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Paul Richter (Architekt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Porträt Richter Bart.jpg
Paul Richter (Porträtfoto von Hermann Walter).
Datei:Postamt14-Leipzig.jpg
Wohnhaus Richter mit Postamt 14 an der Eutritzscher Straße 19, Leipzig, erbaut von Paul Richter.<ref>Die Karte wurde vom Sohn 1911 verschickt mit dem Text: Sehr geehrter Herr! Ich schreibe Ihnen zuerst eine Karte von dem Haus in welchem wir wohnen, es ist von meinem Vater, welcher Professor der Architektur in Leipzig ist, erbaut worden.</ref> Das Gebäude existiert nicht mehr.<ref name="A">Ehem. Verwaltungsgebäude Eutritzscher Straße 19 Leipzig (Zentrum-Nord, Stadt Leipzig). Architektur-blicklicht.de, abgerufen am 13. November 2022.</ref>

Paul Richter (* 10. März 1859 in Nossen; † 5. April 1944 in Leipzig) war ein deutscher Architekt und Baugewerkschul-Lehrer.

Leben

Nach einem Architekturstudium am Polytechnikum Dresden bis zum Jahr 1882 (mit Abschluss in der Hochbau-Abteilung<ref>Liste Studierender von Technischer Bildungsanstalt (TBA) / Polytechnischer Schule (PS) / Polytechnikum Dresden (PT) für den Zeitraum (1828–) 1836–1887 -R-. TU Dresden, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>) arbeitete Richter unter anderem als Zeichner für den Kunsthistoriker Georg Dehio (1850–1932) in Straßburg. Richter war von 1888 bis 1923 als Lehrer an der Baugewerkschule Leipzig tätig.<ref>100 Jahre Staatsbauschule für Hoch- und Tiefbau Leipzig 1838–1938. Staatsbauschule für Hoch- und Tiefbau, Leipzig 1938, S. 37 (Digitalisat).</ref> Zeitweise war er auch Lehrer für Bauwissenschaften an der Herzoglichen Bauschule in Holzminden. Richter trug die Titel Baurat und Professor.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit beschäftigte er sich intensiv mit der Aquarell-Malerei, dabei bevorzugte er Architektur- und Landschaftsmotive. Es existieren heute noch rund hundert größere und kleinere Bilder. Ein Großteil seiner Werke befindet sich im Besitz seines Urenkels Wittus Witt.<ref>Vita auf Galerie-W</ref>

Bauten und Entwürfe

Nach seinem Studium war er als Mitarbeiter beim Umbau des Hauptpostamts in Leipzig (1881–1884) tätig, der nach Entwürfen von August Kind in der Reichspost-Bauverwaltung und unter Leitung des Architekten Ludwig Bettcher<ref>Vereinigung Leipziger Architekten und Ingenieure (Hrsg.): Leipzig und seine Bauten. Gebhardt, Leipzig 1892, S. 142–145. (Digitalisat)</ref> entstand und noch zu Richters Lebzeiten beim Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 vollkommen zerstört wurde. Im auf eigene Rechnung erbauten Wohn- und Geschäftshaus Eutritzscher Straße 19 wohnte Richter mit seiner Familie, im Erdgeschoss war das Postamt 14 untergebracht. Das Gebäude existiert nicht mehr.<ref name="A"/>

Auf einer Werbepostkarte von Paul Richter heißt es:

„Referenzen: Herrenhaus des Herrn Kommerzienrat Knauer in Mölkau. Villen für die Herren: Fabrikbesitzer Meisel, Rentier Schleußing, Kaufmann Schäffel usw. Arbeiterhaus des Herrn Rittergutsbesitzer Hofrat Dr. Ackermann<ref>Gemeint ist Alfred Ackermann-Teubner.</ref> auf Gundorf. Fabriken und über 100 Umbauten usw. usw.“

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1913: Beteiligung an der Internationalen Baufach-Ausstellung 1913 mit einem Entwurf für ein Landarbeiterhaus Rittergut Gundorf
  • 1929: Galerie Remmler, Aquarelle mit Motiven aus Italien und Nordafrika<ref>Meldung in: Leipziger Neueste Nachrichten, 10. März 1929</ref>
  • 2022: Galerie-W: Italienische Impressionen, Aquarelle, 2. bis 30. Oktober 2022

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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