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Pimientos de Padrón

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Datei:Pimiento de Padron 1.jpg
Pimientos de Padrón: Blüten und Früchte
Datei:Pementos de Padron.jpg
Geerntete Pimientos de Padrón
Datei:Pimientos de Padrón 1.JPG
Gebratene Pimientos de Padrón als Tapa
Datei:Cod with chorizo and pimientos de padron at Restaurante Ca Pepe.jpg
Pimientos de Padrón als Garnitur zu Kabeljau mit Chorizos (Restaurant Ca Pepe, Moreira)
Datei:Pinchos 2012 095.JPG
Pinchos mit Pimientos de Padrón und Serrano-Schinken

Pimientos de Padrón (galicisch: Pementos de Padrón) sind eine Paprikasorte, die als Ökotyp des Spanischen Pfeffers (Capsicum annuum) in der Umgebung des Ortes Padrón in Galicien angebaut werden. Ihr Schärfegrad liegt nach der Scoville-Skala zwischen 2.500 und 5.000 SHU<ref name=cultura>Cuaderno de Cultura Cientifica: Pimientos de Padrón: ¿por qué uns pican e outros non? Artikel vom 14. Juni 2018. Abgerufen am 28. November 2024 (spanisch).</ref> und wird daher als relativ mild wahrgenommen.

Als Pimientos de Padrón wird auch eine Zubereitungsart benannt, bei der die kleinen Paprikafrüchte in Olivenöl gebraten, mit grobem Meersalz (Hagelsalz) bestreut und als Tapa oder Garnitur serviert werden.

In deutschsprachigen Ländern kommen Pimientos de Padrón zumeist unter der Bezeichnung „Bratpaprika“ in den Handel.

Geschichte

Die Vorläufer der heutigen Pimientos de Padrón sollen im 17. Jahrhundert durch Franziskaner aus dem mexikanischen Bundesstaat Tabasco an das Kloster in Herbón gelangt sein. Ende des 17. Jahrhunderts war der Verkauf von Paprikapulver, das aus den getrockneten vollreifen Früchten hergestellt wurde, eine wichtige Einnahmequelle für das Kloster. Die Sorte veränderte sich im Laufe der Jahre und wurde zu dem, was man heute als Pimientos de Padrón kennt.<ref name="O Pemento">Pemento de Herbón. Abgerufen am 5. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In Herbón wurde 1979 die erste Festa do Pemento de Padrón organisiert, ein populäres gastronomisches Ereignis, das seitdem jedes Jahr am ersten Sonntag im August im alten Eichenwald neben dem Franziskanerkloster Santo Antonio stattfindet.<ref>Robledal del convento de San Antonio de Herbón Abgerufen am 28. November 2024 (spanisch).</ref>

Im Juli 2009 erhielten die Pimentos unter der Bezeichnung D.O.P. Pemento de Herbón den Status eines regionalen Produkts mit der geschützten Ursprungsbezeichnung Denominación de Origen Protegida (D.O.P.).<ref>Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación: D.O.P. Pemento de Herbón (spanisch).</ref>

Anbau und Ernte

Für die Zubereitung als Tapas oder Beilage werden Pimientos de Padrón im nicht ausgewachsenen Zustand geerntet. Sie sollten dann hellgrün sein, zwischen 3,5 und 5,5 cm lang, mit einem maximalen Durchmesser von 1,5 bis 2 cm.<ref name="O Pemento" /> Die Ernte findet zwischen Juni und September statt. Jährlich werden etwa 15.000 kg Paprikas geerntet, der größte Teil davon in einem Tal des Ortsteils Herbón.

Im Verlauf des Wachstums nimmt der Schärfegrad je nach Alter und Größe der Früchte zu, daher ist der Zeitpunkt der Ernte einer der geschmacksbestimmenden Faktoren.<ref name=cultura /> Da das Wachstum der Früchte jedoch unterschiedlich verläuft, kann es an einer Pflanze trotz gleichem Erntezeitpunkt durchaus zu Unterschieden des Schärfegrads kommen, worauf sich auch das galicische Sprichwort Os pementos de Padrón, uns pican e outros non bezieht.<ref>Wörtlich: „Pimientos aus Padrón, einige beissen, andere nicht“. Sinngemäß: „Man weiss nie, was einen erwartet“.</ref> Der Gehalt an Capsaicin und Capsaicinoiden kann zudem durch die Düngung beeinflusst werden.<ref>B. Estrada, F. Pomar, F. Merino, M.A. Bernal: Efecto de la fertilización en el nivel de capsicinoides en los frutos de pimiento de Padrón durante el desarrollo. in Libro de resúmenes, Sociedad Española de Fisiología Vegetal. (Reunión Sociedad Española de Fisiología Vegetal, Sociedad Portuguesa e Fisiología Vegetal), Universidad de Sevilla (1999).</ref>

Außerhalb Spaniens werden die kleinen Bratpaprika unter anderem von einigen spanischstämmigen Farmern unter der Bezeichnung Padrón Peppers im Ventura County in Kalifornien angebaut.<ref>1,001 Foods to Die For, Madison Books, Andrews McMeel Publishing (2007), S. 77</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />