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Paul Francke (Baumeister)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Paul Francke (* um 1537 in Weimar; † 10. November 1615 in Wolfenbüttel) war ein Baumeister der Renaissance, der als herzoglicher Baudirektor überwiegend in Diensten der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg stand.

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Leben

Datei:Epitaph des Baumeisters Paul Francke.jpg
Epitaph Paul Franckes in der Wolfenbütteler Marienkirche
Datei:Inschriften des Epitaphs von Paul Francke.jpg
Inschriften des Epitaphs

Die Bautätigkeit des 16. Jahrhunderts in den sächsischen und thüringischen Ländern, insbesondere von Schlossanlagen und Rathäusern, hatte Einfluss auf den aus Weimar stammenden Francke.<ref name="BBL"></ref>

Im Jahr 1564 ist sein Wirken als Baumeister im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel dokumentiert. Im Jahr 1565 verpflichtete er sich gegenüber Herzog Julius durch einen Diensteid als Baumeister, nachdem er für ihn Baumaßnahmen am Schloss Hessen durchgeführt hatte.<ref name="BBL" />

Bereits 1573 wird er als Bauverwalter erwähnt. Im Jahr 1575 wurde ihm die Verantwortung für das gesamte herzogliche Bauwesen übertragen. Zu seinen Aufgaben zählte die Errichtung von Befestigungsanlagen für die neue Heinrichstadt und die Dammfestung in Wolfenbüttel. An der Modernisierung der Befestigung war der niederländische Ingenieur Wilhelm de Raet beteiligt. Anschließend leitete er den Bau der neu gegründeten Universität Helmstedt, beispielsweise 1577/78 des Kollegiumsgebäudes und 1593 bis 1597 des „Juleum“ genannten Hauptgebäudes der Universität. Weitere Maßnahmen, an denen er beteiligt war, sind um 1594 erfolgte Erweiterungen am Schloss Hessen und 1604 bis 1612 am Schloss Erichsburg. 1606 leitete er die Wiederherstellung der Klosterkirche Riddagshausen.<ref name="BBL" />

Von 1608 an plante und überwachte er den Bau der Marienkirche in Wolfenbüttel unter Herzog Heinrich Julius d. J.

Das Amt des herzoglichen Bauverwalters hatte er bis zu seinem Tod im Jahr 1615 inne. Weitere Baumeister, die in seiner Zeit als Bauverwalter für Herzog Heinrich Julius tätig waren, sind Christoph Tendler, Johann Bock, Philipp Müller und Hans Vredemann de Vries. Es bestanden zudem Beziehungen zum Festungsbaumeister Rochus zu Lynar.<ref name="BBL" />

Paul Francke wurde in der Marienkirche in Wolfenbüttel beigesetzt.

Bauten

Als bekannteste Bauwerke Paul Franckes gelten:

Literatur

  • Elmar Arnhold: Francke, Paul. In:
  • Hans Reuther: Franke, Paul. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Kurt Seeleke: Paul Francke, ein fürstlicher Baumeister zu Wolfenbüttel. In: Braunschweigisches Jahrbuch. (= Dissertation 1939) Dritte Folge 1, 1940, OCLC 886521973, S. 29–57.
  • Friedrich Thöne: Unter Heinrich Julius (Arbeiten vor 1600, Ausbau 1600–1612, Paul Francke und die Befestigung). In: Wolfenbüttel in der Spätrenaissance. Topographie und Baugeschichte unter den Herzögen Heinrich Julius und Friedrich Ulrich (1589 bis 1634). (= Braunschweigisches Jahrbuch. 35). Waisenhaus-Buchdruckerei, Braunschweig 1954, OCLC 223349745, digisrv-1.biblio.etc.tu-bs.de (PDF, S. 13 ff).
  • Harmen Thies: Das Juleum novum – Paul Francke. Festvortrag in der Aula des Juleums, in der Reihe Beiträge zur Geschichte des Landkreises und der ehemaligen Universität Helmstedt. Heft 9, Landkreis Helmstedt, Helmstedt 1997, ISBN 3-937733-08-6.
  • Falko Rost: Der Architekt Paul Francke und die Kirche Mariae Beatae Virginis (BMV) in Wolfenbüttel. In: Bernd Feicke, Harzverein für Geschichte und Altertumskunde e.V (Hrsg.): Harz-Zeitschrift 2013, 65. Jahrgang. Lukas Verlag, Berlin/Wernigerode 2013, ISBN 978-3-86732-154-9, S. 63 ff, (books.google.com).

Weblinks

Commons: Paul Francke (architect) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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