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Panzerschnellbrücke Leguan

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Datei:Panzerschnellbrücke Leguan.jpg
Panzerschnellbrücke LEGUAN auf Leopard-2-Fahrgestell bei einer Vorführung der Wehrtechnischen Dienststelle für Pionier- und Truppengerät (WTD 51), Koblenz der Bundeswehr

Die Panzerschnellbrücke Leguan (Eigenschreibweise LEGUAN) ist ein von KNDS Deutschland angebotenes Brückensystem zum Überwinden von Hindernissen. Entwickelt von MAN Mobile Bridges GmbH (2005 Tochterfirma von Krauss-Maffei Wegmann, 2006 verschmolzen und Firma erloschen), ist das System weltweit im Einsatz und wird u. a. von Deutschland, Belgien, Finnland, Schweiz, Schweden, Malaysia und den Vereinigten Staaten mit verschiedenen Brückenlegefahrzeugen verwendet. Bei der Bundeswehr wird das neue System offiziell als Gefechtsfeldbrücke (GFB) bezeichnet.<ref>https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/landsysteme-bundeswehr/brueckenlegepanzer-leguan</ref> Das Brückenlegesystem ist eine Weiterentwicklung des Verlegeprinzips der Panzerschnellbrücke Biber<ref>Brückenlegesystem LEGUAN. In: kmweg.de. Krauss-Maffei Wegmann, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Februar 2013; abgerufen am 15. Februar 2013.</ref> mit niedriger Silhouette.

Allgemein

Die Brücke aus einer Aluminiumlegierung hat eine Breite von 4,01 Metern, eine Gesamtlänge von 26 Metern und ein Gesamtgewicht von 10,5 Tonnen. Mit der 26-m-Brücke ist es möglich, Geländeeinschnitte wie Gewässer und Schluchten bis 24 Meter Breite zu überwinden. Anstelle der 26-Meter-Brücke können auch zwei 14 Meter lange Einzelbrücken transportiert und verlegt werden; durch überlappendes Verlegen einer 26- und einer 14-Meter-Brücke ist die Überbrückung eines Einschnitts von bis zu 35 Metern Breite möglich.<ref>https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/landsysteme-bundeswehr/brueckenlegepanzer-leguan</ref> Die Brücken sind für die Militärische Lastenklasse (MLC) 80 beziehungsweise bis 72,6 Tonnen für Gleiskettenfahrzeuge und 83,5 Tonnen (entsprechend MLC 90) für Radfahrzeuge zugelassen. Ältere Brücken sind nur für die MLC 70 zugelassen. Durch Entfernungsmessgeräte, Wärmebildgerät und CCD-Kamera wird das Verlegen bei Nacht unterstützt.

Die Erprobung für die deutschen Streitkräfte erfolgte ab 2009 an den Wehrtechnischen Dienststellen 41 und 51 mit dem Ziel, 2014 die Einsatzprüfung am ersten Serienfahrzeug durchzuführen. Das mit drei Brücken ausgerüstete Projekt Panzerschnellbrücke 2 – der projektierte Nachfolger der Panzerschnellbrücke Biber – galt seither als eingestellt.<ref>Frank Lobitz: Kampfpanzer Leopard 2. Entwicklung und Einsatz in der Bundeswehr. S. 140 Panzerschnellbrücke 2, Verlag Jochen Vollert-Tankograd Publishing, Erlangen 2009, ISBN 978-3-936519-08-2.</ref>

Verlegevorgang

Datei:Brobandvagn120 26m bridge.jpg
Schwedische Variante. Brobandvagn 120 mit gekoppelter 26-m-Brücke. Insgesamt hat Schweden 2014 sechs Brückenleger bestellt.

Wie auch bei der Panzerschnellbrücke Biber erfolgt der Verlegevorgang horizontal im freien Vorbau. Er bietet gegenüber dem Verlegen im Scherenverfahren den Vorteil einer deutlich niedrigeren Silhouette.

In Transportstellung liegen die bei der 26-m-Version jeweils 13 Meter langen symmetrischen Brückenhälften horizontal übereinander auf dem Haupt- und Heckausleger des Fahrzeugs. Zum Verlegen werden die beiden Elemente angehoben und die untere Brückenhälfte nach vorne verschoben. Nach dem Verbinden wird die gesamte Festbrücke mit dem Hauptausleger über dem Hindernis abgelegt. Die Aufnahme der Brücke erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Während des Verlegevorgangs ruht die gesamte Last auf dem am Bug befestigten Stützschild. Das Verlegen und Aufnehmen für die 26-m-Brücke dauert nach Herstellerangabe sechs beziehungsweise acht Minuten und ist durch eine elektronische Steuerung von einer Person durchführbar. Die 14-m-Brücke lässt sich in rund fünf Minuten verlegen und in sieben Minuten wiederaufnehmen.

