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Otmęt

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Otmęt (deutsch Ottmuth; Vorlage:CsS) ist ein Stadtteil der Stadt Krapkowice im Powiat Krapkowicki der Woiwodschaft Opole in Polen. Es liegt am rechten Ufer der Oder.

Geographie

Otmęt liegt in der Schlesischen Tiefebene. Nördlich des Ortes verläuft die Autobahn A4. Nachbarorte von Otmęt sind Oderwanz (Odrowąż) im Nordwesten, Gogolin im Nordosten, Oberwitz (Obrowiec) im Südosten und Krapkowice im Südwesten.

Geschichte

Datei:Ottmuth - Kirche und Schloss.JPG
Ottmuth – Kirche und Schloss im 18. Jahrhundert
Datei:Ottmuth Bata.jpg
Schuhfabrik Baťa, 1939
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Kirche Mariä Himmelfahrt

„Ocnant“, das zum Herzogtum Oppeln gehörte, wurde im Jahre 1223 erstmals urkundlich erwähnt, ebenso die Pfarrkirche. 1302 wurde die im frühen 13. Jahrhundert gegründete Flößersiedlung in der Schreibweise Othmant überliefert, die sich später zu Ottmuth veränderte. Ab 1316 gehörte es der Familie Strala (auch Strzela oder auch Schilhans, alttschechisch für Schielauge) und 1511 an Lukas Buchta von Buchtitz (Buchta z Buchtic), der 1532 starb. Er hatte mit dem Bau einer Burg begonnen, die von Herren von Oppersdorff, die Ottmuth 1631 erworben hatten, nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wieder aufgebaut wurde.

Nach der Neugliederung der preußischen Provinz Schlesien wurde Ottmuth 1816 dem Landkreis Groß Strehlitz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb.<ref>http://www.territorial.de/obschles/grstrehl/gem1945.htm</ref> Seit dem 1. Januar 1874 bildete Ottmuth den Amtsbezirk Ottmuth.<ref>Amtsbezirk Ottmuth</ref>

Der industrielle Aufschwung Ottmuths begann erst 1929 mit dem Verkauf einer großen Landfläche des Guts durch dessen letzten Besitzer die Grafen von Sponeck an den tschechischen Schuhfabrikanten Tomáš Baťa. Die von ihm im Juli 1929 gegründete Deutsche Schuh-Aktiengesellschaft Baťa (nach Verdrängung der Familie Baťa durch das NS-Regime ab 1938 OTA Schlesische Schuh-Werke Ottmuth AG) nahm ihre neu erbaute Schuhfabrik im November 1931 in Betrieb.<ref>Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 37. Ausgabe 1932, S. 4201 f.</ref><ref>Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 48. Ausgabe 1943, S. 5306 f.</ref> Sie genoss bald einen überregionalen Ruf, erlebte ihre eigentliche Blütezeit jedoch erst in der sozialistischen Volksrepublik Polen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Ottmuth vom 16. Juli 1940 bis zum Juni 1944 ein Zwangsarbeiterlager für Juden. Die Inhaftierten wurden in der Schuhfabrik und bei kleineren örtlichen Unternehmen sowie zum Bau der Reichsautobahn (heute modernisierte polnische A4) eingesetzt.

Infolge des Zweiten Weltkriegs wurde Ottmuth 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und in Otmęt umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

1954 wurde Otmęt zur stadtartigen Siedlung erhoben und 1962 nach Krapkowice eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

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Burgruine Otmęt
  • Die katholische Kirche mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ab 1302 gehörte sie zum Klosters Himmelwitz. Um 1600 war sie mit einer Wehrmauer umgeben. 1902 wurde die Kirche umgebaut und vergrößert. Bei Kriegsende 1945 brannte sie nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederaufgebaut. Für den Turm wurden einige architektonische Konstruktionsteile als Stützpfosten aus dem ursprünglichen Gebäude übernommen.
  • Die Ruine der Burg Ottmuth stammt von dem im 16. Jahrhundert errichteten Schloss, an dessen Stelle eine ältere Burg stand. Das 1608 umgebaute Schloss war seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unbewohnt und wurde dem Verfall preisgegeben.
  • Schloss Ottmuth mit Schlosspark
  • Heilig-Geist-Kirche
  • Friedhofskapelle
  • Wegekapelle mit Säulen
  • Fabrikgebäude der Schuhfabrik Otmęt

Söhne und Töchter des Ortes

  • Karol Koziolek (1856–1938), polnischer römisch-katholischer Priester und Aktivist

Vereine

  • Sportverein KS Otmęt

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />