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Paul Gervais (Zoologe)

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Datei:PSM V31 D448 Paul Gervais.jpg
Paul Gervais

François Louis Paul Gervais (* 26. September 1816 im 12. Arrondissement in Paris; † 10. Februar 1879 im 5. Arrondissement ebenda) war ein französischer Zoologe und Paläontologe.

Leben

Paul Gervais begann 1835 mit seinen naturhistorischen Untersuchungen als Assistent für Vergleichende Anatomie in den Laboren des Muséum national d’histoire naturelle bei Henri Marie Ducrotay de Blainville (1777–1850). Seine erste Publikation aus dem Jahre 1834 war die Erstbeschreibung des Fahlkehl-Glanzköpfchens (Chalcomitra adelberti). In seinen Publikationen hat Gervais viele neue Säugetiere, Vögel, Reptilien und Fische bestimmt und beschrieben, die von unterschiedlichsten Expeditionen nach Frankreich gebracht worden waren. Mit Joseph Fortuné Théodore Eydoux (1802–1841) bearbeitete er auch die Ausbeute der Säugetiere, Vögel, Fische und Reptilien aus einer Expedition zwischen 1830 und 1833 der Corvette La Favorite unter dem Kommandanten Cyrille Pierre Théodore Laplace (1793–1875) nach Indien und China. Als Eydoux und Louis François Auguste Souleyet (1811–1852) die Beschreibung der zoologischen Ausbeute der Corvette La Bonite unter der Kommandos von Auguste Nicolas Vaillant (1793–1858) zwischen 1836 und 1837 begannen, war es Gervais, der zusammen mit Eydoux das Kapitel Säugetiere bearbeitete.<ref name="figuier519">Louis Figuier: Nécrologie Scientifique Paul Gervais. S. 519.</ref>

Im Jahre 1841 erhielt er den Lehrstuhl für Zoologie und Vergleichende Anatomie an der Faculté des sciences in Montpellier, deren Studiendekan er ab 1856 war. In Paris erhielt er im Jahre 1844 seine Doktorgrade für Naturwissenschaft, 1856 in Montpellier den Doktorgrad in Medizin. In seiner These Remarques sur les oiseaux fossiles hat er u. a. das Vorkommen von Vögel aus den Gattungen und Familien der Fischadler, Flamingos, Säger und Brachvögel in der Tertiärzeit nachgewiesen.<ref name="figuier520">Louis Figuier: Nécrologie Scientifique Paul Gervais. S. 520.</ref> Seine Arbeit in Medizin trug den Titel Théorie du squelettes humain fondée sur la comparaison de l'homme et des animaux vertébré. Wie vielseitig seine Forschungen ausgerichtet waren, zeigte sich 1848 ebenfalls in seinen Ausführungen zu den geographischen Verbreitungsgebieten von Reptilien. So publizierte Gervais auch über Fische, Amphibien, Salamander und Molche. 1856 erschienen von ihm eine bedeutende Reihe von Artikeln über süd- und mittelamerikanische Fledertiere, die den Titel Monographie des Chiroptères trugen.<ref name="figuier519" />

Im Département Hérault war er 20 Jahre für Studien zur Fischzucht zuständig, die er nach Vorgaben von Jean Victor Coste (1807–1873) ausführte. So versuchte er mit den Eiern aus Huningue, den Lachs in den Flüssen des Südens Frankreichs, in denen er bis dahin nicht vorkam, zu etablieren. Seine Publikationen über die Verteilung von fossilen Säugetieren in den Böden Frankreichs aus der Tertiärzeit fand in der Wissenschaft große Beachtung.<ref name="figuier520" /> Sein bedeutendes zweibändiges Werk Zoologie et Paleontologie Francaises erschien zwischen 1848 und 1852 in 20 Lieferungen zu 5 Frances und behandelte fossile und rezente Wirbeltiere Frankreichs mit 80 Abbildungen. Die verbesserte Neuauflage aus dem Jahr 1859 enthielt einen Textband und einen Atlas mit 84 Tafeln.<ref name="carus1697">Julius Victor Carus u. a., S. 1697.</ref><ref group="A">Laut Julius Victor Carus und Wilhelm Engelmann erschien die erste Auflage zwischen 1850 und 1855. Auf dem Cover der Bücher steht 1848–1852.</ref> Die Tafeln wurden von Jacques Christophe Werner (1798–1856), Paul Louis Oudart (1796–1860), Antoine Jean Baptiste Vaillant (1817–1852) und Charles Hippolyte Delahaye (1806–1882) unter der Leitung von Gervais illustriert. Mit Zoologie et Paleontologie Francaises setzte er die Forschungen seines Mentors Blainville und Georges Cuvier (1769–1832) fort.

1865 übernahm er den durch Louis Pierre Gratiolets (1805–1865) Tod frei gewordenen Lehrstuhl für Zoologie an der Académie des sciences in Paris.<ref name="figuier520" /> Mit Charles Athanase Walckenaer (1871–1852) arbeitete er zwischen 1844 und 1847 an zwei Bänden von Histoire naturelle des insectes zusammen. Sowohl in Zoologie médicale als in Ostéographie des cétacés vivants et fossiles kooperierte er mit Pierre-Joseph van Beneden (1871–1852). Nach drei Jahren gab er diesen ab, um 1868 am Muséum national d’histoire naturelle Professor für Vergleichende Anatomie zu werden. Durch seine Bemühungen wurden die anatomischen Sammlungen beträchtlich erweitert. Zwischen 1872 und 1877 war er Herausgeber der Fachzeitschrift Journal de zoologie comprenant les différentes branches de cette science: Histoire des Animaux vivants et fossiles, moeurs, distribution géographique et paléontolique, Anatomie et Physiologie comparées, Embryogénie, Histologie, Tératologie, Zootechnie, etc.<ref>Journal de zoologie by biodiversitylibrary.org</ref>

Sein Sohn Henri Frédéric Paul Gervais (1845–1915) war ebenfalls Zoologe und Paläontologe. Er publizierte u. a. mit Raoul Boulart (1849–1901) das dreibändige Werk Les poissons: synonymie-description-mœurs-frai-pêche-iconographie, des espèces composant plus particulièrement la faune française mit einem Vorwort seines Vaters und mit Florentino Ameghino (1854–1911) Les mammifères fossiles de l’Ámérique du Sud.

Datei:Gervais death.jpg
Eintrag des Todes von François Louis Paul Gervais im 5. Arrondissement in Paris

Mitgliedschaften

Gervais war 1869 und 1878 Präsident der Société entomologique de France. Er war ab 1861 korrespondierendes, ab 1874 ordentliches Mitglied der Académie des sciences in Paris, assoziiertes Mitglieder der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, der Geological Society of London und der Zoological Society of London.

Erstbeschreibungen (Auswahl)

  • Brachistosternus ehrenbergii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Gervais 1841), ein bothriurider Skorpion, ursprünglich beschrieben unter dem Namen Scorpio ehrenbergii<ref>José A. Ochoai, André S.A. Ojanguren Affilastro: Systematics and distribution of Brachistosternus (Brachistosternus) ehrenbergii (Gervais, 1841), with the first record of stridulation in this genus Brachistosternus (Scorpiones: Bothriuridae). Studies on Neotropical Fauna and Environment. Bd. 42, Nr. 1, 2007, S. 61–69.</ref>
  • Mesosaurus tenuidens <templatestyles src="Person/styles.css" />Gervais 1865, ein fossiles Reptil<ref name="ger65">Paul Gervais: Description du Mesosaurus tenudiens. Reptile fossile de l'Afrique australe. Académie des Sciences et Lettres de Montpellier. Mémoires de la Section des Sciences. Bd. 6, Nr. 2, 1865, S. 169–175 (MDZ-Reader).</ref>
  • Oreopithecus bambolii <templatestyles src="Person/styles.css" />Gervais 1872, ein fossiler Primat aus Italien.<ref>Paul Gervais: Sur un singe fossile, d'espèce non encore décrite, qui a été decouvert au Monte-Bamboli (Italie). In: Comptes rendus de l’Académie des sciences. Band 74, 6. Mai 1872, S. 1217–1223</ref>

