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Pistis Sophia

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Pistis Sophia (gr. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: „Glaube“ und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: „Weisheit“) ist einer der wichtigsten koptisch-gnostischen Texte. Er gibt Lehrgespräche wieder, die Jesus noch nach seiner Auferstehung mit den Jüngern gehalten haben soll.

Überlieferung und Datierung

Die Überlieferung der Pistis Sophia beschränkt sich auf die koptische Übersetzung des ursprünglich griechischen Werks, die in einer einzigen Handschrift erhalten ist, dem Codex Askewianus, der nach dem britischen Arzt und Büchersammler Anthony Askew benannt ist. Diese Handschrift erwarb das British Museum im Jahr 1795. Die Pistis Sophia bekam ihren Namen fälschlicherweise von Karl Gottfried Woide, der den Codex zuerst untersuchen konnte. Die späteren Autoren behielten den Namen aber gewohnheitsmäßig bei, so schlug Carl Schmidt als bessere Überschrift Τεύχη του Σωτῆρος vor, d. h. Bücher des Heilands oder Bücher des Retters.<ref>Carl Schmidt, Koptisch-gnostische Schriften S. XIV {{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: koptischgnostisc00schmuoft|{{#if:n17|[https://www.archive.org/details/koptischgnostisc00schmuoft}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL</ref> Die Entstehung des ursprünglichen Werkes ist auf einen Zeitraum vom zweiten bis dritten Jahrhundert datierbar.<ref>Carl Schmidt, Koptisch-gnostische Schriften S. XVII {{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: koptischgnostisc00schmuoft|{{#if:n20|[https://www.archive.org/details/koptischgnostisc00schmuoft}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL</ref> Eine besondere Bedeutung erhält die Schrift dadurch, dass sie, neben den erst viel später aufgefundenen Nag-Hammadi-Schriften, eines der wenigen direkten Zeugnisse über den antiken Gnostizismus ist, das nicht aus patristischen apologetischen Schriften gegen die als Häretiker verurteilten Gnostiker stammt.

Autor

Woide hat diese Schrift dem christlich-gnostischen Lehrer Valentinus zugeschrieben<ref>Carl Schmidt, Koptisch-gnostische Schriften S. XIII {{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: koptischgnostisc00schmuoft|{{#if:n16|[https://www.archive.org/details/koptischgnostisc00schmuoft}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL</ref>, dem die älteren Gelehrten folgten, so La Croze, Schwartze und Amélineau, auch Mead.<ref>Carl Schmidt, Koptisch-gnostische Schriften S. XVII {{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: koptischgnostisc00schmuoft|{{#if:n20|[https://www.archive.org/details/koptischgnostisc00schmuoft}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL</ref><ref>Mead: Pistis Sophia, a gnostic Gospel S. XXX.{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: pistissophiagnos00mead|{{#if:n33|[https://www.archive.org/details/pistissophiagnos00mead}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|{{#if: |{{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:|{{{LT}}}|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL </ref> Die spätere, vor allem die deutsche Forschung nach Karl Reinhold von Köstlin steht dieser Auffassung skeptisch bis ablehnend gegenüber und bringt die Schrift eher mit der ophitischen Gnostik in Verbindung, so auch Adolf von Harnack.

Inhalt

Die Pistis Sophia berichtet, dass Jesus Christus noch elf Jahre nach der Auferstehung auf Erden gewirkt habe, und seine Jünger dabei die erste Stufe der Mysterien lehren konnte. Der Text beginnt mit einer Allegorie von Tod und Auferstehung Christi, die zugleich den Auf- und Abstieg der Seele beschreibt. Später werden die wichtigsten Gestalten der gnostischen Kosmologie behandelt und 32 fleischliche Begierden aufgezählt, die überwunden werden müssen, um Erlösung zu erlangen. Die Pistis Sophia gibt dem Archon Sabaoth ihre Tochter Zoe, die Lebenssophia, zur weiblichen Ergänzung.

Ausgaben

Die Erstausgabe des koptischen Textes und eine lateinische Übersetzung basierend auf dem Codex Askewianus erfolgte durch Moritz Gotthilf Schwartze und wurde 1851 im Druck postum herausgegeben von Julius Heinrich Petermann, der dafür die Abschriften und Aufzeichnungen Schwartzes verwendete.<ref>Moritz Gotthilf Schwartze, Pistis Sophia, opus gnosticum Valentino adiudicatum e codico manuscripto coptico Londinensi. Descripsit et latine vertit M. G. Schwartze, editit J. H. Petermann, Ferd. Dümmler’s Buchhandlung, Berlin 1851.</ref> Die erste deutsche Übersetzung mit zahlreichen Verbesserungen am Text gegenüber Schwartzes Ausgabe erfolgte 1905 durch Carl Schmidt.<ref>Carl Schmidt: Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia. Die beiden Bücher des Jeû. Unbekanntes altgnostisches Werk, Leipzig 1905.</ref> Eine zweite Ausgabe des koptischen Textes erfolgte, verzögert durch den Krieg, durch Schmidt 1925.