Trägerfahrzeuge

Datei:PMC Leguan.jpg
Polnischer PMC Leguan auf Basis eines PT-91M-Fahrgestells

KNDS Deutschland hat das Brückensystem auf eine Reihe verschiedener Trägerfahrzeuge verlastet. So verwenden die Vereinigten Staaten das Chassis des M1 Abrams für ihren M104 Wolverine, Belgien ein Leopard-1-Chassis (Brücke nur bis MLC 70), Schweden und Finnland ein Leopard-2-Chassis (umgebaute Leopard 2A4 in Finnland als Leopard 2L bezeichnet) und die Streitkräfte Malaysias Fahrgestelle des polnischen Kampfpanzers PT-91M (PMC-Leguan). Darüber hinaus werden die Fahrgestelle des Kampfpanzers M60 (Spanien)<ref>Trägerfahrzeug VLPD 26/70E. In: mde.es. Ejército de Tierra, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Januar 2013; abgerufen am 11. April 2009.</ref> sowie Radfahrzeuge von MAN und des finnischen Unternehmens SISU verwendet.

Nutzerstaaten

Einsatz in der Bundeswehr

Die sieben Gesamtsysteme des ersten Loses umfassten jeweils einen aus dem Bestand der Bundeswehr umgebauten Leopard-2-Panzer, eine Brücke von 26 Metern Länge, zwei Brücken von je 14 Metern Länge sowie eine geschützte Sattelzugmaschine mit Sattelauflieger. Für die Schulung der Besatzungen wird ein Ausbildungssimulator mit Bedienelementen geliefert. Die Auslieferung war für die Jahre 2018 bis 2021 geplant[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} .<ref name=":0">BAAINBw PIZ AIN: Neue Brücken für das Deutsche Heer – Vertrag für das System LEGUAN abgeschlossen. Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, 27. Oktober 2016, abgerufen am 1. November 2016.</ref> Im Dezember 2018 wurde als erster Verband das Panzerpionierbataillon 130 mit der Panzerschnellbrücke Leguan ausgestattet.<ref>André Burdich: LEGUAN bei den Pionieren angekommen. In: Pioniere. Nr. 1, 2019, S. 20.</ref>

Im Juli 2020 wurde beschlossen, ein zweites Los von 24 Brückenlegern Leguan – einschließlich IT-Komponenten, Navigationssystemen, Ausbildungsgeräten und Ersatzteilen – im Wert von 330 Millionen Euro zu beschaffen.<ref>Eine Milliarde Euro für Beschaffungen. In: Europäische Sicherheit & Technik (ESuT). Mittler Report Verlag GmbH, 3. Juli 2020, abgerufen am 4. Juli 2020.</ref>

Mit der Bestellung dieses zweiten Loses wurde der vollständige Austausch aller 28 Systeme Brückenlegepanzer Biber im Bestand der Bundeswehr (Stand Oktober 2016) eingeleitet.<ref name=":0" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Kampfpanzer:

M47 PattonM48 PattonLeopard 1Leopard 2

Spähpanzer:

M41 Walker BulldogSchützenpanzer kurz, HotchkissRadaraufklärungspanzer 91-2

Jagdpanzer:

Raketenjagdpanzer 1, HS30KanonenjagdpanzerRaketenjagdpanzer 2Jaguar 1Jaguar 2

Schützenpanzer:

M39Schützenpanzer lang, HS30MarderPuma

Transporter:

Universal CarrierM113Bv206 D/S

Waffenträger:

M113 Panzermörser 120 mmWiesel 1Wiesel 2Wiesel 2 Ozelot

Rohrartillerie:

M7 B2 PriestM44M52M55M107 Selbstfahr-HaubitzeM109M110 Selbstfahr-HaubitzePanzerhaubitze 2000

Raketenartillerie:

M667/M668 LanceMARS

Flugabwehrpanzer:

M16M42 A1 DusterGepardRoland

Pionierfahrzeuge:

Brückenlegepanzer M48Räumpanzer M48Pionierpanzer 1BiberSkorpionDachsKeilerLeguanKodiak

Bergepanzer:

M74M88Bergepanzer 2Büffel

Kettenzugmaschinen:

M4M5 A4

Prototypen und Versuchsmuster:

TÜRKampfpanzer 70VTS1VT1SP I.C.GPMMarder 2Panzerhaubitze 70Panzerschnellbrücke 2NGPPUMABegleitpanzer 57 AIFSVPanzerkampfwagen 2000Versuchsträger GesamtschutzSpähpanzer Ru 251Europanzer

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