Pfaffendorf (Königstein)
Pfaffendorf
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(316)&title=Pfaffendorf 50° 55′ N, 14° 5′ O
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dim=10000 | globe= | name=Pfaffendorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Fläche: | 4,7 km² | |||||
| Einwohner: | 316 (31. Dez. 2013)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. März 1994 | |||||
| Postleitzahl: | 01824 | |||||
| Vorwahl: | 035021 | |||||
Pfaffendorf ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Königstein (Sächsische Schweiz) im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Geographie
Pfaffendorf liegt in Form eines Waldhufendorfs südlich der städtischen Siedlungszone erhöht in einer flachen Geländewanne,<ref name="Ortsteil" /> die zur Biela hin abfällt. In der näheren Umgebung erheben sich der Quirl im Westen, der Heideberg im Osten und der Pfaffenstein im Süden.
Umgebende Ortschaften sind Gohrisch im Osten, Papstdorf und Cunnersdorf im Südosten, Hütten im Westen und Königstein im Norden.
Geschichte
Ortsgeschichte
Mehrere archäologische Funde am Pfaffenstein, unter anderem Steinbeile, Feuerstellen und bronzene Armbänder, lassen sich der Lausitzer Kultur zuordnen und belegen eine bronzezeitliche Siedlungstätigkeit.
Die urkundliche Ersterwähnung Pfaffendorfs datiert auf das Jahr 1437 als „Pfaffindorf“. Auch die späteren urkundlich übermittelten Ortsnamenformen Paffendorff (1474) und Pfaffendorff (1548) weichen nur unwesentlich vom heutigen Ortsnamen ab.<ref name="HOV" /> Der Name geht auf die mittelalterliche Zinspflicht der Einwohner gegenüber den Königsteiner Pfarrern (→ Pfaffen) zurück,<ref name="Ortsteil" /> die über Jahrhunderte die Grundherrschaft über den Ort hatten.
Das Dorf war überwiegend landwirtschaftlich geprägt, Zuverdienste ergaben sich in den umliegenden Steinbrüchen sowie durch die Biela und die bei Königstein fließende Elbe. Durch den Ort verlief eine von Königstein kommende und weiter über Kleingießhübel nach Děčín (Tetschen) führende Handelsstraße. Während des Großen Nordischen Krieges 1706 und der Befreiungskriege 1813 zogen sich die Bewohner vor herannahenden Armeen auf den Pfaffenstein zurück.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der allmähliche Wandel vom Bauerndorf zum Ausflugsort. Erste Wanderwege zum Pfaffenstein wurden angelegt und 1880 dort ein Gasthaus eröffnet.
Das Dorf gehörte bereits im 16. Jahrhundert zum kursächsischen Amt Pirna, aus dem im 19. Jahrhundert die gleichnamige Amtshauptmannschaft hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Verwaltungsreform von 1952 verblieb die Gemeinde im verkleinerten Kreis Pirna im Bezirk Dresden.
Am 1. März 1994 wurde die etwa 330 Einwohner zählende Gemeinde zur Stadt Königstein eingemeindet. Bei der im gleichen Jahr stattfindenden ersten sächsischen Kreisreform ging der Landkreis Pirna im Landkreis Sächsische Schweiz auf, der wiederum 14 Jahre später im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aufging.
Pfaffendorf war bis 2010 staatlich anerkannter Erholungsort.<ref>Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de</ref><ref>2010 kein Erholungsort mehr, siehe Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 13. Mai 2010 (SächsABl. S. 817) auf: revosax.sachsen.de</ref>
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1834<ref name="HOV" /> | 229 |
| 1855 | 291 |
| 1871 | 296 |
| 1890 | 464 |
| 1910 | 441 |
| 1925 | 386 |
| 1939 | 417 |
| 1946 | 453 |
| 1950 | 448 |
| 1964 | 423 |
| 1990<ref name="Regionalregister" /> | 333 |
| 1993 | 329 |
| 2013 | 316 |
Anfang des 16. Jahrhunderts gab es neun besessene Mann mit jeweils einer Hufe Land. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung auf 14 besessene Mann und 10 Inwohner an, ohne dass sich die Fläche vergrößerte; an mehreren Stellen muss es also zu Hofteilungen gekommen sein. Im Jahr 1764, ein Jahr nach dem Siebenjährigen Krieg, wurden 14 besessene Mann und 8 Häusler gezählt.<ref name="HOV" />
Bei der ersten Volkszählung nach dem Beitritt des Königreichs Sachsen zum Deutschen Zollverein wurden für Pfaffendorf 229 Einwohner im Jahr 1834 ermittelt.<ref name="HOV" /> Bis 1855 stieg die Zahl an auf 291 Einwohner in 70 Haushalten, die sich auf 43 Wohnhäuser verteilten.<ref name="Statistik 1855" /> Die Zahl der Einwohner stieg zur Jahrhundertwende auf über 460 an, fiel danach jedoch auf unter 400 nach dem Ersten Weltkrieg. Dem folgte ein erneutes, moderates Bevölkerungswachstum bis kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Nach Kriegsende wurden auch in Pfaffendorf Flüchtlinge und Aussiedler untergebracht und die Bevölkerungszahl stieg kurzzeitig auf rund 450 im Jahr 1946 an und ging in den folgenden zwei Jahrzehnten nur leicht zurück.<ref name="HOV" /> In den darauffolgenden drei Jahrzehnten bis zur Eingemeindung fiel die Einwohnerzahl um rund ein Viertel auf etwa 330.<ref name="Regionalregister" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="HOV">Pfaffendorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Ortsteil">Pfaffendorf, Sächsische Schweiz. In: Website der Stadt Königstein. Abgerufen am 23. Februar 2014.</ref> <ref name="Regionalregister">Vorlage:Regionalregister Sachsen</ref> <ref name="Statistik 1855">Die Zahl der Gebäude, Familien-Haushaltungen und Bewohner in den Städten und Landgemeinden der neuen Gerichtsamts-Bezirke des Königreichs Sachsen. In: Zeitschrift des Statistischen Büreaus des Königl. Sächs. Ministeriums des Innern. No. 11 u. 12, 1856, S. 178 (Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> </references>
Weblinks
- Pfaffendorf, Sächsische Schweiz auf der Website der Stadt Königstein
Königstein (mit Ebenheit, Elbhäuser, Halbestadt und Hütten) | Leupoldishain (mit Nikolsdorf) | Pfaffendorf
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Ortsteil von Königstein (Sächsische Schweiz)
- Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)
- Ehemaliger staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen
- Ort in der Sächsischen Schweiz
- Ersterwähnung 1437
- Gemeindeauflösung 1994