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Piet de Jong

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Piet de Jong (1970)
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Das Grab von Piet de Jong und seiner Ehefrau Anna de Jong-Bartels auf dem katholischen Friedhof St. Petrus Banden in Den Haag

Petrus Josef Sietze „Piet“ de Jong LVO, ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}'pit də 'jɔŋ{{#if:

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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}] * 3. April 1915 in Apeldoorn; † 27. Juli 2016 in Den Haag<ref>Oud-premier Piet de Jong (101) overleden. de Volkskrant, 1. August 2016, abgerufen am 1. August 2016 (niederländisch).</ref>) war ein niederländischer Marineoffizier und Politiker der Katholieke Volkspartij (KVP). Er war von 1963 bis 1967 Verteidigungsminister und von 1967 bis 1971 Ministerpräsident der Niederlande.

Leben

Piet de Jong wurde als Sohn des Lokomotivschlossers Joännes de Jong (1878–1931) und seiner Ehefrau Gijsberta Adriana Schouten geboren und im katholischen Glauben erzogen.

Marineoffizier

Nach Abschluss der Hogereburgerschool (in etwa der Realschule in Deutschland entsprechend) trat De Jong als 16-Jähriger in die Koninklijke Marine (Königlich Niederländische Marine) ein und absolvierte die Ausbildung am Koninklijk Instituut voor de Marine in Den Helder. Von 1935 bis 1947 tat er Dienst auf U-Booten, beim Einfall der Wehrmacht in die Niederlande auf der Hr.Ms. O 24.<ref>Hr.Ms. O steht für „Harer Majesteits onderzeeboot“ = Unterseeboot Ihrer Majestät.</ref> Am 13. April 1940 entkam die O 24 dem Zugriff der deutschen Truppen nach England. De Jong war stellvertretender Kommandant, dann, vom 25. Oktober 1944 bis zum 8. April 1946, Kommandant der O 24.<ref>Jan Willem Brouwer, Johan van Merriënboer: Van buitengaats naar Binnenhof: P.J.S. de Jong, een biografie. Den Haag 2001, S. 23.</ref> Die O 24 versenkte im Mittelmeer vier italienische und – ab 1942, von einer Basis in Colombo aus<ref>Jan Willem Brouwer, Johan van Merriënboer: Van buitengaats naar Binnenhof: P.J.S. de Jong, een biografie. Den Haag 2001, S. 22.</ref> – in der Javasee drei japanische Schiffe.<ref name="Petrus Franciscus Maas">Petrus Franciscus Maas: Kabinetsformaties 1959–1973. Staatsuitgeverij, 's-Gravenhage 1982, ISBN 90-12-03998-3, S. 241.</ref> Damit war es – nach der O 21 – das zweiterfolgreichste niederländische U-Boot im Zweiten Weltkrieg; De Jong wurde mit dem britischen Distinguished Service Cross ausgezeichnet.

1947 wurde De Jong zum Marinestab im Kriegs- und Marineministerium (Ministerie van Oorlog en Marine) abgeordnet. 1948 wurde er Aide-de-camp des Kriegs- und Marineministers Wim Schokking. Von 1951 bis 1952 kommandierte er die Fregatte Hr.Ms. De Zeeuw. 1952 wurde er zum Stab des im selben Jahr aufgestellten NATO-Kommandos Allied Commander-in-Chief Channel (ACCHAN) in Portsmouth abgeordnet. Von 1955 bis 1958 war er zugleich stellvertretender Stabschef des Generalinspekteurs der Marine, Prinz Bernhard, und Aide-de-camp von dessen Gattin Königin Juliana. Von 1958 bis 1959 folgte wieder ein Flottenkommando im Rang eines Kapitäns zur See (Kapitein-ter-zee): De Jong wurde Kommandant des Zerstörers Hr.Ms. Gelderland.

Politisches Wirken

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1959 suchte die Katholieke Volkspartij, bei der das Präsentationsrecht lag, einen Nachfolger für den Staatssekretär für Verteidigung und Marineangelegenheiten, Hendricus Cornelis Willem (Harry) Moorman, und bot De Jong das Amt an. Rückblickend sagte er über seinen – nach 28 Jahren als Marineoffizier – unerwarteten Einstieg in die Politik: „Ich bin eher zufällig hineingeraten. Es gab damals nicht viele katholische Marineoffiziere. Obwohl ich der KVP nicht angehörte, stieß man auf mich, als man die Liste durchging.“<ref name="Petrus Franciscus Maas" /> De Jong sagte zu und wurde am 27. Juni 1959 Staatssekretär im Kabinett De Quay. Kurz darauf trat er der KVP bei.