Literatur

Ausgaben

|{{#if:||{{#if:Pistis Sophia|Pistis Sophia|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Pistis Sophia|Pistis Sophia|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL, opus gnosticum Valentino adiudicatum e codico manuscripto coptico Londinensi. Descripsit et latine vertit M. G. Schwartze, edidit J. H. Petermann, Ferd. Dümmler’s Buchhandlung, Berlin 1851. Erstausgabe des Textes in Koptisch und Latein. Die Arbeit von Schwartze wurde postum herausgegeben von Julius Heinrich Petermann.

|{{#if:||{{#if:Das gnostische System des Buches Pistis Sophia|Das gnostische System des Buches Pistis Sophia|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Das gnostische System des Buches Pistis Sophia|Das gnostische System des Buches Pistis Sophia|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL. Tübingen 1854. In: Theologische Jahrbücher. Hrsg. von Ferdinand Christian Baur, E. Zeller. Bd. 13, Jg. 1854, S. 1–105; 137–196.

|{{#if:||{{#if:Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia|Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia|Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL. Die beiden Bücher des Jeû. Unbekanntes altgnostisches Werk, Leipzig 1905. 4., um d. Vorw. erw. Auflage, Berlin 1981 (= Koptisch-gnostische Schriften; Bd. 1: Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte). Erste deutsche Übersetzung.

|{{#if:||{{#if:Pistis Sophia neu herausgegeben|Pistis Sophia neu herausgegeben|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Pistis Sophia neu herausgegeben|Pistis Sophia neu herausgegeben|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL mit Einleitung nebst griechischem und koptischem Wort- und Namenregister. Gyldendalsk Boghandel-Nordisk Forlag, Hauniae 1925. (deutsches Vorwort, koptischer Text, textkritischer Apparat)

|{{#if:||{{#if:Pistis Sophia, ein gnostisches Originalwerk|Pistis Sophia, ein gnostisches Originalwerk|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Pistis Sophia, ein gnostisches Originalwerk|Pistis Sophia, ein gnostisches Originalwerk|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL des dritten Jahrhunderts aus dem Koptischen übersetzt. In neuer Bearbeitung mit einleitenden Untersuchungen und Indices herausgegeben von D. Dr. Carl Schmidt, Professor der Theologie an der Universität Berlin, Hinrichs, Leipzig 1925 (deutsche Übersetzung)

|{{#if:||{{#if:Pistis Sophia, a Gnostic gospel|Pistis Sophia, a Gnostic gospel|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Pistis Sophia, a Gnostic gospel|Pistis Sophia, a Gnostic gospel|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL (with extracts from the books of the Saviour appended) originally tr. from Greek into Coptic and now for the first time Englished from Schwartze's Latin version of the only known Coptic ms. and checked by Amélineau's French version with an introduction by G. R. S. Mead. The Theosophical Publishing Society, in London, New York 1896 (englische Erstausgabe).

|{{#if:||{{#if:Pistis Sophia: a Gnostic miscellany|Pistis Sophia: a Gnostic miscellany|Digitalisat}}}}|[{{{1}}} {{#if:||{{#if:Pistis Sophia: a Gnostic miscellany|Pistis Sophia: a Gnostic miscellany|Digitalisat}}}}]}}}}}}Vorlage:WartungsURL: being for the most part extracts from the books of the Saviour, to which are added excerpts from a cognate literature; englished (with an introduction and annotated bibliography). Watkins, London 1921.

  • Marcello Craveri: I Vangeli apocrifi. Einaudi tascabili – Classici.
  • Luigi Moraldi: Testi Gnostici. Classici U.T.E.T. editore.
  • Valentinus: Das Evangelium der Pistis Sophia, Bad Teinach-Zavelstein 1987, ISBN 3-925072-03-9
Sekundärliteratur
  • Philip Jenkins: Le Jésus des sectes: Comment le Christ ésotérique devint le Christ des universitaires. Conférence par Philip Jenkins (Colloque CESNUR 2000 – Riga, Lettonie)
  • Alexander Böhling: Mysterion und Wahrheit. Brill, Leiden 1986. S. 139.

Einzelnachweise

<references />