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Platin(VI)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Platinhexafluorid
Allgemeines
Name Platin(VI)-fluorid
Andere Namen

Platinhexafluorid

Summenformel PtF6
Kurzbeschreibung

dunkelroter kristalliner Feststoff<ref name="CRC_HANDBOOK_PtF6"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 237-214-0
ECHA-InfoCard 100.033.816
PubChem 3014771
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 309,07 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,21 g·cm−3 (−140 °C)<ref name="D_BLOCK_XF6"/>

Schmelzpunkt

61,3 °C<ref name="CRC_HANDBOOK_PtF6"/>

Siedepunkt

69,1 °C<ref name="CRC_HANDBOOK_PtF6"/>

Löslichkeit

reagiert heftig mit Wasser<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1728.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Platin(VI)-fluorid oder Platinhexafluorid (PtF6) ist eine chemische Verbindung der Elemente Platin und Fluor. Es handelt sich um ein extrem starkes Oxidationsmittel, das in der Lage ist, molekularen Sauerstoff oder Xenon zu oxidieren. Dabei wird Platin(VI) selbst zu Platin(V) reduziert.

Geschichte

In der Stoffchemie der Edelgase hat es in den 1960er Jahren eine bedeutende Rolle gespielt, da es mit PtF6 erstmals gelang, eine Edelgasverbindung darzustellen. Dem amerikanischen Chemiker Neil Bartlett gelang es 1962 mit PtF6, das Disauerstoff-Molekül O2 zu oxidieren:

<math>\mathrm{PtF_6 + O_2 \longrightarrow O_2^+(PtF_6^-)}</math>

Er stellte fest, dass die erste Ionisierungsenergie von O2 der des Xenon ähnlich ist und dass das Dioxygenyl-Kation (O2)+ in etwa die gleiche Größe wie das Xe+-ion hat. So kam er zur Erkenntnis, dass sich auch Xe oxidieren lassen müsse:

<math>\mathrm{PtF_6 + Xe \longrightarrow Xe^+(PtF_6^-)}</math>

So wurde die erste Edelgasverbindung synthetisiert und die Annahme widerlegt, Edelgase gingen keine Verbindungen ein.

Darstellung

  • Reaktion von Platin mit F2 bei 300 °C in einer Messing-Apparatur:<ref name="Brauer-1">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6.</ref>
<math>\mathrm{Pt + 3\ F_2 \longrightarrow PtF_6}</math>
<math>\mathrm{2\ PtF_5 \longrightarrow PtF_6 + PtF_4}</math>

Eigenschaften

Platinhexafluorid ist ein dunkelroter kristalliner Feststoff, der bei 61,3 °C schmilzt und bei 69,1 °C siedet.<ref name="CRC_HANDBOOK_PtF6"/> Sein Gas ist braunrot und bis 200 °C thermisch stabil.<ref name="brauer"></ref> Er kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem (gemessen bei −140 °C) in der Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62 mit den Gitterparametern a = 937,4 pm, b = 852,7 pm und c = 493,3 pm und vier Formeleinheiten pro Elementarzelle mit einer berechneten Dichte von 5,21 g·cm−3.<ref name="D_BLOCK_XF6"/>

Einzelnachweise

<references> <ref name="CRC_HANDBOOK_PtF6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-81.</ref> <ref name="D_BLOCK_XF6">T. Drews, J. Supeł, A. Hagenbach, K. Seppelt: "Solid State Molecular Structures of Transition Metal Hexafluorides", in: Inorganic Chemistry, 2006, 45 (9), S. 3782–3788; doi:10.1021/ic052029f; PMID 16634614.</ref> </references>

Literatur