Im Juli 1963 wurde er als Nachfolger von Sim Visser Verteidigungsminister im Kabinett Marijnen (1963–1965). Er behielt dieses Amt auch in den Kabinetten Cals (1965–1966) und Zijlstra (1966–1967). Energisch ging er die Neugliederung der Niederländischen Streitkräfte (Nederlandse krijgsmacht) an, die er auf die Erfordernisse der Strategie und auf die Strukturen des NATO-Bündnisses ausrichtete. Seine Kritiker hielten ihm vor, dass er damit die Niederlande der Fähigkeit beraube, selbständig Krieg zu führen. Im Parlament wurde deshalb der Antrag eingebracht, sein Ministergehalt symbolisch um einen Gulden zu kürzen und den eingesparten Betrag besser der Armee zukommen zu lassen.<ref>Jan Willem Brouwer, Johan van Merriënboer: Van buitengaats naar Binnenhof: P.J.S. de Jong, een biografie. Den Haag 2001, S. 58.</ref> De Jong erinnerte seine Kritiker daran, dass das Gouden Eeuw und damit die Zeit der niederländischen Militärmacht vorbei sei, und setzte die Verkürzung der Dauer der Wehrpflicht von 22 auf 18 Monate durch. Bei der Parlamentswahl im Februar 1967 wurde de Jong als Abgeordneter der KVP in die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments gewählt, verzichtete aber nach zwei Monaten wegen der Unvereinbarkeit von Parlamentsmandat und Regierungsamt auf seinen Sitz.

Vom 5. April 1967 bis zum 6. Juli 1971 war De Jong niederländischer Ministerpräsident. Er stand einer Mitte-rechts-Koalition aus den drei christlichen Parteien KVP, ARP und CHU sowie der rechtsliberalen VVD vor. Es war auch in den Niederlanden die Zeit von Studentenunruhen und Protesten der 68er-Bewegung.<ref>Nachruf auf NiederlandeNet, einer Einrichtung der Universität Münster, abgerufen am 6. August 2016</ref> Er war eine Woche lang, vom 7. bis zum 14. Januar 1970, nach dem Rücktritt Leo de Blocks in Personalunion auch Wirtschaftsminister.

De Jong galt als Premier als hervorragender Teamleiter und war der erste niederländische Ministerpräsident, der wöchentliche Pressekonferenzen durchführte. In seiner Zeit als Ministerpräsident wurde ein Mindestlohn eingeführt, die Wahlpflicht abgeschafft, die Antibabypille zugelassen, das Scheidungsrecht novelliert und – damit machte de Jong die Niederlande zum Vorreiter – das Ziel vorgegeben, der Entwicklungshilfe 1 % der Wirtschaftsleistung des Landes zukommen zu lassen.<ref>Michael Stabenow: Piet de Jong gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. August 2016, S. 5.</ref> In abgeschwächter Form wurde diese Vorgabe 1970 weltweit übernommen, als sich in einem Beschluss der Vereinten Nationen die Industrieländer verpflichten, 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für die öffentliche Entwicklungshilfe aufzuwenden.

Im April 1971 wurde de Jong in die Erste Kammer gewählt, wo er nach seiner Amtszeit als Regierungschef von April 1972 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Parlament im September 1974 der KVP-Fraktion vorstand. Nach seiner Zeit als aktiver Politiker wurde er 1980 durch die Fusion der drei christlichen Parteien und Auflösung der KVP Mitglied des Christen-Democratisch Appèl (CDA).

Von 1977 bis 1987 gehörte de Jong dem Aufsichtsrat der Steenkolen Handels Vereniging Holding und ab 1978 dem Aufsichtsrat der Tageszeitung Het Financieele Dagblad an. Er leitete 1986 eine Wirtschaftsmission nach China.

Ehrungen

Nach dem Ende seiner Ministerpräsidentschaft wurde Piet de Jong das Großkreuz des Orde van Oranje-Nassau verliehen.

Lieutenant des Royal Victorian Order

Literatur

  • Jan Willem Brouwer, Johan van Merriënboer: Van buitengaats naar Binnenhof: P.J.S. de Jong, een biografie. Sdu Uitgevers, Den Haag 2001, ISBN 90-12-08774-0 (Biografie, niederländisch)

Weblinks

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  • Portrait bei Parlament & Politiek (ndl.)

Einzelnachweise und Fußnoten

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seit Durchsetzung der Ministerverantwortlichkeit 1848: Gerrit Schimmelpenninck | Dirk Donker Curtius | Jacob de Kempenaer | Johan Rudolf Thorbecke | Floris Adriaan van Hall | Justinus van der Brugghen | Jan Jacob Rochussen | Floris Adriaan van Hall | Jacob van Zuylen van Nijevelt | Schelto van Heemstra | Johan Rudolf Thorbecke

seit Durchsetzung der Parlamentsherrschaft 1866: Isaäc Dignus Fransen van de Putte | Julius van Zuylen van Nijevelt | Pieter Philip van Bosse | Johan Rudolf Thorbecke | Gerrit de Vries | Jan Heemskerk | Joannes Kappeyne van de Coppello | Constantijn Theodoor van Lynden van Sandenburg | Jan Heemskerk | Æneas Mackay | Gijsbert van Tienhoven | Joan Röell | Nicolaas Pierson | Abraham Kuyper | Theo de Meester | Theo Heemskerk | Pieter Cort van der Linden

seit Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1918/1922: Charles Ruijs de Beerenbrouck | Hendrik Colijn | Dirk Jan de Geer | Charles Ruijs de Beerenbrouck | Hendrik Colijn | Dirk Jan de Geer | Pieter Sjoerds Gerbrandy

seit Kriegsende 1945: Wim Schermerhorn | Louis Beel | Willem Drees | Louis Beel | Jan de Quay | Victor Marijnen | Jo Cals | Jelle Zijlstra | Piet de Jong | Barend Biesheuvel | Joop den Uyl | Dries van Agt | Ruud Lubbers | Wim Kok | Jan Peter Balkenende | Mark Rutte | Dick Schoof | Rob Jetten }} Vorlage:Klappleiste/Ende

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