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Parlamentswahlen in Italien 2008

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Anmerkungen:
a Wahlallianz aus mehreren Parteien, u. a. FI und AN
b 2006: ULIVO
f 2006: PRC 5,83 %, PdCI 2,31 %, FdV 2,05 %

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in Italien 2008 nach Koalition
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 2006: Summe von FI, AN, LN-MP und kleineren Parteien
b 2006: Summe von ULIVO, IdV, SVP (die in der Senatswahl mit PSI, PD etc. antrat) und IS (eine Vorgängerpartei der PSI)
c 2006: Teil von CdL
Datei:Italy-Emblem.svg
Wappen von Italien
Datei:Elezioni Camera 2008 Comuni Coalizioni.png
Parlamentswahlen in Italien 2008

Die Wahlen zur 16. Legislaturperiode der beiden Kammern des italienischen Parlaments fanden am 13. und 14. April 2008 statt. Berlusconis Parteienbündnis gewann in beiden Kammern (siehe unten); Berlusconi bildete das Kabinett Berlusconi IV (8. Mai 2008 bis zum 16. November 2011).

Ausgangssituation

Nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung über die Regierung von Romano Prodi im Senat am 24. Januar 2008 und den vergeblichen Bemühungen von Senatspräsident Franco Marini zur Bildung einer Übergangsregierung (30. Januar – 4. Februar 2008) löste Staatspräsident Giorgio Napolitano beide Parlamentskammern am 6. Februar 2008 auf und schrieb vorzeitige Neuwahlen aus.<ref>Sciolte le Camere, si vota il 13 e 14 aprile Corriere della Sera, 6. Februar 2008</ref> Da sich die beiden politischen Lager nach dem Aus für die zweite Regierung Prodi nicht mehr auf eine Reformierung des vielfach kritisierten Wahlrechts durch ein überparteiliches provisorisches Kabinett verständigen konnten, endete die 15. Legislaturperiode des Parlaments als die bislang kürzeste in der italienischen Nachkriegsgeschichte nach nur knapp zwei Jahren. Aus Gründen der Kostenersparnis wurden zudem die ursprünglich im Frühsommer anstehenden Kommunalwahlen vorgezogen und an zwei von Politikern und Medien als Election day bezeichneten Wahltagen (13./14. April) mit den Parlamentswahlen zusammengelegt.<ref>Election day, nel Pd c’è accordo – La Cdl: «Una prova di forza» La Repubblica, 7. Februar 2008</ref>

Die Wahlen zur Abgeordnetenkammer und zum Senat bestritten die beiden politischen Lager nicht mehr als kompakten Lagerwahlkampf wie 2006. Während sie vor zwei Jahren noch in den Blöcken Casa delle Libertà (Mitte-rechts) und L’Unione (Mitte-links) darum bemüht waren, mit möglichst breiten Bündnissen möglichst viele Stimmen zu erhalten, lösten sich diesmal die stärksten Parteien aus ihren jeweiligen Allianzen heraus, um möglichst keine Kompromisse mehr mit den vielen Kleinparteien eingehen zu müssen. Nach der Ankündigung Walter Veltronis, des Spitzenkandidaten der größten Mitte-links-Partei Partito Democratico, sich von seinen linken Bündnispartnern der L'Unione zu trennen und mit einer Einzelliste ins Rennen zu gehen,<ref>Veltroni: «Da soli anche al Senato» La Repubblica, 6. Februar 2008</ref> sah sich auch Silvio Berlusconi zu einem ähnlichen Schritt veranlasst: Aus seiner Forza Italia, der Alleanza Nazionale und einigen Splitterparteien bildete er die Liste Popolo della Libertà (PdL), mit der Option eines späteren Zusammenschlusses zu einer großen Sammlungspartei.<ref>Berlusconi: «Simbolo unico per Fi e An» Corriere della Sera, 8. Februar 2008</ref> Die nur im Norden antretende Lega Nord ging – ohne direkte Beteiligung am PdL – mit diesem ein wahlstrategisches Bündnis (eine Listenverbindung) ein. Kein Übereinkommen konnte Berlusconi dagegen mit der UDC von Pier Ferdinando Casini erzielen, welche mit der Ende Januar von ihr abgespaltenen Rosa Bianca eine gemeinsame Liste der politischen Mitte bildete.<ref>Udc e Rosa Bianca trovano l'accordo. Casini premier, Pezzotta segretario La Repubblica, 28. Februar 2008</ref> Auf Seiten des Mitte-links-Lagers schlossen sich die vier größten Parteien der radikalen Linken in der Sammelliste La Sinistra – L’Arcobaleno unter dem kommunistischen Parlamentspräsidenten Fausto Bertinotti als Spitzenkandidat zusammen, während Veltronis PD zwei kleinere Partner hinzugewinnen konnte: Die Radicali Italiani beteiligten sich mit ihren Kandidaten an der Liste des PD, und mit Antonio Di Pietros IdV konnte ein Bündnis (mini-coalizione) ausgehandelt werden. Einige Kleinparteien wie der PS, La Destra, die UDpC u. a. traten ohne Listen- oder Bündnispartner an und riskierten dadurch, an den Sperrklauseln (4 % zum Abgeordnetenhaus, 8 % zum Senat) zu scheitern.<ref>zu den seit 2005 geltenden Wahlrechtsbestimmungen siehe Wahlsystem und it:Legge elettorale italiana del 2005</ref>

