Palais des Beaux Arts (Wien)
Das Palais des Beaux Arts ist ein Wohn- und Bürohaus im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße, Löwengasse 47-47A. In diesem Gebäude befinden sich seit 1994 die Botschaft der Republik Litauen sowie die Botschaft der Republik Moldau.
Erbaut wurde das Haus 1908/09 von Anton und Josef Drexler, von denen auch einige Häuser des knapp danach entstandenen gegenüberliegenden Rudolf-von-Alt-Platzes sowie weitere Gebäude im Weißgerberviertel aus ungefähr derselben Zeit stammen.
Chic Parisien / Atelier Bachwitz
Das Gebäude wurde von Arnold Bachwitz<ref>ANNO, Wiener Bilder, 1929-06-09, S. 15. Abgerufen am 29. Juli 2021.</ref>, dem Besitzer des Modeverlagimperiums Chic Parisien Bachwitz AG, ein auf Modethemen spezialisierter und international tätiger Verlag (daher auch die repräsentativen, auf dem Gebäude thronenden Weltkugeln), der an diesem Ort etwa 50 Zeitschriften, teilweise in dreisprachigen Ausgaben, produzierte, in Auftrag gegeben. Es verbindet daher in origineller Weise Elemente des Späthistorismus mit Dekorationsmotiven des westeuropäischen Jugendstils.<ref>Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. 1995, Band 4, S. 480.</ref>
Dominiert wird das Gebäude vom gelenkartig eingeschobenen Eckturm, der von globenhaltenden Frauenfiguren flankiert wird.<ref>Dehio Wien II-IX & XX, S. 119.</ref> Im Inneren des Hauses befinden sich ein reich ausgestattetes Vestibül mit floralem Stuck sowie Reliefs von Frauenfiguren im Stiegenhaus. Es verfügt über eine Druckerei im Untergeschoß, Wohnungen für die Familie Bachwitz und soll den Geist der „Beaux Arts“ verkörpern.
Rezeption
Friedrich Achleitner lobt an diesem Gebäude, dass es in Kontrast zu seinem fast barocken Dekorationsreichtum einen rationalen Grundriss aufweist, der ein Optimum an Flexibilität ermöglicht.<ref>Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Band III/1, Residenz Verlag, Salzburg/Wien 1990, S. 127.</ref>
Heutige Nutzung
Seit 2014 findet sich im Haus ein wechselndes Ausstellungsprogramm.<ref>Zitiert nach Tanja Rudolf: Fidel durch den Dritten. In: Die Presse. Printausgabe, 21. Juni 2014. Abgerufen am 23. Juli 2014.</ref> Die Kunstprojekte werden über ein Wireless Network in und um das Palais des Beaux Arts ausgestrahlt und sind für jeden per Smartphone und Tablet zugänglich.<ref>Bernard Garnicnig über die "virtuelle Galerie" im Wiener Palais des Beaux Arts, Ö1 Leporello, 13. Januar 2015.</ref>
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Fassadendetail in der Paracelsusgasse
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Figurengruppe an der Nordwestfassade
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Relief von Frauenfiguren im Vestibül
Literatur
- Gerda Buxbaum: Mode aus Wien 1815–1938. Residenzverlag, 1986.
- Ursula Schwarz: Das Wiener Verlagswesen der Nachkriegszeit. Diplomarbeit. Wien 2003, S. 125ff. (wienbibliothek.at)
- Georg Gaugusch: Wer einmal war: Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800–1938. Amalthea, Wien, Bd. 1, 2011, ISBN 978-3-85002-750-2; Bd. 2, 2016, ISBN 978-3-85002-773-1.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
Koordinaten: 48° 12′ 24,4″ N, 16° 23′ 39,5″ O
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