Pflegepädagogik
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Die Pflegepädagogik befasst sich mit der Aus-, Fort- und Weiterbildung innerhalb der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Sie greift auf Erkenntnisse der Pflegewissenschaft aber auch der Gesundheitswissenschaft, der Psychologie, der Soziologie und der Didaktik zurück.
Nähere begriffliche Eingrenzung
Die Pflegepädagogik ist eine anwendungsbezogene Wissenschaftsdisziplin, die die Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung von Pflegefachkräften und Pflegefachpersonen zum Gegenstand hat. Ein Ziel der Pflegepädagogik besteht darin, durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung hohe Umsetzungsstandards in der Pflege zu ermöglichen – in der Hoffnung und in der Erwartung, damit eine bestmögliche Versorgung der Patienten im Gesundheitssystem sicherzustellen. Im Lehr-Lern-Prozess wird pflegerische Fachkompetenz den angehenden auszubildenden Pflegern angelernt und mit pädagogischen Methoden seitens ihrer Ausbilder zusammengeführt, um daraus (in Interaktion) ein professionelles Können zu erarbeiten, das für den Pflegeberuf eine solide Grundlage liefert. Die Pflegepädagogik stellt dementsprechend eine signifikante Komponente bereit in den Prozessen, zukünftige und bereits tätige Pflegekräfte professionell aus- und weiterzubilden.
Entwicklungsverlauf des Berufsbildes des Pflegepädagogen, Institutionalisierung, erwerbbare Qualifikationen
Das Berufsbild des Pflegepädagogen entwickelte sich aus dem Berufsbild des Unterrichtspflegers über den Lehrer für Pflegeberufe zum Diplom-Pflegepädagogen.<ref>Heinrich Recken: Qualifizierung von Pflegelehrer*innen im 20. Jahrhundert. In: Brühe, Roland & von Gahlen-Hoops, Wolfgang (Hrsg.): Handbuch Pflegedidaktik II. Pflegedidaktisch denken. transcript, Bielefeld, 2024, S. 369 f. ISBN 978-3-8252-6240-2 Inhaltsverzeichnis</ref> Inzwischen ersetzen die Bachelor- und Masterstudiengänge gemäß der Bologna-Richtlinie die entsprechenden Diplomstudiengänge.
Die erste Weiterbildung zum „Unterrichtspfleger“ wurde in den 1950er Jahren an der Schwesternschule der Universität Heidelberg eingeführt.<ref>Christine Auer: Geschichte der Pflegeberufe als Fach: die Curricular-Entwicklung in der pflegerischen Aus- und Weiterbildung, S. 56 f., Dissertation, Institut für Geschichte der Medizin Universität Heidelberg, akademischer Betreuer Wolfgang U. Eckart, Eigenverlag Heidelberg 2008. Abstract: Geschichte der Pflegeberufe als Fach. </ref>
Da in Bayern die Berufsfachschulen für Pflege unter das Landesschulrecht fallen, gibt es dort staatliche Abschlüsse, die zu einer Verbeamtung als Lehrkraft führen können. Für die 4. Qualifikationsebene bietet die TU München das Studium Lehramt an beruflichen Schulen in der Fachrichtung Gesundheit- und Pflegewissenschaften an,<ref>Studieninformationen. TU München, abgerufen am 13. August 2023.</ref> für die 3. Qualifikationsebene das Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrkräften in Ansbach einen Vorbereitungsdienst, der einen fachlichen Berufsabschluss, Berufserfahrung und ein einschlägiges Studium (Bachelor-Abschluss) voraussetzt.<ref>Ausbildung der Fachlehrerinnen und Fachlehrer für Pflegeberufe an beruflichen Schulen in Bayern - Merkblatt -. Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2022, abgerufen am 12. August 2023.</ref> Allerdings werden in Bayern nur wenige Berufsfachschulen für Pflege vom Staat selbst geführt – falls überhaupt, dann insbesondere an Universitätskliniken –. Eine Übernahme von Mitarbeitern ins Beamtenverhältnis kann in diesem Zusammenhang also überhaupt nur dann praktisch vorkommen, falls es sich bei dem Arbeitsort um eine staatliche Berufsfachschule handelt.
Literatur
Allgemein:
- Karl-Heinz Sahmel: Lehrbuch Kritische Pflegepädagogik. Hogrefe Verlag, Bern 2015, ISBN 978-3-456-85529-5.
- Karl-Heinz Sahmel (Hrsg.): Grundfragen der Pflegepädagogik. (= Kohlhammer Pflege: Wissen und Praxis). 2. Aufl., Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2002, ISBN 3-17-017683-8.
- Kordula Schneider, Elfriede Brinker-Meyendriesch, Alfred Schneider: Pflegepädagogik für Studium und Praxis. 2., überarb. und aktualis. Aufl., Springer, Berlin 2005, ISBN 978-3-540-25599-4.
- Margot Sieger (Hrsg.): Pflegepädagogik. Handbuch zur pflegeberuflichen Bildung. Unter Mitarb. von Inge Bergmann-Tyacke ... Hans Huber Verlag, Bern 2001, ISBN 3-456-83328-8.
Spezielle und angrenzende Themen:
- Annette Heuwinkel-Otter et al.: Pflegepädagogik – Berufswunsch Pflegelehrer. In: Die Schwester, Der Pfleger: Fachzeitschrift für professionell Pflegende. (ISSN 0340-5303), Heft 11/2010, S. 1128 ff.
- Roland Brühe, Hannah Scholl (Hrsg.): Die Situation der praktischen Pflegeausbildung: Beiträge zu einem widersprüchlichen Handlungsfeld. wvb – Wissenschaftlicher Verlag Berlin, [Berlin] [2021], ISBN 978-3-96138-291-0.
- Frank Arens (Hrsg.): Lehrerbildung der Gesundheitsberufe im Wandel. Von der Pflegepädagogik zur Berufspädagogik Pflege und Gesundheit. Festschrift für Elfriede Brinker-Meyendriesch. (= Berufsbildungsforschung – Pflege und Gesundheit; Bd. 4). wvb – Wissenschaftlicher Verlag Berlin, [Berlin] [2018], ISBN 978-3-96138-054-1.
- Frank Arens, Elfriede Brinker-Meyendriesch: Spektrum Lehrerbildung Pflege und Gesundheit. Zeitzeugen einer Disziplinentwicklung. (= Berufsbildungsforschung – Pflege und Gesundheit; Bd. 3). wvb – Wissenschaftlicher Verlag Berlin, [Berlin] [2018], ISBN 978-3-96138-068-8.
- Elfriede Brinker-Meyendriesch, Frank Arens (Hrsg.): Diskurs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit. Wissen und Wirklichkeiten zu Handlungsfeldern und Themenbereichen. (= Berufsbildungsforschung – Pflege und Gesundheit; Bd. 2). wvb – Wissenschaftlicher Verlag Berlin, [Berlin] [2016], ISBN 978-3-86573-968-1.
- Märle Poser, Kordula Schneider (Hrsg.): Leiten, Lehren, Beraten: Fallorientiertes Lehr- und Arbeitsbuch für Pflegemanager und Pflegepädagogen. Hogrefe Verlag, Bern 2005, ISBN 978-3-456-84207-3.
Weblinks
- Übersicht über Pflegestudiengänge in Deutschland
- Roland Brühe (Hrsg.): Pflege-Bildung: Ein Video-Podcast rund um das Lernen im Pflegeberuf. Erste Folge: 15. Januar 2021.
Einzelnachweise
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