Zeitplan

  • 6. Februar 2008: Auflösung der Parlamentskammern durch Staatspräsident Napolitano
  • 29. Februar – 2. März 2008: Präsentation der Partei- und Bündnissymbole
  • 9. – 10. März 2008: Präsentation der Kandidatenlisten
  • ab 29. März 2008: Veröffentlichungsverbot von Wählerumfragen
  • ab 12. April 2008: Verbot von Wahlkampfveranstaltungen („Silenzio elettorale“)
  • 13. – 14. April 2008: Parlamentswahlen
  • 29. April 2008: Konstituierende Sitzungen von Abgeordnetenkammer und Senat

Bündnisse, Listen und Parteien

Bündnisse (Listenverbindungen)

Partei / Abkürzung Ausrichtung Ergebnis 2006
Abgeordnetenkammer / Senat
Vorsitzender / Spitzenkandidat
Liste Partito Democratico
Partito Democratico (PD) sozialdemokratisch, christlichsozial, sozialliberal 31,3 % / 28,5 %<ref>Ergebnisse der Liste L’Ulivo zum Vergleich</ref> Walter Veltroni
(Spitzenkandidat)
Radicali Italiani radikal-liberal 2,6 % / 2,5 %<ref>im Listenverband Rosa nel Pugno mit den Socialisti Democratici Italiani (SDI)</ref> Emma Bonino
Bündnispartner
Italia dei Valori (IdV) liberal, zentristisch 2,3 % / 2,9 % Antonio Di Pietro
Liste Popolo della Libertà
Forza Italia (FI) liberalkonservativ, 23,7 % / 24,0 % Silvio Berlusconi
(Spitzenkandidat)
Alleanza Nazionale (AN) nationalkonservativ 12,3 % / 12,4 % Gianfranco Fini
Partito Pensionati Rentnerpartei 0,9 % / 1,0 % Carlo Fattuzzo
Democrazia Cristiana per le Autonomie (DCA) christdemokratisch 0,7 % / 0,6 %<ref>im Listenverband mit Nuovo PSI</ref> Gianfranco Rotondi
Nuovo Partito Socialista Italiano (NPSI) sozialliberal 0,7 % / 0,6 %<ref>im Listenverband mit DCA</ref> Stefano Caldoro
Azione Sociale (AS) neofaschistisch, nationalistisch 0,7 % / 0,6 %<ref>Ergebnis des damaligen Wahlbündnisses Alternativa Sociale</ref> Alessandra Mussolini
Partito Repubblicano Italiano (PRI) liberal - / 0,1 %<ref>bei der Senatswahl nur in einigen Regionen mit eigener Liste, ansonsten auf den Listen der Forza Italia mit Kandidaten vertreten</ref> Francesco Nucara
Liberal Democratici (LibDem) liberal (Ex-Margherita) - / - Lamberto Dini
Bündnispartner
Lega Nord (LN) rechtspopulistisch, autonomistisch
4,6 % / 4,5 %<ref>im Listenverband mit dem Movimento per l’Autonomia</ref> Umberto Bossi
Movimento per l’Autonomia (MpA) christdemokratisch, autonomistisch (Sizilien)
4,6 % / 4,5 %<ref>im Listenverband mit der Lega Nord</ref> Raffaele Lombardo

