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Pfungstädter Brauerei

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Pfungstädter Brauerei GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Pfungstaedter Logo mit Claim.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1831
Sitz Pfungstadt, Deutschland
Leitung Peter Winter
Mitarbeiterzahl 45
Umsatz 25 Mio. EUR (2016)<ref name="echo" />
Branche Brauerei
Website pfungstaedter.de
Stand: 2021

Die Pfungstädter Brauerei war eine Brauerei in Südhessen am Rand des Odenwalds, die 1831 gegründet wurde. 2023 schloss die Brauerei, seither wird die Marke Pfungstädter von der Eder & Heylands Brauerei in Großostheim gebraut.

Geschichte

Datei:Hstad r 4 nr 22003.jpg
Anschlussgleis der Brauerei an die Pfungstadtbahn um 1900
Datei:Pfungstädter-Brauerei.jpg
Die Pfungstädter Brauerei im Jahr 2017

1831 braute der Gründer Justus Hildebrand sein Bier in Hahn, einer Nachbargemeinde und heutigem Stadtteil von Pfungstadt. Die Brauerei hieß damals Zum Hirsch und entstand im Gasthaus Zum Hirschen in der heutigen Gernsheimer Straße 82. Betrug der jährliche Ausstoß der Gasthausbrauerei zunächst nur 200 Hektoliter, wurde sie in den nächsten Jahren so erfolgreich, dass der Betrieb 1846 nach Pfungstadt verlegt wurde. Mit dem Umzug änderte die Brauerei ihr Zeichen von der Abbildung eines Hirschs zu einem Hufeisen aus dem Pfungstädter Stadtwappen.

1855 begann Justus Ulrich eine Ausbildung in der Brauerei; später wurde er zum Geschäftsführer der Brauerei und Schwiegersohn des Brauereigründers. Der Ausstoß konnte kontinuierlich gesteigert werden, bis 1861 auf 3296 und bis 1867 auf 13.000 Hektoliter. 1868 wurde eine eigene Mälzerei auf dem Brauereigelände errichtet. Die Pfungstädter Brauerei lieferte in zahlreiche Länder und erzielte internationale Erfolge und Auszeichnungen. Medaillen, die das Bier bis 1881 in Paris, Hagenau/Elsass, Wien und Philadelphia gewinnen konnte, waren lange Zeit auf dem Flaschenetikett abgebildet.

Durch die beiden Weltkriege und die damit verbundenen Handelsbeschränkungen ging der Absatzmarkt zurück. 1945 wurde die Brauerei von Alliierten besetzt, sie förderten deren Wiederaufbau. 1955 wurde der Betrieb grundlegend modernisiert und der Ausstoß erreichte erstmals 150.000 Hektoliter. Auf dieser Grundlage entwickelte sich Pfungstädter zu einer der größten Privatbrauereien in Hessen, die im Jahr 2004 mit 473.000 Hektoliter den größten Bierausstoß ihrer Geschichte erreichte.<ref>Festschrift der Pfungstädter Brauerei. (PDF; 2,2 MB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. August 2010; abgerufen am 10. Dezember 2020.</ref><ref name="echo" >echo-online.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Februar 2017; abgerufen am 22. Januar 2017.</ref> 2016 wurden 235.000 hl Bier gebraut. 67.000 hl davon wurden exportiert.<ref name="echo" />

Die Brauerei Schönberger aus Groß-Bieberau wurde von der Brauerei Pfungstadt übernommen und deren Bier wird ebenfalls in Pfungstadt hergestellt. Des Weiteren braute die Pfungstädter Brauerei das Bier der Marke Köthener<ref>Wirtschaft: Brauerei verbucht Zuwachs beim Bierverkauf In: Mitteldeutsche Zeitung vom 10. August 2012, abgerufen am 30. Juni 2021</ref>, einer ehemaligen Brauerei aus Sachsen-Anhalt.<ref>http://www.globalmalt.de/pfungstadt-pfungstdter-brauerei-streicht-investitionen-nach-umsatzeinbruch/</ref> Zudem gehörte der Pfungstädter Brauerei die Brauerei Treiber GmbH in Ludwigshafen-Oggersheim bis zu deren Löschung aus dem Handelsregister im Jahr 2010. Auch danach wurde von Pfungstädter Bier dieser Marke gebraut. 2016 wurde die Brauerei Michelstädter Bier übernommen.<ref>Pfungstädter Brauerei übernimmt Michelstädter Bier. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. März 2016 (faz.net).</ref> Mit Wirkung zum 1. März 2021 übernahm die Pfungstädter Brauerei die Privatbrauerei Michelsbräu aus Babenhausen.<ref>Pfungstädter Brauerei übernimmt die Privatbrauerei Michelsbräu aus Babenhausen. In: Mannheimer Morgen. 8. Februar 2021 (morgenweb.de).</ref>

