiengesellschaft „Porzellanfabrik Schönwald“ ins Leben gerufen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts spezialisierte sich Schönwald auf das Geschäftsfeld Hotelporzellan. Die Entwürfe sollten die funktionalen Anforderungen der Gastronomie erfüllen, aber an den Stil von feinerem Haushaltsporzellan erinnern.<ref name="historie2004">Historie. In: Unternehmen. Porzellanfabrik Schönwald, 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2008; abgerufen am 30. April 2010.</ref>

Als sich die wirtschaftliche Gesamtlage in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre verschlechterte, reagierte die Porzellanindustrie mit der Konzentration von Unternehmen. Auch die Porzellanfabrik Schönwald wurde in den größeren Kahla-Konzern eingegliedert.<ref name="selb">Stefan Stroessenreuther: Porzellanfabrik Schönwald. In: Porzellan-selb.de. 31. Juli 2020, abgerufen am 14. April 2021.</ref> Unter den künstlerischen Leitern Hermann Gretsch (1930–1950) und Heinrich Löffelhardt (1952–1971) bestand eine enge Verbindung zum Schwesterunternehmen Arzberg.<ref name="loeffelhardt">Peter Schmitt: Löffelhardt, Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie. 15, 1987, S. 28 f., abgerufen am 15. April 2021.</ref>

1936 entwarf Gretsch das Hotelgeschirr Form 98. Erstmals in der Geschichte des Porzellans war eine komplett durchgearbeitete Hotelgeschirrserie auf dem Markt.<ref name="selb" /><ref>Corinna Ewald: Dibbern Solid Color: „Form 98“ von Herrmann Gretsch. In: Tischkultur. Lothar John GmbH & Co. KG, 3. September 2010, abgerufen am 13. April 2021.</ref> 1940 wurde sie auf der VII. Triennale in Mailand mit der Goldmedaille ausgezeichnet.<ref name="historie2011">Historie. In: Unternehmen. Porzellanfabrik Schönwald, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Februar 2020; abgerufen am 13. April 2021.</ref> Sie wird bis heute produziert.

Nach der Teilung Deutschlands nahm die im Westen gelegene Hälfte des Kahla-Konzerns 1949 ihren Sitz in Schönwald.<ref name="historie2011" /> Mit Entwürfen von Heinrich Löffelhardt festigte das Unternehmen seinen Ruf, Funktionalität und gute Form miteinander zu vereinen.<ref name="loeffelhardt" /> In den 1970er Jahren setzte der Designer Hans Theo Baumann diese Tradition fort.<ref>René Zey: Baumann, Hans Theo. In: Designlexikon International. Königsdorfer Medienhaus, Frechen, abgerufen am 15. April 2021.</ref>

1972 fusionierte die Schönwald-Mutter Kahla mit Lorenz Hutschenreuther zur Hutschenreuther AG. Diese wurde 1998 umstrukturiert und firmiert seitdem als BHS Tabletop.<ref name="historie2011" /> Am Standort Schönwald wurde vor allem in die Bereiche Produktion und Logistik investiert,<ref>Fakten. Porzellanfabrik Schönwald, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2008; abgerufen am 13. April 2021.</ref> 2009 wurde ein vollgefaserter Schnellbrandofen in Betrieb genommen.<ref>Dieter Weigel: BHS investiert in sein heißes Herz. Frankenpost, 25. September 2009, S. 13, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Februar 2014; abgerufen am 30. April 2010.</ref>

Datei:Porzellanfabrik Schönwald 20250809 20250809 HOF3479 RAW-Export.jpg
Die Fabrik, 3 Monate vor Ankündigung

In einer Pressekonferenz am 18. November 2025 wurde bekanntgegeben, dass die Produktion in Schönwald bis Ende 2027 eingestellt und nach Weiden, in die Porzellanfabrik Bauscher, verlagert werden soll. Werksverkauf und Verwaltung sollen erhalten bleiben. Fortan werde nur noch der „Premiumbereich“ in Deutschland hergestellt.<ref>HCS Content GmbH: Nach dem BHS-Aus: Rabenschwarzer Tag für Schönwald - Frankenpost. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>

Auszeichnungen

  • 1940: Form 98, Goldene Medaille International der VII. Triennale Mailand<ref name="historie2011" />
  • 1957: Form 511, Goldene Medaille der XI. Triennale Mailand<ref name="historie2011" />
  • 1961: Hotelgeschirr 498, Premio internazionale Vicenza<ref name="historie2011" />
  • 1964: Form 611
  • 1967: Hotelgeschirr 498, Premio Macef
  • 1973: Rastergeschirr 2298, Bundespreis Gute Form<ref name="selb" />
  • 1976: Hotelgeschirr 898
  • 1999: Premiere, iF Design Award
  • 2002: Event, red dot design award
  • 2005: Signature, iF Design Award
  • 2008: Wellcome, red dot design award<ref name="historie2011" />
  • 2011: Grace, iF Design Award
  • 2016: Allure, Designpreis der Bundesrepublik Deutschland Special<ref name="historie2011" />
  • 2018: Islands, German Design Award

Siehe auch

Literatur

  • Schönwald. Das Buch vom Hotelporzellan. Hg. v. Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald 1979.

Weblinks

Commons: Porzellanfabrik Schönwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>