Listen

Partei / Abkürzung Ausrichtung Ergebnis 2006
Abgeordnetenkammer / Senat
Vorsitzender / Spitzenkandidat
Liste Forza NuovaMovimento Idea Sociale
Forza Nuova (FN) neofaschistisch, nationalistisch 0,7 % / 0,6 %<ref>Ergebnis des damaligen Wahlbündnisses Alternativa Sociale</ref> Roberto Fiore
(Spitzenkandidat)
Movimento Idea Sociale (MIS) neofaschistisch, nationalistisch - / 0,008 %<ref>als Lista Rauti nur bei den Senatswahlen in Apulien angetreten</ref> Pino Rauti
Liste La DestraFiamma Tricolore
La Destra konservativ, nationalistisch - / - Daniela Santanchè
(Spitzenkandidatin)
Fiamma Tricolore neofaschistisch, nationalistisch 0,6 % / 0,6 % Luca Romagnoli
Liste La Sinistra – L’Arcobaleno
Partito della Rifondazione Comunista (PRC) eurokommunistisch 5,8 % / 7,4 % Fausto Bertinotti
(Spitzenkandidat)
Sinistra Democratica (SD) sozialistisch, sozialdemokratisch (Ex-DS) - / - Fabio Mussi
Partito dei Comunisti Italiani (PdCI) eurokommunistisch (Ex-PRC) 2,3 % / 4,2 %<ref>bei den Senatswahlen im Listenverband mit den Grünen und den Consumatori Uniti</ref> Oliviero Diliberto
Federazione dei Verdi (Verdi) Grüne 2,1 % / 4,2 %<ref>bei den Senatswahlen im Listenverband mit dem PdCI und den Consumatori Uniti</ref> Alfonso Pecoraro Scanio
Liste Unione di Centro (UdC)
Unione dei Democratici Cristiani (UDC) christdemokratisch 6,8 % / 6,8 % Pier Ferdinando Casini
(Spitzenkandidat)
Rosa Bianca (Libertà e Solidarietà) christdemokratisch (Ex-UDC) - / - Bruno Tabacci
Partito Socialista Democratico Italiano (PSDI) sozialdemokratisch, sozialliberal -<ref>Kandidaten auf der Liste L'Ulivo</ref> / 0,2 % Mimmo Magistro

Einzelparteien

Partei / Abkürzung Ausrichtung Ergebnis 2006
Abgeordnetenkammer / Senat
Vorsitzender / Spitzenkandidat
Associazione per la difesa della Vita
(Aborto? No grazie)
konservativ, Abtreibungsgegner - / - Giuliano Ferrara
Die Freiheitlichen (F) rechtspopulistisch, sezessionistisch (Südtirol) 0,045 % / 2,59 (regional) % Ulli Mair
Lista Grilli Parlanti Protestpartei - / - Renzo Rabellino
Il Loto pazifistisch, sozialreformerisch - / - Luigi Ferrante
Partito Comunista dei Lavoratori (PCL) marxistisch, trotzkistisch (Ex-PRC) - / - Marco Ferrando
Partito di Alternativa Comunista (PdAC) marxistisch, trotzkistisch (Ex-PRC) - / - Fabiana Stefanoni
Partito Liberale Italiano (PLI) liberal 0,03 % / 0,05 %<ref>Liste nur in 5 Wahlkreisen / 6 Regionen angetreten</ref> Stefano De Luca
Partito Socialista (PS) sozialdemokratisch, sozialistisch 2,9 % / 2,9 %<ref>Summe der Ergebnisse von Rosa nel Pugno und I Socialisti zum Vergleich</ref> Enrico Boselli
Per il Bene Comune progressiv-laizistische Bürgerliste - / - Stefano Montanari
Popolari Uniti christdemokratisch - / - Antonio Potenza
Sinistra Critica marxistisch, trotzkistisch (Ex-PRC) - / - Flavia D'Angeli
Südtiroler Volkspartei (SVP) christdemokratisch, autonomistisch 0,5 % / 0,3 % Siegfried Brugger
Unione Democratica per i Consumatori (UDpC) sozialliberal - / - Bruno De Vita
Popolari UDEUR (UDEUR) christdemokratisch 1,4 % / 1,4 % Clemente Mastella
(Kandidatur am 6. März 2008 zurückgezogen)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Elezioni: Mastella rinuncia a candidarsi (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.corriere.it Corriere della Sera, 6. März 2008</ref>
Nuovo Partito d'Azione (NPA) liberal-sozialistisch - / -<ref>Kandidaten auf den Listen L'Ulivo und PSDI</ref> Pino A. Quartana
(Kandidatur zurückgezogen)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denuncia dell'N.P.A. all'OSCE (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nuovopartitodazione.it Nuovo Partito d'Azione - Offizielle Webseite, 10. April 2008</ref>