Es existierten zwei Brauereiausschänke: Der erste wurde 1880 eröffnet, als Justus Hildebrand das Restaurant Sitte in Darmstadt erwarb, das auch heute noch unter diesem Namen geführt wird.<ref>Geschichte des Restaurant Sitte. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2013; abgerufen am 10. Dezember 2020.</ref> Der Pfungstädter Brauereigasthof war der zweite Brauereiausschank, er befindet sich direkt neben dem Brauereigelände in Pfungstadt.

Im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens wurde das Brauereigelände im Sommer 2020 an den Unternehmer Daniel Hopp (Mannheim) und den Projektentwickler Conceptaplan (Dossenheim) verkauft. Die Brauerei wurde zum 1. Dezember 2020 vom Anlagenbauer Lauer GmbH (Seeheim-Jugenheim) übernommen. Er plante, ein Abfüll- und Logistikzentrum in einem Industriegebiet in Pfungstadt zu errichten.<ref>Sonja Jordans: Brauereikauf mit Emotionen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. August 2020 (faz.net).</ref><ref>Jens Joachim: Neustart bei der Brauerei Pfungstädter. In: Frankfurter Rundschau. 30. Dezember 2020 (fr.de).</ref> Bis 2022 hatte er rund vier Millionen Euro investiert, um die Pfungstädter Brauerei zukunftsfähig zu machen.<ref name="Ende" />

Mitte Dezember 2022 teilte der Brauerei-Besitzer Uwe Lauer in einer Betriebsversammlung mit, dass die Brauerei im Jahr 2023 den Betrieb einstellen werde. Der Pachtvertrag für das Grundstück läuft zum 31. Dezember 2023 aus, und Conceptaplan will es zu einem Wohnquartier entwickeln.<ref>Verkauf von Pfungstädter Brauerei-Gelände perfekt. In: hessenschau.de. 10. August 2020, abgerufen am 15. Februar 2021.</ref> An einem anderen Standort habe die Brauerei laut Lauer jedoch „definitiv keine Zukunft“ gehabt.<ref name="Ende">Hans-Dieter Erlenbach, Daniel Schleidt: 70 Mitarbeiter betroffen: Pfungstädter-Brauerei am Ende. In: www.faz.net. 15. Dezember 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref>

Seit April 2023 wird das Bier nach Pfungstädter Rezeptur im circa 45 Kilometer entfernten bayerischen Großostheim in der Familienbrauerei Eder & Heylands gebraut.<ref >Raphael Stübig: Letzte Flasche Pfungstädter Bier abgefüllt. 31. März 2023, abgerufen am 22. August 2023.</ref>

Produkte

Pfungstädter UrWeizen mit Dinkelmalz
  • UrWeizen Hell
  • UrWeizen Kristall
  • UrWeizen Dunkel
  • UrWeizen alkoholfrei
Pfungstädter Brauspezialitäten
  • Braumeisterpils
  • Schwarzbier
  • Urstoff Kellerbier
  • Landbier
  • Festbier – Märzen
  • Sankt Nikolaus – dunkles Bockbier
Pfungstädter Radler
Pfungstaedter Weizen-Radler Dose (Kanada, 2017)
Pfungstaedter Weizen-Radler Dose (Kanada, 2017)
  • Radler sommerfrisch
  • Radler naturtrüb Zitrone
  • Radler naturtrüb Grapefruit
  • Radler alkoholfrei naturtrüb
  • Sportweizen – alkoholfreier Weizenradler mit Ca und Mg
Alkoholfreies Sortiment
  • Brauer Limo (Fassbrause)
  • Brauer Cola
  • Brauer Wasser

Schönberger

  • Landbier
  • Ur-Pils
  • Helles
  • Weizen
  • Schwarzbier

Treiber-Bier

  • Treiber 1880 Original Helles
  • Treiber Weizen
  • Treiber Pils

Michelstädter Bier

  • Pilsener
  • Hefeweizen
  • Dunkles

Weblinks

Commons: Pfungstädter Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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