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Porchow

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Porchow (Vorlage:RuS) ist eine Stadt in der nordwestrussischen Oblast Pskow mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" />

Geografie

Die Stadt liegt etwa 90 km östlich der Oblasthauptstadt Pskow am in den Ilmensee mündenden Fluss Schelon.

Porchow ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Die Stadt liegt an der 1897 eröffneten Eisenbahnstrecke BologojeDno–Pskow (–TartuTallinn).

Geschichte

Datei:Porkhov asv2018-07 img26.jpg
Festung und Stadtzentrum Porchow, Luftaufnahme

Porchow wurde 1239 von Fürst Alexander Jaroslawitsch (später „Newski“) als Festung zum Schutz der südwestlichen Zugänge zur Republik Nowgorod gegründet. Die ursprüngliche hölzerne Festung brannte 1387 nieder und wurde sofort 1300 Meter flussabwärts aus Kalkstein neu errichtet. Mehrfach wurde sie bei Auseinandersetzungen mit dem Großfürstentum Litauen beschädigt, so 1356 unter Algirdas und 1428 unter Vytautas.

1478 fiel die Festung mit der gesamten Republik Nowgorod an das Großfürstentum Moskau und galt in Folge als eine der 12 wichtigsten Festungen entlang seiner Westgrenze.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der um die Festung entstandene Ort zu einem wichtigen Handelszentrum für Leinen. 1777 erhielt Porchow das Stadtrecht als Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds) des Gouvernements Pskow. Im 19. Jahrhundert und bis 1918 bestand in Porchow eine estnischsprachige lutherische Kirchengemeinde.<ref>Unterstützungs-Kasse für Evangelisch-Lutherische Gemeinden in Rußland (Hrsg.): Die evangelisch-lutherischen Gemeinden in Rußland. Eine historisch-statistische Darstellung. Bd. 1: Der St. Petersburgische und der Moskowische Konsistorialbezirk. Watsar, Sankt Petersburg 1909, S. 170.</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wurde Porchow am 11. Juli 1941 von den deutschen Truppen besetzt und am 26. Februar 1944 von Truppen der Leningrader Front der Roten Armee im Rahmen der Leningrad-Nowgoroder Operation zurückerobert. Im Verlaufe der Kampfhandlungen wurde die Stadt zu 90 Prozent zerstört. Bertolt Brechts Sohn Frank Banholzer starb hier 1943 bei einem Sprengstoffanschlag gegen ein Wehrmachtskino, er wurde auf dem „Heldenfriedhof Porchow“ beigesetzt.<ref>Wolfgang Conrad, Ernst-Ullrich Pinkert, Erich Unglaub: Brechts Söhne. Topographie, Biographie, Werk. Peter Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-58376-0, S. 41.</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 5.551
1926 8.000
1939 12.681
1959 7.639
1970 10.977
1979 13.441
1989 14.170
2002 12.263
2010 10.608

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Porkhov asv2018-07 img07.jpg
Geburtskirche

Neben der teilweise zerstörten Festung sind in der Stadt mehrere Kirchen erhalten, so die Erlöserkirche (Vorlage:Lang/ Spasskaja zerkow) von 1650 (Ursprünge von 1399), die Maria-Geburts-Kirche (Vorlage:Lang/ Roschdestwenskaja zerkow) und die Nikolaikirche (Vorlage:Lang/ Nikolskaja zerkow) (beide Anfang des 15. Jahrhunderts).

Auf dem Gelände der ehemaligen Festung befindet sich ein Geschichts- und Heimatmuseum.

17 Kilometer südöstlich der Stadt liegt am Ufer der Schelon das ehemalige Anwesen der Fürsten Gagarin Cholomki mit Hauptgebäude von 1913 (Architekt Iwan Fomin) und Park. Zu Beginn der 1920er Jahre existierte hier und im benachbarten Anwesen Belskoje eine Künstler- und Literatenkolonie, in der zeitweilig Dichter und Schriftsteller wie Wladislaw Chodassewitsch, Jewgeni Samjatin, Michail Soschtschenko und Kornei Tschukowski lebten und arbeiteten.

18 Kilometer südöstlich von Porchow befindet sich im Dorf Wolyschowo die ehemalige Residenz der Grafen Stroganow mit 100 Hektar großem Landschaftspark.

Wirtschaft

In Porchow gibt es Betriebe der Baumaterialienwirtschaft (Kalkstein), Elektrotechnik (Relais) und der Lebensmittelindustrie.

Persönlichkeiten

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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