Umfragen

Schon einige Monate vor Prodis Rücktritt lag das Mitte-rechts-Lager um Silvio Berlusconi in der Wählergunst vorn: Nach Aussagen des Meinungsforschungsinstituts IPSO hatte es nach dem Ausbruch der Regierungskrise mit ca. 56 % der Stimmen einen Vorsprung von 10 – 15 % vor Prodis Mitte-links-Koalition (bei 43 – 44 %).<ref>Italiani, sì al voto.Cdl avanti di 10 punti Corriere della Sera, 27. Januar 2008</ref> Spätere Umfragen von IPR Marketing ließen allerdings eine allmähliche Verringerung des Abstands auf 8 % erkennen (52,5 % Mitte-rechts gegenüber 44,5 % Mitte-links), was in erster Linie mit dem „effetto Veltroni“, der Bereitschaft des populären Walter Veltroni zum Spitzenduell mit Berlusconi, erklärt wurde.<ref>Crisi / sondaggio IPR Marketing per Sky: Cresce il PD, Cdl in calo notizie.alice.it, 5. Februar 2008 und Il Pd cresce, con Di Pietro è meglio. Senza Casini il Pdl al 37 per cento La Repubblica, 11. Februar 2008</ref> Eine am 3. März 2008 veröffentlichte Umfrage desselben Instituts, welche die neusten Listen- und Bündnisbildungen berücksichtigte, kam zu folgendem Ergebnis: PdL-LN-MpA: 43 % (entspricht 38 % + 4,5 % + 0,5 %), PD-IdV: 36 % (entspricht 32 % + 4 %), Sinistra-Arcobaleno: 7,5 %, UdC: 7 %, La Destra: 2,5 %, PS: 1,5 %.<ref>Pdl ancora in testa: Pd a meno sette. Ma il 13 aprile il pareggio è possibile La Repubblica, 3. März 2008</ref>

Nach den letzten Umfragen vor dem allgemeinen Veröffentlichungsverbot für Prognosen (ab dem 29. März 2008) ergab sich das folgende Bild: PdL-LN-MpA: 43,3 – 46 %, PD-IdV: 35,5 – 39,1 %, Sinistra-Arcobaleno: 6,0 – 7,8 %, UdC: 5,1 – 7,7 %, La Destra: 2,0 – 4,0 %, PS: 0,7 – 2,3 %, Sonstige: 0,5 – 3,4 %.<ref>Sondaggi a confronto a 16 giorni dal voto Clandestinoweb, 26. März 2008</ref>

Ergebnisse

Am 13. April 2008 betrug die Wahlbeteiligung bis 22 Uhr nach offiziellen Angaben 62,728 % und ist damit gegenüber 2006 gesunken – damals betrug sie zur selben Zeit 66,643 %. Die Wahllokale schlossen am 14. April um 15 Uhr. Insgesamt betrug die Beteiligung an beiden Tagen bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer 80,456 % und bei den Senatswahlen 80,507 %, was einem Rückgang von ca. 3 % entspricht.<ref name="itwiki">vgl. it:Risultati delle elezioni politiche italiane del 2008, Quelle: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Italienisches Innenministerium (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. Mai 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/politiche2008.interno.it</ref>

Nach dem vorläufigen Endergebnis hat Berlusconis Wahlbündnis PdL – LN – MpA in beiden Kammern gegenüber Veltronis PD – IdV klar gewonnen, im Senat mit einem Vorsprung von 9,3 % (47,3 % gegenüber 38,0 %)<ref name="RepSen">Elezioni Politiche 2008 - Senato, La Repubblica, 15. April 2008</ref> und in der Abgeordnetenkammer mit 9,2 % Vorsprung (46,8 % gegenüber 37,6 %).<ref name="RepCam">Elezioni Politiche 2008 - Camera, La Repubblica, 15. April 2008</ref> Verloren hat demnach vor allem Bertinottis La Sinistra – L'Arcobaleno, die mit nur 3,1 / 3,2 % den Wiedereinzug in beide Kammern verfehlt, während die christdemokratische UdC mit 5,6 / 5,7 % den Einzug in die Abgeordnetenkammer sowie in Sizilien auch in den Senat (mit dort 8,7 %) schafft. Überraschend stark hinzugewonnen hat insbesondere Berlusconis Bündnispartner in den norditalienischen Regionen, die Lega Nord, die auf landesweit 8,3 / 8,1 % der Stimmen kam und ihr Ergebnis somit fast verdoppeln konnte (2006: 4,6 / 4,5 %).

