Palladium(IV)-oxid
| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
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| Kristallstruktur von Palladiumdioxid | |||||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Pd4+ Vorlage:Farbe O2− | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Palladium(IV)-oxid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
Palladiumdioxid | ||||||||||||||||||
| Verhältnisformel | PdO2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
dunkelroter oder schwarzer Feststoff<ref name="webelements" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 138,42 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
200 °C (Zersetzung zu PdO)<ref name="webelements">Palladium(IV)-oxid auf webelements.com</ref> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
in Wasser, Säuren und Laugen unlöslich<ref name="howi1">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1732.</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Palladium(IV)-oxid, auch als Palladiumdioxid bezeichnet, ist eine chemische Verbindung der Elemente Palladium und Sauerstoff. Das Oxid ist als Hydrat dunkelrot, wasserfrei dagegen schwarz, es zerfällt bei 200 °C in Palladium(II)-oxid.
Gewinnung und Darstellung
Palladium(IV)-oxid fällt als Niederschlag beim Versetzen von PdCl62−-haltigen wässrigen Lösungen mit verdünnter Natronlauge an<ref name="howi1" /><ref name="Wöhler">Lothar Wöhler, James König: "Die Oxyde des Palladiums" in Zeitschr. f. Anorg. Chem. 1905, 46, S. 323ff. (Volltext).</ref>:
- <math>\mathrm{ Na_2PdCl_6 + 4\ NaOH \longrightarrow\ PdO_2 + 6\ NaCl + 2\ H_2O}</math>
Eine Lösung von Natriumcarbonat enthält ausreichend Hydroxidionen und kann anstatt von Natronlauge verwendet werden:
- <math>\mathrm{ Na_2PdCl_6 + 2\ Na_2CO_3 \longrightarrow\ PdO_2 + 6\ NaCl + 2\ CO_2 \uparrow}</math>
Eine weitere Synthesemethode ist die anodische Oxidation von Palladium(II)-nitrat.<ref name="Wöhler" /> Die Herstellung durch Oxidation von Palladium(II)-chlorid mit Ozon verläuft mit schlechten Ausbeuten, da das Palladiumdioxid mit der als Nebenprodukt anfallenden Salzsäure teilweise weiterreagiert.<ref name="Wöhler" />
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Palladiumdioxid kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P42/mnm (Raumgruppen-Nr. 136) mit den Gitterparametern a = 448 pm und c = 310 pm sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle (Rutilstruktur).<ref name="X">I. S. Shaplygin, G. L. Aparnikov, V. B. Lazarev: Preparation of palladium dioxide at high pressure. In: Zhurnal Neorganicheskoi Khimii. 1978, 23, 4, S. 884–887.</ref>
Chemische Eigenschaften
Beim Erhitzen gibt Palladiumdioxid Sauerstoff ab und geht bei 200 °C in Palladium(II)-oxid über, das wiederum bei 875 °C in die Elemente zerfällt.<ref name="HoWiEn">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1520.</ref>
- <math>\mathrm{ 2\ PdO_2 \ \ \xrightarrow[-O_2]{200^\circ C} \ \ 2\ PdO \ \ \xrightarrow[-O_2]{875^\circ C} \ \ 2\ Pd}</math>
Das Hydrat löst sich in konzentrierter Natriumhydroxidlösung unter Bildung von Hexahydroxopalladat-Ionen, die wasserfreie Substanz ist in Alkalien unlöslich.<ref name="HoWiEn" />
- <math>\mathrm{ PdO_2 + 2\ NaOH + 2\ H_2O \longrightarrow Na_2[Pd(OH)_6]} </math>
Ebenso ist das Hydrat des Palladiumdioxids in Salzsäure löslich, dabei werden Hexachlorpalladat(IV)-Ionen gebildet.<ref name="HoWiEn" />
- <math>\mathrm{ PdO_2 + 6\ HCl \longrightarrow H_2[PdCl_6] + 2\ H_2O} </math>
Palladiumdioxid ist in Oxalsäure zunächst unter Gelbfärbung und Bildung von Dioxalatopalladat(II)-Ionen [Pd(OOC-COO)2]2− löslich<ref name="Vezes">M. M. Vezes: "Sur les sels complexes de palladium: palladoxalate" in Bull. Soc. Chim. 1899, (3)21, S. 172f. (Volltext).</ref><ref name="Wöhler" />, beim Kochen wird es zu elementarem Palladium reduziert.
- <math>\mathrm{ PdO_2 + 2\ (COOH)_2 \longrightarrow Pd + 4\ CO_2 \uparrow + 2\ H_2O} </math>
Auch beim Kochen mit Essigsäure entsteht elementares Palladium.<ref name="Wöhler" />
Einzelnachweise
<references />
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- Brandfördernder Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
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- Palladiumverbindung
- Oxid