Pfünz lag an der Kreuzung der Römerstraßen Weißenburg – Kösching und Nassenfels – Böhming. Der Limes, die römische Grenzbefestigung, war nur 10 km entfernt. Die Römer errichteten deshalb in Pfünz ein befestigtes Militärlager (röm. Name Vetoniana), das bis kurz vor der Mitte des 3. Jahrhunderts belegt ist.<ref>Deutsche-Limeskommission: 55. Pfünz. Abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref>
Der Name Pfünz taucht erstmals in der lateinischen Bezeichnung Phuncina in einer Urkunde aus dem Jahre 889 auf. Im Jahre 1002 bestätigte Kaiser Otto III. dem Eichstätter Bischof den Wildbann, d. h. das Jagdrecht, in den Wäldern um Pfünz. 1282 übergab Albrecht Truchseß von Pfünz sein Festes Haus dem Hochstift Eichstätt als Lehen, behielt aber für sich und seine Nachkommen die Burghut zurück. Wann das Geschlecht der Herren von Pfünz ausstarb, ist nicht bekannt. 1475 erwarb Bischof Wilhelm von Reichenau das Schloss „zur Erholung und zur Jagd“ und nahm Erweiterungsbauten vor. Es wurde von Fürstbischof Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen (1705 – 1725) als Fürstbischöfliches Sommerschloss 1710 neu errichtet.
Die erste Pfünzer Kirche (13. – 15. Jahrhundert) stand auf dem Bergplateau südwestlich über dem Ort („Kirchberg“) und war nur etwa 40 m vom einstigen Römerkastell entfernt. Die heutige Filialkirche St. Nikolaus gehört zur Pfarrei Hl. Familie in Eichstätt und liegt mitten im Dorf. Sie wurde unter Bischof Gabriel von Eyb erbaut und 1728 barockisiert.<ref>Gemeinde Walting: Pfünz. Abgerufen am 17. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seit 1997 findet auf dem Osterberg bei Pfünz jährlich das Bayerische Teleskopmeeting mit hunderten Besuchern aus Deutschland und dem nahen Ausland statt. Es handelt sich um eine bedeutende Veranstaltung in der deutschen Astronomieszene. Aufgrund der erhöhten und vor direkter Lichtverschmutzung weitgehend verschonten Lage bietet der Osterberg gute Bedingungen für Himmelsbeobachter und Astrofotografen.<ref>Bayerisches Teleskopmeeting. In: Astronomie Ingolstadt. Abgerufen am 6. November 2016.</ref>
Sehenswürdigkeiten
Schloss Pfünz, auf Vorgängerbauten von Fürstbischof Johann Anton Knebel von Katzenellenbogen (1705–1725) errichtet, heute Diözesanjugendhaus
Kastell Pfünz (Vetoniana)<ref>Kastell Pfünz (Vetoniana). In: Römer-Tour. 16. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die Rekonstruktion entstand in Anlehnung an römische Militärbauten ohne fachbezogene wissenschaftliche Mithilfe zwischen 1992 und 1994 als freier Rekonstruktionsversuch von Nordtor und Nordwestturm mit dem dazwischenliegenden Wehrgang.<ref>Hartwig Schmidt: Archäologische Denkmäler in Deutschland – Rekonstruiert und wieder aufgebaut, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1395-X, S. 109</ref>