Walter Veltroni hat Berlusconi telefonisch zu seinem Wahlsieg gratuliert und die eigene Niederlage öffentlich eingeräumt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Veltroni: "Disponibili alle riforme" (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lastampa.it La Stampa, 14. April 2008</ref>

Aufgrund der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Reggio Calabria und Rom wegen des Verdachts der Wahlfälschung an 50.000 Stimmzetteln von in Südamerika lebenden Italienern verzögert sich die Auszählung der Stimmen der Auslandsitaliener und damit auch die Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses. In den Wahlbetrugsskandal sollen der Forza Italia-Senator Marcello Dell’Utri und ein Clan der kalabrischen ’Ndrangheta verwickelt sein.<ref>Wahlbetrugsvorwürfe gegen Berlusconi-Vertrauten Der Standard, 12. April 2008</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.unita.itItaliani all'estero: la Procura di Roma indaga sul voto (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot L’Unità, 16. April 2008</ref>

Abgeordnetenkammer

Abgeordnetenhaus
    
Insgesamt 630 Sitze
  • Centrosinistra: 248
  • Sonst.: 2
  • UDC: 36
  • Centrodestra: 344
Abgeordnetenhaus
        
Insgesamt 630 Sitze

Inland

Vorlage:Wahl Gruppen

Aostatal

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Auslandswahlbezirk

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Senat

Inland

Vorlage:Wahl Gruppen

Aostatal und Trentino-Südtirol

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Auslandswahlbezirk

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Zusammenfassung der Mandate

Partei Abgeordnetenkammer Senat
Inland Aostatal Ausland Insgesamt Inland Aostatal Trentino-
Südtirol
Ausland Insgesamt
Vorlage:Parteinamefarbe 272 4 276 141 3<templatestyles src="FN/styles.css" /> a 3 147
Vorlage:Parteinamefarbe 60 60 25 –<templatestyles src="FN/styles.css" /> a 25
Vorlage:Parteinamefarbe 8 8 2 2
Gesamt 340 4 344 168 3 3 174
Vorlage:Parteinamefarbe 211 6 217 116 2 118
Vorlage:Parteinamefarbe 28 1 29 14 14
Gesamt 239 7 246 130 2 132
Vorlage:Parteinamefarbe 36 36 3 3
Vorlage:Parteinamefarbe 2 2 2 2
Vorlage:Parteinamefarbe 2<templatestyles src="FN/styles.css" /> b 2
Vorlage:Parteinamefarbe 1 1
Vorlage:Parteinamefarbe 1 1
Vorlage:Parteinamefarbe 1 1 1 1
Gesamt 617 1 12 630 301 1 7 6 315

<templatestyles src="FN/styles.css" />

a 
Sergio Divina (Lega Nord, in der Liste Il Popolo della Libertà).

<templatestyles src="FN/styles.css" />

Wahlbetrug von Deutschland aus

Der Senator Nicola Di Girolamo hat in Deutschland zahlreiche leere Stimmzettel kaufen lassen. Dabei arbeitete er mit der kalabrischen ’Ndrangheta zusammen, welche in Frankfurt a. M. und in Stuttgart diesen Wahlbetrug durchführten. Girolamo soll dabei mit dem Boss Franco Pugliese zusammengearbeitet haben. Es wird vermutet, dass Mario Lavorato die Leute organisiert hat, um bei diesem Betrug zu helfen, jedoch wurde Lavorato nicht namentlich genannt, sondern nur durch sein Kontakte und Eigenschaften angedeutet.<ref>Rainer Nübel: Zur Geldwäsche nach Stuttgart. Italien hat einen neuen Mafia-Skandal. Es geht um Geldwäsche, Korruption und Wahlbetrug. Die Spur führt nach Deutschland. 10. März 2010, abgerufen am 15. April 2023.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Paolo Bellucci: Why Berlusconi’s Landslide Return?, in: Politische Vierteljahresschrift 49 (2008), Nr. 4, S. 605–617
  • Stefan Köppl: Wahlsieg mit Ansage – und doch mit Überraschungen. Die italienischen Parlamentswahlen vom 13./14. April 2008, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 39 (2008), Nr. 4, S. 740–756
  • Stefan Köppl: Das politische System Italiens. Eine Einführung, VS-Verlag, Wiesbaden, 2007, ISBN 978-3-531-14068-1

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

1861 | 1865 | 1867 | 1870 | 1874 | 1876 | 1880 | 1882 | 1886 | 1890 | 1892 | 1895 | 1897 | 1900 | 1904 | 1909 | 1913 | 1919 | 1921 | 1924 | 1929 | 1934

1946 | 1948 | 1953 | 1958 | 1963 | 1968 | 1972 | 1976 | 1979 | 1983 | 1987 | 1992 | 1994 | 1996 | 2001 | 2006 | 2008 | 2013 | 2018 | 2022 | 2027

Vorlage:Klappleiste/Ende