Dedikationsnamen

Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte führte 1854 die Gattung Gerversia für den Madagaskardajal (Copsychus albospecularis) (<templatestyles src="Person/styles.css" />Eydoux & <templatestyles src="Person/styles.css" />Gervais, 1836) ein.<ref name="bonaparte6">Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 6.</ref> Da Johann Georg Wagler bereits 1827 die Gattung Copsychus eingeführt hatte, gilt dieser Name heute nur als Synonym.<ref name="wagler306">Johann Georg Wagler, S. 306 (unter Gracula).</ref><ref group="A">Gervais platzierte Gracula Saularis Gmel., Lath. ein Synonym für die Dajaldrossel (Copsychus saularis), Turdus mindanensis Gmel., Lath., ein Synonym für Copsychus mindanensis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Boddaert, 1783) bzw. Copsychus saularis mindanensis, Turdus amoenus Horsf. ein Synonym für Copsychus saularis amoenus, Lanius musicus Raffl. ein Synonym für Copsychus saularis und Lanius Shalaris Vieill. in der neuen Gattung. Shalaris ist wahrscheinlich eine Missinterpretation Waglers, da Vieillot in Nouveau dictionnaire d’histoire naturelle… Lanius saularis verwendete.</ref> André Marie Constant Duméril (1774–1860), Gabriel Bibron (1805–1848) und Auguste Henri André Duméril (1812–1870) benannten ihm zu Ehren 1854 eine Natter Calamaria gervaisii, da Calamaria virgulata, ein Name den Gervais 1837 & 1839 verwendete, bereits durch Friedrich Boie (1789–1870) belegt war.<ref name="dumeril76f">André Marie Constant Duméril u. a., S. 76–77.</ref> Reginald Innes Pocock (1863–1947) beschrieb 1894 eine zu den Geißelspinnen gehörende Art namens Phrynus gervaisii.<ref name="pocock285">Reginald Innes Pocock (1894), S. 285.</ref> und 1895 eine zu den Walzenspinnen gehörende Art namens Ammotrechula gervaisii<ref name="pocock96">Reginald Innes Pocock (1895), S. 96.</ref> 1998 nannten Mark Stephen Harvey und Paul L.J. West eine Geißelspinnenart Charon gervaisi, da Gervais 1842 mit Charon grayi die erste Art der Gattung Charon <templatestyles src="Person/styles.css" />Karsch, 1879 beschrieben hatte.<ref name="harvey281">Mark Stephen Harvey u. a., S. 281</ref> Eugène Eudes-Deslongchamps (1830–1889) verwendete 1866 Dioplodon gervaisis, ein Synonym für den Gervais-Zweizahnwal (Mesoplodon europaeus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Gervais, 1855)), so dass sich sein Name im Artepitheton, als auch im Trivialnamen findet.<ref name="deslongchamps177">Eugène Eudes-Deslongchamps, S. 177</ref> In der Paläontologie benannten Henri Coquand (1813–1881) im Jahr 1862 eine Mondschneckenart Natica gervaisi<ref name="coquand180">Henri Coquand, S. 180, Tafel 4, Figur 1.</ref> und Jacques Marie Alexandre Vézian (1821–1903) in seiner Doktorarbeit eine Flügelschneckenart Pereiraea gervaisi<ref name="vezian24">Jacques Marie Alexandre Vézian, S. 24, Tafel 24, Figuren 8–10.</ref> zu seinen Ehren.

Schriften (Auswahl)

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Weblinks

Commons: Paul Gervais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

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Anmerkungen

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