Zum Inhalt springen

Paroxysmale Hemikranie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
G44.8 Sonstige näher bezeichnete Kopfschmerzsyndrome
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Die paroxysmale Hemikranie (paroxysmal „anfallsweise“; Hemicrania „Halbkopfschmerz“) ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, bei der es mehrfach pro Tag zu kurzen, starken, einseitigen Schmerzattacken im Bereich des Auges oder der Schläfe kommt. Die Erkrankung gehört zur Gruppe der trigemino-autonomen Kopfschmerzerkrankungen, es treten entsprechend auch autonome Begleitsymptome, wie etwa Augenrötung oder -tränen, Naselaufen oder Schwitzen (jeweils auf der von Schmerzen betroffenen Kopfseite) auf.

Epidemiologie

Die paroxysmale Hemikranie gehört zu den seltenen Kopfschmerzerkrankungen, wobei die genaue Prävalenz unbekannt ist. Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, Frauen sind wahrscheinlich etwas häufiger betroffen als Männer. Bei der Mehrzahl der Fälle (80 %) liegt die chronische Verlaufsform der Erkrankung (s. u.) vor.<ref name="burish2019">Mark J. Burish, T. Rozen: Trigeminal Autonomic Cephalalgias. In: Neurologic Clinics. Band 37, Nr. 4, 2019, S. 847–869, doi:10.1016/j.ncl.2019.07.001, PMID 31563236.</ref>

Ursache

Die Ursache dieser Kopfschmerzerkrankung ist unbekannt.

Symptome

Die paroxysmale Hemikranie ist durch starke einseitige Schmerzattacken, meist im Bereich des Auges (orbital), über diesem (supraorbital), hinter diesem (retroorbital) oder im Bereich der Schläfe (temporal) gekennzeichnet.<ref name="ichd3">Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3): 3.2 Paroxysmale Hemikranie, abgerufen am 7. März 2025.</ref><ref name="gaul2016">Charly Gaul, Hans-Christoph Diener (Hrsg.): Kopfschmerzen. Pathophysiologie – Klinik – Diagnostik – Therapie. Thieme, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-13-200491-7, S. 103.</ref> Der Charakter der Attacken wird als stechend, bohrend oder klopfend beschrieben.<ref name="burish2019" /> Die einzelnen Attacken dauern 2 bis 30 Minuten und treten mehrfach am Tag auf. Zu den häufigsten autonomen Begleitsymptomen gehören Tränenlaufen, nasale Verstopfung, Augenrötung, Ptosis und Naselaufen (weitere Symptome siehe Diagnosekriterien). Diese treten immer auf der gleichen Seite wie die Schmerzen auf.<ref name="ichd3" /><ref name="gaul2016" /> Die Beschwerden können mit Unruhe und Agitiertheit einhergehen.<ref name="burish2019" /> Die Symptomatik der paroxysmalen Hemikranie ähnelt damit der eines Clusterkopfschmerzes, bei dem die Schmerzattacken aber mit 15 bis 180 Minuten Dauer deutlich länger sind. Weiterhin fehlt bei der paroxysmalen Hemikranie die tageszeitliche Abhängigkeit der Attacken.<ref name="gaul2016" />

Diagnose

Die paroxysmale Hemikranie wird gemäß den nachfolgenden Kriterien diagnostiziert. Betroffene sollte von einem Neurologen klinisch untersucht worden sein und eine Bildgebung des Kopfes mittels Magnetresonanztomografie (MRT) erhalten haben, um Kopfschmerzen anderer Ursache auszuschließen.<ref name="gaul2016" /> Die erfolgreiche vorbeugende Behandlung mit Indometacin ist obligat für die Diagnose.

{{{1}}}

Die Diagnosekriterien unterscheiden zwischen zwei Verlaufsformen:<ref name="ichd3" />

  • Episodische paroxysmale Hemikranie, bei der Schmerz-Episoden mit einer Dauer von 7 Tagen bis 1 Jahr auftreten, die von mindestens 3 Monate andauernden schmerzfreien Episoden unterbrochen werden
  • Chronische paroxysmale Hemikranie, bei der Schmerz-Episoden über mehr als ein Jahr auftreten, ohne dass es zu schmerzfreien Episoden kommt bzw. schmerzfreie Episoden kürzer als drei Monate sind.

Behandlung

Die paroxysmale Hemikranie wird mit Indometacin behandelt. Das Ansprechen auf diese Therapie ist ein diagnostisches Kriterium der Erkrankung (s. o.). Aufgrund des Nebenwirkungsprofils muss die geringste wirksamste Indometacin-Dosis für die Langzeittherapie ausgewählt werden.<ref name="burish2019" /> Zum Schutz vor gastrointestinalen Nebenwirkungen (Blutungen, Ulcera) ist eine Begleittherapie mit einem Protonenpumpenhemmer notwendig.<ref>Arne May: Tipps und Tricks zur Diagnose und Therapie von Kopfschmerzen. In: Deutsches Arzteblatt International. Band 115, Nr. 17, 2018, S. 299–308, doi:10.3238/arztebl.2018.0299, PMID 29789115.</ref>

Geschichte

Die Erkrankung wurde 1974 von Ottar Sjaastad und Inge Dale erstmals beschrieben.<ref>Ottar Sjaastad, Inge Dale: Evidence for a new (?), Treatable Headache Entity a Preliminary Report. In: Headache. Band 14, Nr. 2, 1974, S. 105–108, doi:10.1111/j.1526-4610.1974.hed1402105.x, PMID 4851935.</ref>

Literatur

  • Charly Gaul, Hans-Christoph Diener (Hrsg.): Kopfschmerzen. Pathophysiologie – Klinik – Diagnostik – Therapie. Thieme, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-13-200491-7, S. 103.
  • Mark J. Burish, T. Rozen: Trigeminal Autonomic Cephalalgias. In: Neurologic Clinics. Band 37, Nr. 4, 2019, S. 847–869, doi:10.1016/j.ncl.2019.07.001, PMID 31563236.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein