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Pontcysyllte-Aquädukt

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Pontcysyllte-Aquädukt
Pontcysyllte-Aquädukt
Pontcysyllte-Aquädukt
Überführt Llangollen-Kanal
Querung von Fluss Dee
Konstruktion Trogbrücke
Gesamtlänge 307 m
Breite 3,6 m
Anzahl der Öffnungen 19
Längste Stützweite 13,6 m
Höhe 38,7 m
Baubeginn 1795
Eröffnung 26. November 1805
Planer Thomas Telford
Lage
Koordinaten 52° 58′ 13″ N, 3° 5′ 16″ WKoordinaten: 52° 58′ 13″ N, 3° 5′ 16″ W
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Pontcysyllte-Aquädukt (Wrexham County Borough)
Pontcysyllte-Aquädukt (Wrexham County Borough)

Das Pontcysyllte-Aquädukt [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˌpɔntkəˈsəɬte] ist ein als schiffbare Trogbrücke ausgeführtes Aquädukt, das den Llangollen-Kanal über das Tal des Flusses Dee zwischen den Gemeinden Trevor und Froncysyllte im Nordosten von Wales führt. Es wurde 1805 fertiggestellt und ist seitdem sowohl das längste als auch höchste Aquädukt in Großbritannien. Es ist nach britischen Denkmalschutzkriterien als „Kulturdenkmal 1. Klasse“<ref>Listed Buildings: Pontcysyllte Aqueduct, Trevor. In: wrexham.gov.uk. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Oktober 2008; abgerufen am 26. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> eingestuft und steht seit Juni 2009 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.<ref>Aqueduct crowned world wonder. In: British Broadcasting Corporation. 27. Juni 2009, abgerufen am 26. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bau

Datei:Under Pontcysyllte.jpg
Das Aquädukt überquert den Fluss Dee

Das von Thomas Telford entworfene und von dem erfahrenen Kanalbauingenieur William Jessop ausgeführte Aquädukt war Teil des ursprünglich als Ellesmere-Kanal bezeichneten und später in Llangollen-Kanal umbenannten Wasserwegs. Das 307 m lange Aquädukt trägt eine 3,6 m breite und 1,60 m tiefe gusseiserne Wasserrinne, deren Wasserspiegel 38,7 m über dem Talgrund liegt. Sie wird von 19 gusseisernen Bögen getragen, die sich auf 18 Mauerwerkspfeilern abstützen. Diese Pfeiler sind ab einer Höhe von rund 21 m (70 ft) hohl aufgemauert. Die Spannweite beträgt jeweils 13,6 m. Trotz der Bedenken vieler Skeptiker war sich Telford sicher, denn er hatte bereits ein weiteres gusseisernes Aquädukt gebaut: das Longdon-on-Tern-Aquädukt des Shrewsbury–Kanals, das erhalten ist, obwohl der Kanal bereits vor Jahren aufgegeben wurde.<ref>Pontcysyllte Aqueduct auf engineering-timelines.com (archive.org)</ref>

Der verwendete Mörtel enthielt Kalk, Wasser und Ochsenblut. Die Steine wurden lokal gebrochen. Das Gusseisen lieferte William Hazledine aus seiner Fabrik in Shrewsbury und dem nahe gelegenen Cefn Mawr. Die gusseisernen Platten, die den schiffbaren Trog bildeten, wurden in der Gießerei Plaskynaston hergestellt und untereinander verschraubt. Um die Verbindungen abzudichten, wurde in kochendem Zucker getränkter walisischer Flanellstoff verwendet. Abschließend wurden die Nahtstellen mit Blei versiegelt. Schließlich wurde der Trog mit Wasser gefüllt und ein halbes Jahr lang beobachtet, ob Wasser aus dem Trog austrat.

Die Eröffnung fand am 26. November 1805 nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit in Anwesenheit von ca. 8000 Zuschauern statt. Der Bau kostete schließlich insgesamt 47.000 £. Ein am Bau beteiligter Arbeiter erhielt einen Wochenlohn von 40 bis 60 Pence.<ref name="SBIW">Hugh McKnight: The Shell Book of Inland Waterways. 2. Auflage. David & Charles, Newton Abbot u. a. 1981, ISBN 0-7153-8239-X, S. 69f.</ref>

Datei:Pontcysyllte aqueduct arp.jpg
Fahrrinne, rechts der Treidelpfad

Betrieb

Der Treidelpfad kragt an der Ostseite über der Rinne aus, die die volle Breite des Aquädukts einnimmt. Die verbleibende Fahrrinne an der Westseite des Aquädukts ist nur wenige Zentimeter breiter als ein Narrowboat, der spezielle Bootstyp für die mittelenglischen und walisischen Kanäle. Die Navigation erfolgt deshalb auf Sicht im Einbahnbetrieb. Die Nutzer des Treidelpfads sind durch ein Geländer an der Außenseite des Aquädukts geschützt. Die vorhandenen Löcher für ein möglicherweise geplantes Geländer auf der anderen Seite des Troges blieben bis heute ungenutzt. Deshalb befindet sich zwischen dem nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche endenden Kanaltrog und dem Steuermann eines Narrowboats nichts als die Aussicht auf einen Fall aus knapp 40 m Höhe. Nach dem kommerziellen Niedergang der Kanäle Anfang des 20. Jahrhunderts befahren jetzt nahezu ausschließlich Freizeitboote das Kanalsystem.

In der Mitte des Aquädukts befindet sich ein Ventil, das in Abständen von mehreren Jahren zur Wartung des Trogs geöffnet wird. Das Wasser aus dem Trog stürzt dann spektakulär in Kaskaden in den Fluss Dee. Zuvor wird das Aquädukt durch das Einbringen von Dammbalken quer zum Kanal auf beiden Seiten abgesperrt.

Literatur

  • Amy Douglas, Fiona Collins: Memories of Pontcysyllte. Tempus Publishing, Stroud, 2006, ISBN 0-7524-3770-4.
  • John Rickman (Hrsg.): Life of Thomas Telford, Civil Engineer, written by himself, containing a Descriptive Narrative of his Professional Labour: with a Folio Atlas of Copper Plates. Payne and Foss, London 1838, S. 41–49 (S. 68–76 im PDF) (Digitalisat auf archive.org)
  • Atlas to the Life of Thomas Telford, Civil Engineer, Containing Eighty-three Copper Plates, Illustrative of His Professional Labours. Payne and Foss, London 1838, Tafel 14 The navigable aqueduct of Pont-y-Cyssylte ... (image 62) (Digitalisat auf revolutionaryplayers.org.uk)

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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Kulturerbe:
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Kultur-/Naturerbe:
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Ehemaliges Welterbe:
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